Deutscher Film Teil 5 – Wie kann es vorwärts gehen?

"Ist das nicht Kommunismus?", soll Brad Pitt gefragt haben, als ihm Steffen Andersen-Møller, damals PR-Manager des Dänischen Filminstituts, den Weg zum dänischen Filmwunder erklärt hat. Antwort: Nein, kein Kommunismus. Sondern Kunst. "Wir sind ein kleines Volk von 5,6 Millionen Menschen, mit einer Sprache, die niemand außer uns spricht und versteht", führt er aus, "unser Parlament hat schon vor vielen Jahren deklariert, Film sei das Transportmittel Nummer eins, um Menschen in aller Welt dänische Kultur nahezubringen."

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Kino-Tipp der Woche: "Café Belgica" von Felix van Groeningen

Eine Kneipe oder einen Club wie diesen hier kennt wohl jeder: Nicht besonders schick, sondern mit einer etwas abgeschabten Klebrigkeit, die aber im Dunkel der Nacht niemanden stört, die Lautstärkeregler immer bis zum Anschlag aufgedreht. In der Rückschau sehnt man sich nach diesen Orten der Jugend und hat zugleich keine Ahnung mehr, was genau sie so anziehend machte. Das "Café Belgica", von dem Felix van Groeningens gleichnamiger Film erzählt, ist so ...

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Filme

Der Junge und das Biest

Mamoru Hosoda ist ein überaus begabter Regisseur, der sich manchmal selbst im Weg steht. Seit mehr als fünfzehn Jahren kreiert er herzerwärmende, detailverliebte Animationsfilme von großer Imaginationskraft, welche auf originelle Weise alltägliche Erfahrungen und Fantastik miteinander verschmelzen lassen.

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WinWin (2016)

Mr. Zynismus-Artsy-Dandy-Hipness-Film Conspirateur Daniel Hoesl dreht diesen staatlich geförderten Angriff auf das System als satirisch montierte Boshaftigkeit hintereinander schauender und sprechender Nahaufnahmen eines willkürlichen Kapitalismus-Seifenblasen-Rausches. Dabei sind die gläserne Cleanness und der kalkulierte Business-Talk Ausdruck eines ironischen Maskenballs, auf dem Hochstapler-Investoren dicke Deals zwischen illegalen Methoden und naiven Verhandlungspartnern durchexerzieren und dabei selbst kaum etwas zu spüren scheinen.

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Wiener Dog

Spätestens als die Mumblecore-Queen Greta Gerwig im Jahre 2010 in Noah Baumbachs "Greenberg" eine tragikomische Bravour-Performance in Sachen Selbstzerstörung und Desorientierung lieferte, ahnte man, dass es irgendwann zu einer Zusammenarbeit mit dem Independent-Filmemacher Todd Solondz kommen würde. Und nun ist es passiert. Gleichwohl stellt sich zunächst Irritation ein: Gerwig spielt Dawn Wiener?! Die Dawn Wiener aus Solondz' Coming-of-Age-Meisterstück "Willkommen im Tollhaus" (1995)? Oh ja, das tut sie.

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Ma Ma - Der Ursprung der Liebe

Die Filme von Julio Medem sind eine Gratwanderung zwischen spielerischer Kunst und verstörendem Experiment: Die einen begeistert er immer wieder aufs Neue mit seinen narrativen Konventionsbrüchen, die anderen können mit seiner Art, Geschichten zu erzählen, nichts anfangen. Sein neuester Film – der erste seit immerhin fünf Jahren, abgesehen von einer Episode im Omnibusfilm "7 Nächte in Havanna" – ist durchaus etwas mehr Mainstreamkino, und doch kommen auch große Medem-Fans auf ihre Kosten.

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Caracas, eine Liebe

Der Blick auf die Straßen von Caracas ist unscharf. Die Kamera verbleibt verhältnismäßig lange in dieser unfokussierten Einstellung und zoomt dann erst langsam an das heran, was sie für wichtig hält: den Menschen, den Mann, denjenigen, der sieht. Alles um ihn herum bleibt verschwommen. Selten hat man das in dieser Deutlichkeit auf der Leinwand gesehen. Und es passt gut zur Geschichte von "Caracas, eine Liebe".

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2016 26/06

"Zeigen was man liebt" von Frank Göhre, Borwin Richter, Torsten Stegmann

Die deutsche Filmgeschichte ist eine vieler Missverständnisse. Etwa, dass der deutsche Film dröge sei. Dass es ihm an Sinnlichkeit mangele. Und dass Genreunterhaltung nicht so sein Ding sei. Das mag stimmen für einige Filme - aber für viele eben auch nicht. Ein weiteres Missverständnis besagt, dass die alten deutschen Filme noch viel schlimmer seien als die aktuellen. Diesen Irrtümern liegt zugrunde, dass die "alten" Filme, die Unterhaltung und Anspruch, Lockerheit und Leidenschaft, Energie und Lust verbinden, heute kaum mehr zu sehen sind. Was es auf DVD nicht gibt, was im Fernsehen nicht läuft, gerät in Vergessenheit. Doch es gibt Abhilfe: Nach Dominik Grafs Verfluchte Liebe Deutscher Film, der die Genrevariationen des Neuen Deutschen Films durchdeklinierte, blicken Frank Göhre, Borwin Richter, Torsten Stegmann nun mit ihrem Dokumentarfilm Zeigen was man liebt dezidiert auf die Münchner Filmszene Ende der 1960er Jahre: Da, wo Klaus Lemke und Rudolf Thome herkamen, wo May Spils und Werner Enke Erfolge feierten.

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