Das Venedig-Tagebuch: Von repetitiver Selbstironie und menschlichen Abgründen

Pünktlich zum Auftakt des 71. Filmfestivals zu Venedig kommt dann auch die Sonne raus, nachdem sie sich am Vortag noch hinter dichten Nebelschwaden und Nieselregen verborgen hat. Somit ist denn auch das natürliche Scheinwerferlicht, für die Stars und Sternchen gegeben, die für die große Eröffnung auf dem Lido eintreffen. Hupkonzerte und kreischende Fans am roten Teppich künden von einem fulminanten Auftakt, den ich mir jedoch ausschließlich akustisch zu Gemüte führe, während ich fleißig im Presseraum in die Tasten haue.

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Filme

Der Anständige

Auf der diesjährigen 64. Berlinale waren zwei außergewöhnliche Filme über die NS-Zeit zu sehen. Volker Schlöndorffs Kriegsdrama "Diplomatie" zeigt eine mitreißende fiktive Version eines Gesprächs zwischen dem von Hitler eingesetzten Stadtkommandanten General von Choltitz und dem schwedischen Generalkonsul Raoul Nordling, das in letzter Minute zur Rettung der bereits angeordneten Sprengung der Stadt Paris führte. Vanessa Lapas Dokumentarfilm "Der Anständige" führt hingegen direkt in das Hirn des nach Hitler mächtigsten Mannes im Dritten Reich hinein.

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The Texas Chainsaw Massacre (1974)

Gäbe es einen Preis für den Titel einflussreichster Horrorfilm aller Zeiten, so stünde Tobe Hoopers 1974 mit Minimalbudget gedrehtes Werk "The Texas Chainsaw Massacre" wohl mit auf dem imaginären Siegerpodest. Ihm verdanken wir die Etablierung heute üblicher Genrekonventionen wie etwa das "final girl" oder die Grundkonstellation der so genannten "Backwood-Slasher", bei denen ahnungslose Städter direkt in die Fänge (oder Äxte, Sägen und sonstiges Werkzeug) geraten – an diesen und anderen Elementen arbeiten sich noch heute Generationen von Nachwuchsregisseuren ab.

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The Treatment

"The Treatment" ist ein extrem düsterer, nur schwer verdaulicher Film. Darum die Warnung gleich vorweg: Dies ist nichts für Zartbesaitete. Im Gegenzug sind nicht Gorehounds und Splatter-Aficionados gemeint, denn dieser Film tritt dorthin, wo es wirklich weh tut. Er zeigt Bilder – und lässt Bilder im Kopf entstehen –, die man nicht mehr so schnell abschütteln kann.

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Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit

Was Autor und Regisseur Uberto Pasolini mit diesem Film bietet, ist – und da ist der Originaltitel weit passender – ein Stillleben. Es sind die tristen Bilder, die sich ins Gedächtnis brennen, die ruhigen, unbewegten Momente im Leben des Mr. May, die tagtägliche Routine eines leeren Lebens, die den Film so schwermütig werden lässt.

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Who Cares? Du machst den Unterschied

"Who cares?" / "Wen interessiert’s?" - dieser Ausdruck ist im Alltag wohl eher eine Antwort als eine Frage. Eine Antwort, die Diskurs und Austausch unterbricht oder diese gar beendet. Die Formulierung drückt Indifferenz und Gleichgültigkeit aus, wird Fragestellungen entgegengeschleudert, die außerhalb des Verantwortungsgefühls der jeweiligen Person liegen.

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2014 27/08

... und bitte!: Fremde Stimmen – Die kino-zeit.de Kolumne

Was bitte macht Jack Nicholson angeblich so sexy? Oder sagen wir besser: machte, damals in den 60ern bis 80ern, als er noch jung und sexy war. Wobei sich mir eben letzteres nie erschließen wollte - bis ich dann seine Stimme gehört habe. Seine naturgegebene eigene Stimme. Nicht diejenige, die ihm die deutsche Synchron-Regie verpasst hat. Ein paar Sätze im Jack-Nicholson-original-Timbre und tatsächlich: Der Mann ist sexy! Die deutschen Synchronfassungen haben ihn seines Sexappeals beraubt! Wenn nur das diabolische Grinsen original über die Lippen kommt, die Worte jedoch nicht, dann bleibt etwas auf der Strecke. Im Falle Nicholson ist es der Sex-Appeal, auf jeden Fall ein Teil der Persönlichkeit. Dafür kommt ein anderer, unüberhörbarer Teil hinzu.

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