Cannes BLOG
Jimmy P. (Psychoanalysis of a Plains Indian)
Die Liebesgeschichte zwischen dem Kino und der Psychoanalyse ist spätestens seit Alfred Hitchcocks Spellbound, aber eigentlich schon seit den cineastischen Experimenten der Surrealisten ein fester Bestandteil des Nachdenkens in und mit Bildern. Dennoch erstaunt es schon ein wenig, dass es mit Arnaud Desplechins Jimmy P. (Psychoanalysis of a Plains Indian) eine psychologische Fallgeschichte in der Wettbewerb von Cannes geschafft hat, die auf einen weit zurückliegenden Fall zurückgreift, dessen Verbindung zu unserer Zeit man leider vergebens sucht. Und genau das ist zwar nicht der einzige, aber einer der großen Schwachpunkte des Films, der ein in jüngster Zeit wiedererwachtes Interesse an den Techniken der Psychoanalyse wie etwa in David Cronenbergs Eine dunkle Begierde fortführt. Wobei hier eher die Prominenz der Darsteller als auf die Bekanntheit der Fallgeschichte gesetzt wird.

The Congress
Fünf Jahre Zeit hat sich Ari Folman gelassen bis er seinen zweiten Langfilm hier in Cannes als Eröffnungsfilm der Quinzaine des Réalisateurs präsentiert hat. Als dann der Abspann zu The Congress lief, war eher Ruhe im Saal und viel Verwirrung. Um ehrlich zu sein ist dies einer dieser Filme, die ein schierer Rezensionsalptraum sind. Schon allein die Geschichte, die erzählt wird gut zusammenzufassen ist schwierig.

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Festival de Cannes 2013 - Videotagebuch - Tag 2
Beatrice Behn und Joachim Kurz sind für kino-zeit.de in Cannes und berichten jeden Tag über die Festivalfilme und was sonst noch so passiert.
Tag 2: L'inconnu du lac (Stranger By the Lake) von Alain Guiraudie // Le passé (The Past) von Asghar Farhadi // Miele von Valeria Golino // Tian Zhu Ding (A Touch of Sin) von Jia Zhang-Ke
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Miele
Schon wieder eine Frau mit einem Doppelleben und gleich zwei Namen: War es in Francois Ozons Jeune & Jolie, auf den ich mich offensichtlich immer wieder beziehen muss (was definitiv für ihn spricht) ein heranwachsendes Mädchen, das sich als Prostituierte verdingte, ist es im Regiedebüt der Schauspielerin Valeria Golino keine Händlerin der Lust, sondern eine des Todes, um die sich der Film dreht. Ingrid heißt die junge Frau in dem einen, dem normalen Leben, das sie führt, während sie sich in ihrem geheimen Leben als buchbarer Todesengel Miele (=Honig) nennt. Komm, süßer Tod...

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Fruitvale Station
Der Jahreswechsel 2008/2009 bildet den Mittelpunkt der Dramas Fruitvale Station von Ryan Coogler, das schon bei seiner Premiere in Sundance für einiges an Aufsehen sorgte und das nun in der Reihe Un certain regard unter anderem um den Preis als bester Debütfilm konkurriert. Der Film basiert auf wahren Ereignissen, die sich in der titelgebenden U-Bahn-Station von Oakland, Kalifornien abspielten. Originalaufnahmen von diversen Handykameras verschiedener Augenzeugen sind dann auch der Auftakt des Films.

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L'inconnu du lac
Sommernachmittage am See - davon kann man im Moment nur träumen, denn wenn es im Moment gerade nicht regnet, dann ist es in Cannes dennoch empfindlich frisch, wenn der Wind aufkommt und die Ahnung von südlicher Wärme im Nu wegbläst. Wie gut, dass es hier wenigstens einige Filme gibt, die vom Sommer erzählen: Francois Ozons Jeune & Jolie fing gestern beispielsweise so an. Und Alain Guiraudies Beitrag zur Reihe Un certain regard mit dem Titel L'inoccnu du lac spielt sogar ausschließlich während einiger Sommertage, an denen es nicht nur wegen der Temperaturen heiß hergeht.

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A Touch of Sin
1 - Ein Minenarbeiter in Norden Chinas rebelliert gegen den korrupten Minenbesitzer und seine Handlanger.
2 - Ein Wanderarbeiter kommt am chinesischen Neujahr zurück nach Hause und merkt, dass ihm seine Waffe und die Möglichkeiten, die sie ihm bietet, mehr Wert sind, als seine Familie.
3 - Eine Rezeptionistin mit gebrochenem Herzen wird von einem Kunden in der Sauna, in der sie arbeitet angegriffen und verliert die Kontrolle.
4 - Ein junger Fabrikarbeitet driftet von einem Job zum nächsten, um über die Runden zu kommen. Dabei kann er keine Rücksicht nehmen, weder auf Freunde, noch auf Familie.

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Le passé
Es ist eine Wiederbegegnung nach langer Zeit - vier Jahre sind vergangen, seitdem sich Ahmad (Ali Mosaffa) und Marie (Berenice Béjo, The Artist) getrennt haben. Sie lebt nun in Paris mit ihren Kindern von verschiedenen Männern, er ist aus Teheran zu ihr gereist, damit die längst überfällige Scheidung endlich über die Bühne gehen kann. Denn Marie-Anne hat einen neuen Freund namens Samir (Tahar Rahim) und erwartet von diesem ein Kind.

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Festival de Cannes 2013 - Videotagebuch - Tag 1
Beatrice Behn und Joachim Kurz sind für kino-zeit.de in Cannes und berichten jeden Tag über die Festivalfilme und was sonst noch so passiert.
Tag1: Jeune & Jolie von François Ozon // Heli von Amat Escalante // Fruitvale Station von Ryan Coogler // The Bling Ring von Sofia Coppola
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Heli
Zu Beginn von Amat Escalantes Film Heli gibt es eine lange Sequenz, die sich nach einer Stunde wiederholt. Wir sehen zwei Menschen auf dem Boden eines Pick-ups, beide wurden zuvor offensichtlich schwerstens misshandelt. Die Fahrt endet an einer beinahe schon absurd anmutenden Fußgängerüberführung, die ohne Sinn und Plan am Eingang eines kleines Ortes steht. Dort hinauf wird einer der geschundenen Körper gebracht, dann mit einem Seil am Hals über die Brüstung geworfen, um hoch über der Straße als Zeichen der Warnung über den Köpfen der Passanten und Vorbeifahrenden zu baumeln.

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