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16 05/01

Xavier Dolan legt sich wegen des Bildformats von "Mommy" in einem offenen Brief mit Netflix an

© CC BY-SA 3.0 Georges Biard
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Tags: Xavier Dolan, Streaming, Offener Brief, Netflix, Beschwerde, Seitenverhältnis, Bildformat
In der letzten Zeit gab es für Netflix nur Expansion: von neuen Ablegern für Länder wie Deutschland bis zu eigens produzierten und verlegten Filmen. Mit Xavier Dolan hat sich der Streamingdienst nun aber keinen Freund gemacht.

Gestern wandte sich der kanadische Regisseur in einem offenen Brief mit einer Beschwerde an Netflix UK: man beachte dort nicht das Seitenverhältnis seines Films Mommy. Die Geschichte über das schwierige Verhältnis einer alleinerziehenden Mutter zu ihrem ADHS-kranken Sohn lebt unter Anderem von einer emotional aufgeladenen Schlüsselszene, in der die Leinwand für einen Moment vom sonst vorherrschenden 1:1 auf das Breitbildformat 1.85:1 aufgezogen wird.

In der von Netflix UK gezeigten Version ist das nicht zu sehen, dort füllt der Bildkader durchgängig das komplette Videofenster aus. In seinem Brief wirft Dolan dem Streamingservice vor, diese Bearbeitung selbst vorgenommen zu haben, statt sich mit ihm oder wenigstens dem Verleih des Films abzusprechen; er beruft sich auf seine Rechte als Urheber und ruft dazu auf, das Publikum nicht zu unterschätzen: "Ihr habt diesen Film nicht gedreht. Ihr habt diesen Film nicht geschrieben. Ihr habt diesen Film nicht produziert. Also kann irgendjemand oder irgendetwas außer mir die Freiheit beanspruchen, die ihr euch für meine Arbeit genommen habt? Nein. Bis es andere Anweisungen gibt, bleibt ihr eine Plattform, die die Arbeit von Regisseuren zeigen, die euch nie für etwas Anderes als eure Streaming-Kapazitäten in Anspruch genommen haben..."

Netflix kommentierte die Auseinandersetzung mit Xavier Dolan bisher nicht. Tatsächlich ist es aber auch nicht das erste Mal, dass der Streamingdienst wegen seiner Formate-Politik in die Kritik gerät. Schon vor einigen Jahren liefen dort eigentlich auf 2.39: 1 gedrehte Filme im Format 1.78:1, um keine schwarzen Balken im Bild zu haben. Netflix entschuldigte sich damals und verwies auf falsch von den Verleihern bereitgestellte Filmversionen.

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