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16 19/01

Spike Lee & Jada Pinkett Smith rufen wegen mangelnder Diversität zum Oscar-Boykott auf

© CC BY 2.0 / Anders Krusberg
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Tags: Rassismus, Spike Lee, Minderheit, Academy Awards, Oscars 2016, Jada Pinkett Smith, Gil Robertson, Cheryl Boone Isaac, Boykott, people of color
Einmal mehr sind die Oscarnominierten diesen Jahres in den wichtigsten und populärsten Kategorien durchgängig weiß. Vereinzelt rufen Mitglieder der Branche deswegen zum Boykott der Preisverleihung auf.

Den Anfang machte am vergangenen Wochenende die Schauspielerin Jada Pinkett Smith, die auf Twitter schrieb: "Bei den Oscars sind people of color jederzeit willkommen um Preise zu vergeben oder sogar zu unterhalten. Aber nur allzu selten werden wir für unser künstlerisches Schaffen anerkannt. Sollten people of color sich deswegen vielleicht weigern überhaupt teilzunehmen?"

Am Montag nutzte nun auch Spike Lee die Gelegenheit und postete auf Instagram ein Bild zum Geburtstag von Martin Luther King, unter das er ein Statement zur aktuellen Debatte setzte. Bei allem Respekt vor seinen an der Feier teilnehmenden Freunden und Kollegen könne er es nicht akzeptieren, dass die Oscars eine so exklusiv weiße Veranstaltung seien. Lee sieht dabei ein strukturelles Problem: "Wie ich das sehe, ist die Academy nicht da, wo der 'wirkliche' Kampf stattfindet. Es sind die Büros der Hollywoodstudios und TV- und Kabelnetzwerke. Dort entscheiden die Torwächter, was gemacht wird und [was nicht]. Leute, die Wahrheit ist, wir sitzen nicht in diesen Zimmern - und solange Minderheiten nicht dort sitzen, werden die Oscarnominierten blütenweiß bleiben." Die einzig logische Konsequenz für den Filmemacher, dessen aktuelles Werk Chi-Raq keine Rolle in der bisherigen Awards Season spielte: er und seine Frau werden zu der Preisverleihung nicht erscheinen.

Es gibt aber auch Gegenstimmen in der schwarzen Community Hollywoods: Gil Robertson, der Präsident der African-American Film Critics Association plädierte für Geduld: "Ich denke, es wäre ein Fehler irgendetwas zu boykottieren. Die schwarze Community muss verstehen, dass es für jeden unabhängig von der Ethnie eine große Sache ist, für den Oscar nominiert zu werden. Unter der Führung von Cheryl Boone Isaac rückt die Academy der realen Welt immer näher. Veränderungen brauchen Zeit."

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