25.02.10
"Die große Stille" - Analyse eines Kino-Phänomens
Düsseldorf - Der Dokumentarfilm Die große Stille des Düsseldorfer Filmemachers Philip Gröning ist ein Phänomen: fast drei Stunden lang zeigt Gröning das kontemplative Leben der Mönche des französischen Klosters Grande Chartreuse, knappe drei Stunden, die nahezu ohne Worte auskommen. Dennoch wurde der Film ein Erfolg: Allein in Deutschland sahen ihn 200.000 Menschen im Kino, weltweit wurde der Film in 27 Länder verkauft, u. a. in die USA, Mexiko, Südkorea und Neuseeland. Er lief auf den Festivals in Venedig, Toronto und Sundance, wo er mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Außerdem gewann er den Europäischen Dokumentarfilmpreis, den Deutschen Kamerapreis und den Bayerischen Filmpreis.
In ihrer 80-seitigen Studie Die große Stille und der laute Markt, die Susanne Grüneklee im Auftrag der Filmstiftung NRW geschrieben hat, erforscht die Kölner Autorin die Gründe, warum der Film gegen alle Gesetze des Kinomarktes ein solch außergewöhnlicher Erfolg werden konnte. Grüneklee erzählt in ihrer Analyse detailliert die wechselhafte Entstehungsgeschichte des Films, lässt Redakteure und Marketingfachleute sowie Verleiher zu Wort kommen und untersucht den starken Widerhall, den der Film weltweit erzeugte. Es ist die spannende Geschichte eines Kinophänomens, das es eigentlich gar nicht geben dürfte:
- knapp 16 Jahre lang wartet Gröning auf die Drehgenehmigung
- das Kloster bewilligt ihm schließlich 100 Drehtage unter folgenden Bedingungen: kein künstliches Licht, kein Team, keine Musik mit Ausnahme der Mönchsgesänge
- Kameradefekte gefährden die Dreharbeiten massiv
- über 2 ½ Jahre verbringt Gröning im Schnitt seines Films
- Bei der Weltpremiere auf dem Festival in Venedig verlassen Journalisten und Kinobetreiber reihenweise das Kino, auch weil zeitgleich eine Pressekonferenz mit George Clooney stattfindet
Für Grüneklee liegt der Schlüssel für den Erfolg in der Person des Regisseurs, der gegen alle Widerstände an seinen Film geglaubt hat und nur so das Vertrauen des Ordens, der Finanziers und Partner gewinnen konnte: "Philip Gröning hat in allen Arbeitsphasen deutlich gemacht, dass er jede Modifikation um eines imaginären Publikums oder einer Quote willen ablehnt und dass Kompromisse eher zur radikalen Absage des Projektes als Ganzem führen würden. Und erfreulicherweise gibt der Erfolg ihm Recht."
"Mich hat relativ früh fasziniert, dass hier ein Projekt geplant wird, das sich an überhaupt keine Spielregeln des Kinos hält. Die Geschichte des langwierigen Entstehungsprozess - von der Idee bis zum Kinostart - jetzt noch einmal nachlesen zu können, ist mindestens so spannend wie ein guter Thriller", so Michael Schmid-Ospach, Geschäftsführer der Filmstiftung NRW.
Die Studie kann über die Filmstiftung NRW hier bezogen werden.
In ihrer 80-seitigen Studie Die große Stille und der laute Markt, die Susanne Grüneklee im Auftrag der Filmstiftung NRW geschrieben hat, erforscht die Kölner Autorin die Gründe, warum der Film gegen alle Gesetze des Kinomarktes ein solch außergewöhnlicher Erfolg werden konnte. Grüneklee erzählt in ihrer Analyse detailliert die wechselhafte Entstehungsgeschichte des Films, lässt Redakteure und Marketingfachleute sowie Verleiher zu Wort kommen und untersucht den starken Widerhall, den der Film weltweit erzeugte. Es ist die spannende Geschichte eines Kinophänomens, das es eigentlich gar nicht geben dürfte:
- knapp 16 Jahre lang wartet Gröning auf die Drehgenehmigung
- das Kloster bewilligt ihm schließlich 100 Drehtage unter folgenden Bedingungen: kein künstliches Licht, kein Team, keine Musik mit Ausnahme der Mönchsgesänge
- Kameradefekte gefährden die Dreharbeiten massiv
- über 2 ½ Jahre verbringt Gröning im Schnitt seines Films
- Bei der Weltpremiere auf dem Festival in Venedig verlassen Journalisten und Kinobetreiber reihenweise das Kino, auch weil zeitgleich eine Pressekonferenz mit George Clooney stattfindet
Für Grüneklee liegt der Schlüssel für den Erfolg in der Person des Regisseurs, der gegen alle Widerstände an seinen Film geglaubt hat und nur so das Vertrauen des Ordens, der Finanziers und Partner gewinnen konnte: "Philip Gröning hat in allen Arbeitsphasen deutlich gemacht, dass er jede Modifikation um eines imaginären Publikums oder einer Quote willen ablehnt und dass Kompromisse eher zur radikalen Absage des Projektes als Ganzem führen würden. Und erfreulicherweise gibt der Erfolg ihm Recht."
"Mich hat relativ früh fasziniert, dass hier ein Projekt geplant wird, das sich an überhaupt keine Spielregeln des Kinos hält. Die Geschichte des langwierigen Entstehungsprozess - von der Idee bis zum Kinostart - jetzt noch einmal nachlesen zu können, ist mindestens so spannend wie ein guter Thriller", so Michael Schmid-Ospach, Geschäftsführer der Filmstiftung NRW.
Die Studie kann über die Filmstiftung NRW hier bezogen werden.
MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)
Artikel zum Thema
Drehschluss für Philip Grönings "Die Frau des Polizisten"
"Die große Stille" zahlt sich aus
Philip Gröning dreht "Die Frau des Polizisten"
Stumm vor Staunen: "Die große Stille“ auf Arte
"Die große Stille" startet in den USA
"Die große Stille" gewinnt Europäischen Dokumentarfilmpreis 2006
Die große Stille (DVD)
"Die große Stille" gewinnt weitere internationale Preise
Deutscher Kamerapreis für Philip Gröning
Philip Gröning mit "Die große Stille" in Sao Paulo erfolgreich
"Gespenster" erhält Preis der deutschen Filmkritik
Dokumentarfilm "Die große Stille" auch in USA ausgezeichnet
Philip Grönings "Die große Stille" beim Sundance Filmfestival
Philip Gröning - Biographie und Filmographie
Die große Stille
L’Amour (DVD)










