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Quelle: AG Kino
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Die sexuelle Wir-AG
In den Neunzigern galt Kevin Smith nach den Erfolgen von Clerks - Die Ladenhüter (1994), Chasing Amy (1997) und Dogma (1999) und als eine der großen Hoffnungen des US-Independent-Films. Doch der ehemals makellose Ruf als notorischer Querkopf hat in den letzten Jahren ein wenig gelitten. Der nach fünfjähriger Pause gedrehte Jersey Girl (2004) und Clerks 2 - Die Abhänger (2006) konnten beide nicht an die früheren Erfolge anknüpfen. Und trotzdem ist ihm seine Fangemeinde bislang weitgehend treu geblieben. Nun hat Smith mit Zack and Miri Make a Porno einen neuen Film vorgelegt und spielt auch hier mit Themen und Motiven seiner zu Kultfilmen avancierten ersten Werke: Slackertum, ausufernde und gerne mal alberne Dialoge sowie Anzüglichkeiten und die Fallstricke emotionaler Verwicklungen, garniert mit schrägen Einfällen und kauzigem Humor.
Die beiden Titelhelden, der vollbärtige Teddybär Zack (Steh Rogers), der wie eine jüngere Ausgabe des Regisseurs selbst anmutet und Miriam (Elizabeth Banks), die jeder nur Miri nennt sind seit Ewigkeiten miteinander befreundet und teilen sich eine Wohnung, ohne deshalb ein Paar zu sein. Dabei hegen sie durchaus zärtliche Gefühle füreinander, was aber keiner der beiden jemals zugeben würde. Als die beiden wieder einmal chronisch pleite sind und schließlich sogar das Wasser abgestellt wird, verfallen sie – zunächst ohne Hintergedanken – auf die Idee, die klamme finanzielle Lage durch den Dreh eines Amateurpornos zu beheben. Man ahnt schnell, dass das das freundschaftliche Verhältnis zwischen Zack und Miri auf eine harte Probe stellt....
Wer sich aufgrund des Titels tiefergehende Einblicke in die menschliche Anatomie erwartet, der kann getrost auf einen Besuch des Kinos verzichten. Denn Kevin Smith siedelt die Schlüpfrigkeiten, die der Titel impliziert, vor allem auf der oralen – Verzeihung, der verbalen – Ebene an. Weshalb die FSK-16-Einstufung schon ein wenig verwundern muss. Die Jugendlichen von Heute dürften mit Sicherheit schlimmeres, sprich Versauteres gewohnt sein. Das Bedauerliche an der sittenstrengen Einstufung: Smiths manchmal ziemlich pubertärer Humor dürfte vor allem Heranwachsende ansprechen. Und somit geht dem Film ein nicht unerheblicher Teil seiner Zielgruppe verloren. Ob die Smith-Afficionados diesen Verlust werden ausgleichen können, steht in den Sternen.
Ein wenig erinnert die Amateur-Filmcrew von Zack and Miri Make a Porno ja an Michael Gondrys fröhliche Dilettanten aus Abgedreht / Be Kind Rewind. Doch während der Franzose in seine verrückte Komödie immer wieder auch melancholische Untertöne einzuflechten versteht, scheut Smith jeglichen Ernst wie der Teufel das Weihwasser. Statt sich neben allen Witzchen und Pannen auch den problematischeren Aspekten des Themas Perspektivlosigkeit zu widmen, jagt der Film – zugegebenermaßen meist recht kurzweilig – von Pointe zu Pointe, von Kalauer zu Kalauer und steuert zielsicher auf das recht absehbare Happy End zu, an dessen Ende sich die beiden Liebenden allen Widrigkeiten und Schlüpfrigkeiten zum Trotz doch noch kriegen.
Auch wenn der Titel des Films Anderes verspricht: Im Grunde ist Zack and Miri Make a Porno eine nur scheinbar versaute, in Wirklichkeit aber recht konventionelle RomCom, bei der die für Smith typische Handschrift ein wenig verloren gegangen ist. Was vielleicht auch daran liegt, dass die Kunst des schnoddrigen Erzählens mittlerweile von etlichen Regisseuren um zahlreiche Nuancen verfeinert wurde. Der Regie-Antiheld aus den Neunzigern hingegen scheint sich immer noch auf den gleichen Pfaden zu bewegen wie damals. Aber vielleicht ist das ja genau, was seine Fans von ihm erwarten.
(Paul Collmar)
Die beiden Titelhelden, der vollbärtige Teddybär Zack (Steh Rogers), der wie eine jüngere Ausgabe des Regisseurs selbst anmutet und Miriam (Elizabeth Banks), die jeder nur Miri nennt sind seit Ewigkeiten miteinander befreundet und teilen sich eine Wohnung, ohne deshalb ein Paar zu sein. Dabei hegen sie durchaus zärtliche Gefühle füreinander, was aber keiner der beiden jemals zugeben würde. Als die beiden wieder einmal chronisch pleite sind und schließlich sogar das Wasser abgestellt wird, verfallen sie – zunächst ohne Hintergedanken – auf die Idee, die klamme finanzielle Lage durch den Dreh eines Amateurpornos zu beheben. Man ahnt schnell, dass das das freundschaftliche Verhältnis zwischen Zack und Miri auf eine harte Probe stellt....
Wer sich aufgrund des Titels tiefergehende Einblicke in die menschliche Anatomie erwartet, der kann getrost auf einen Besuch des Kinos verzichten. Denn Kevin Smith siedelt die Schlüpfrigkeiten, die der Titel impliziert, vor allem auf der oralen – Verzeihung, der verbalen – Ebene an. Weshalb die FSK-16-Einstufung schon ein wenig verwundern muss. Die Jugendlichen von Heute dürften mit Sicherheit schlimmeres, sprich Versauteres gewohnt sein. Das Bedauerliche an der sittenstrengen Einstufung: Smiths manchmal ziemlich pubertärer Humor dürfte vor allem Heranwachsende ansprechen. Und somit geht dem Film ein nicht unerheblicher Teil seiner Zielgruppe verloren. Ob die Smith-Afficionados diesen Verlust werden ausgleichen können, steht in den Sternen.
Ein wenig erinnert die Amateur-Filmcrew von Zack and Miri Make a Porno ja an Michael Gondrys fröhliche Dilettanten aus Abgedreht / Be Kind Rewind. Doch während der Franzose in seine verrückte Komödie immer wieder auch melancholische Untertöne einzuflechten versteht, scheut Smith jeglichen Ernst wie der Teufel das Weihwasser. Statt sich neben allen Witzchen und Pannen auch den problematischeren Aspekten des Themas Perspektivlosigkeit zu widmen, jagt der Film – zugegebenermaßen meist recht kurzweilig – von Pointe zu Pointe, von Kalauer zu Kalauer und steuert zielsicher auf das recht absehbare Happy End zu, an dessen Ende sich die beiden Liebenden allen Widrigkeiten und Schlüpfrigkeiten zum Trotz doch noch kriegen.
Auch wenn der Titel des Films Anderes verspricht: Im Grunde ist Zack and Miri Make a Porno eine nur scheinbar versaute, in Wirklichkeit aber recht konventionelle RomCom, bei der die für Smith typische Handschrift ein wenig verloren gegangen ist. Was vielleicht auch daran liegt, dass die Kunst des schnoddrigen Erzählens mittlerweile von etlichen Regisseuren um zahlreiche Nuancen verfeinert wurde. Der Regie-Antiheld aus den Neunzigern hingegen scheint sich immer noch auf den gleichen Pfaden zu bewegen wie damals. Aber vielleicht ist das ja genau, was seine Fans von ihm erwarten.
(Paul Collmar)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Zack and Miri Make a Porno
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
2008
Länge:
102 (Min.)
Verleih:
Senator Filmverleih
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
13.08.2009
CAST & CREW
Regie:
Kevin Smith
Drehbuch:
Kevin Smith
Kamera:
David Klein
Schnitt:
Kevin Smith
Musik:
James L. Venable, Chris Ward
Hauptdarsteller:
Jason Mewes, Seth Rogen, Elizabeth Banks, Traci Lords, Jennifer Schwalbach Smith
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: Martin am: 07.08.09
"Der Regie-Antiheld aus den Neunzigern hingegen scheint sich immer noch auf den gleichen Pfaden zu bewegen wie damals. Aber vielleicht ist das ja genau, was seine Fans von ihm erwarten."
Ja, Smith wandelt auf den gleichen Pfaden wie damals, und das ist gut so. "Zack and Miri" ist eine lustige, kurzweilige Komödie, die mehr Gags beinhaltet als manch Comedy-Blockbuster. Ich habe mich in der Sneak köstlich amüsiert und bin gut gelaunt zuhause angekommen. Ansehen lohnt sich auf jeden Fall.













