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Nachtzug nach Lissabon - Trailer

Meinungen
5

478 Bewertungen

Nachtzug nach Lissabon - Trailer 2

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TRAILER & CLIPS ZU "Nachtzug nach Lissabon"

Eine gute Geschichte macht noch keinen guten Film. Selten war diese Wahrheit so zutreffend wie im Fall von "Nachtzug nach Lissabon". Das Potential der Romanvorlage von Pascal Mercier weiß Regisseur Bille August leider kaum zu nutzen und liefert stattdessen eine Verfilmung ab, die auf ihrem Tiefpunkt gar unfreiwillige Komik entfaltet.

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(Anzeige: 5 von insgesamt 5)
Von: susa pirelli am: 20.10.13
Einfach enttäuschend! Da das Buch eines meiner Lieblingsbücher ist, vergleiche ich natürlich die Romanvorlage und das Produkt Film. Sicherlich ist es immer schwierig, die Dichte und Tiefe sehr anspruchsvoller Bücher ins Filmische zu transportieren. Aber, dass einer Crew bei dem Transport beinah alles an Inhalt verloren geht, ist wirklich sehr bedauerlich, wenn nicht zu sagen peinlich. An dem Hauptdarsteller (und einigen seiner MitstreiterInnen) lag der Fehler auf jeden Fall nicht. Ich denke, die Filmhersteller hätten sich ein einfacheres Buch zum Verfilmen wählen sollen. Nicht jeder kann ein Genie sein.
Von: Holger Grahmann am: 10.04.13
Um es gleich vorwegzuschicken: ich kenne die literarische Vorlage nicht, konnte also ganz unbelastet an den Film herangehen und ich muß leider sagen, daß er mich nicht vom Hocker gerissen hat. Nach einer recht vielversprechenden Viertelstunde, die noch in der Schweiz spielte, versackte der Film auf merkwürdige Weise. So dramatisch die Ereignisse auch sein mögen, so flach und unbeteiligt bleibt die filmische Entsprechung. Der Film vermag es nicht, Interesse an seinen Figuren zu wecken, er bleibt vielmehr unbeteiligt und seicht. Schade!
Von: Denk mal am: 09.04.13
Erstaunlich, wie dieser Film in den Kritiken zerrissen wird. Man fragt sich nach den hintergründigen Ursachen. Kaum einer Literaturverfilmung gelingt die identische Wirkung in der perzipierenden Vorstellung. Diesen Film am philosophischen Potential des Buches zu messen, tut ihm Unrecht, weil er eben kein Buch sein will sondern Film. Dass ihm auch die eine oder andere Szene misslang, macht ihn nicht zum schlechten Film. Er ist auf jeden Fall sehenswert, nicht zuletzt wegen der schauspielerischen Leistungen - insbesondere des Hauptdarstellers.
Von: Ota Tanaka am: 07.03.13
Thema verfehlt, würde ich sagen ! Oder war weniger eine Filmkritik gemeint als vielmehr eine Kritik der (von wem postulierten?) "Werktreue" gegenüber der Romanvorlage ? Aber auch Romane sind interpretationsbedürftig ! Dementsprechend sind auch hinsichtlich der Werktreue höchst unterschiedliche Kritiken möglich. "www.kino-zeit.de" ist m.W. in erster Linie eine Film-Website und keine Literatur-Website. Daher kann ich erfreulicherweise der Rezensentin nur teilweise Recht geben, - im Hinblick auf das Potential der Vorlage aber auch des Drehbuchs, - im Hinblick auf das Pathos - und auch im Hinblick auf die für aufmerksame Betrachter offensichtlichen methodischen Fehler. Das Weinglas war da nur einer unter etlichen. Legte man das aber einer Kritik ernsthaft zu Grunde, bestünde selbst kaum eine der sog. "Filmikonen" mit Bravour - mit Recht, wie ich finde! Aber darüber versuche ich hinweg zu blicken, weil es als eher formalistisches Kriterium hinter Wichtigerem wie Dramaturgie, Schnitt, Lichtführung etc. zurückstehen sollte. Das Pathos des Films hebt diesen immerhin einigermaßen wohltuend von etlichen hochgelobten Verfilmungen ab, die drohendes Pathos mit Klamauk, oberflächlichen Dialogen und hohler "action" umschiffen. Und ich bin beileibe kein Genießer von Pathos, aber durchaus von längeren Dialogen, die gerne auch einen komplizierten Satzbau aufweisen dürfen. Die gesprochenen Passagen waren mir und meiner Begleiterin keineswegs zu lang, um sie inhaltlich zu erfassen ! Hat da etwa die deutsche Synchronisation etliche Schwächen der Originalfassung behoben ? Nicht unmöglich. Die durchaus notwendige Konzentration trübt dabei keineswegs den Genuß, sondern steigert ihn ! Wer solchen Dialogen nicht folgen kann/will, sollte dann doch lieber Kurzweiliges genießen. Diesem Trend schon lange folgend stellt Hollywood viel Unterhaltsames zur Verfügung. Gepackt hat mich und meine Begleiterin der Film in weiten Strecken durchaus. Unsere Blicke wurden dabei nicht getrübt durch vorherige Lektüre des Romans, dessen Qualität ich überhaupt nicht kenne. Lust, die Roman-Originalfassung doch mal zu lesen, bekam ich dennoch. Auf Romanen basierende, oder von ihnen ausgehende Filme sollte man m.E. nicht daran messen, wir weit sie sich vom "Vorbild" entfernen, sondern daran, wie/ob sie als Film überzeugen - zumal eine Entfernung von Original durchaus auch positiv sein kann sogar unabhängig von der Qualität des Romans. Zumindest mein Blick wurde auch nicht getrübt durch Bartolomeus mögliche Ähnlichkeit mit einem "Saruman", da ich bisher die Verfilmung des "Herrn der Ringe" zugunsten wichtigerer Filme immer wieder verschoben habe. Der Bartolomeu des Films erschien mir ziemlich gelungen, zumal er mich an Geistliche aus dem faschistischen Spanien und Italien erinnerte. Daß Amadeu de Prado so aalglatt agiert und posiert, wie er aussieht, erschien uns nicht unglaubwürdig, skizziert er damit doch nachvollziehbar den naiven behüteten rollenkonformen Sprößling aus "gutem Hause". Ob das völlig der Romanvorlage entspricht, ist m.E. belanglos, solange der Film nicht ausdrücklich als (werkgetreue) Verfilmung des Romans produziert wurde. Daß die Beziehungen der Charaktere oberflächlich blieben, finde ich auch. Na und..? So ist das Leben ! Ein in verwirrender Vergangenheit Suchender hat wohl kaum die Muße, sich nachhaltig um Intensivierung seiner Beziehungen zu kümmern. Zudem könnte man gerade die Oberflächlichkeit der gezeigten Beziehungen als Metapher verstehen für die Vergeblichkeit, mehr als Zwielicht in die Vergangenheit zu bringen und mehr als Bruchstücke hervorzugraben. Und gerade darum scheint es mir in dem Film zu gehen: Die Vergeblichkeit, ein kristallklares und lückenloses Bild des meist verdrängten Geschehens in Portugal unter Salazars Diktatur zu gewinnen. Und genau dazu paßt als Ergänzung ggf. zur Vermeidung einer zu klischeehaften Simplifizierung, daß am Rande schließlich doch noch Herkunft und Motiv der "Unbekannten" gelüftet werden. Zu seltsam und geradezu unglaubwürdig / lebensfremd wäre außerdem gewesen, Gregorius nicht auch diese die Geschichte auslösende Person suchen zu lassen. Daß dadurch ein Fragezeichen weniger im Kopf verbleibt, ist vielleicht schade aber verkraftbar. Fragezeichen gibt's dann immer noch genug ! Die Frage nach der "Not" einer Kommentatorin ("Das ist überhaupt nicht nötig") halte ich für unangebracht angesichts eines pathetischen und (im womöglich sogar positiven Sinne) langatmigen Films, der auf verschiedenen Ebenen abläuft. Hier sind Abschweifung und gedankliche Sackgassen Programm ! Es geht eben nicht um karge und lakonische Filme à la Jarmusch oder Kaurismäki, die ich ansonsten durchaus bevorzuge. Die Besetzung fanden wir beide ziemlich gelungen. Einschränkend sei allerdings darauf hingewiesen, daß wir den Film mangels Alternativen in deutscher Synchronisation sahen. Sämtliche von der Rezensentin beschriebenen Probleme im Zusammenhang mit der sprachlichen Gestaltung des Films traten daher nicht auf. Unabhängig davon erscheint es mir (freundlich ausgedrückt) ziemlich gewagt, von einer "babylonischen Sprachverwirrung" zu schreiben, wenn nur eine Sprache gesprochen wird, die offenbar von allen im Film und wohl auch vom Publikum verstanden wird. Es findet also erfolgreich Kommunikation statt - weit weg von Babylon. Diese wurde wohl kaum durch seltsame Akzente beeinträchtigt. Womöglich lenken letztere durch deren (wahrscheinlich) unfreiwillige Komik die/den Unkonzentrierte/n aber vom eigentlichen Inhalt des Gesprochenen zu sehr ab. Natürlich hätte ich eine Version bevorzugt, in der die authentischen Sprachen des jeweiligen Ortes des Geschehens bzw. der Akteur/innen gesprochen werden, also jeweils (Schwitzer-)Deutsch und Portugiesisch, womit sich mancher Zuschauer schon eher in Richtung Babylon versetzen ließe. Das gilt aber generell für alle Filme, die synchronisiert wurden und taugt sicher nicht zur speziellen Kritik an diesem Film. Fazit: Die deutsche Fassung des Films finde ich mindestens sehenswert, im Großen und Ganzen durchaus gelungen . Und zwar als Film unabhängig von einer wie auch immer gearteten Vorlage ! Denn darum geht's hier.
Von: wignanek-hp am: 14.02.13
Leider muss ich der Rezensentin Recht geben. Packen tut der Film nicht, ganz anders als der Roman, der in weiten Strecken in den Bann schlägt. Die Beziehungen der Charaktere bleiben sehr stark an der Oberfläche. Man lässt ihnen keine Zeit der Entwicklung. Was mich am meisten ärgert, ist jedoch, dass die Macher es für nötig halten, Bezüge herzustellen, die im Roman nicht vorhanden sind, so z.B. über die Herkunft der Portugiesin, die Gregorius vor dem Selbstmord rettet. Warum eigentlich? Das ist überhaupt nicht nötig. Als würde der Zuschauer nachts nicht mehr ruhig schlafen, wenn ein Fakt in der Schwebe bleibt. Diese Art von Schlaflosigkeit hat er sich dann aber schon bei der Lektüre des Romanes eingehandelt.