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Das weiße Band - Trailer 2
Das weiße Band - Trailer
Auf den ersten Blick sieht es beinahe so aus, als seien hier alte Bilder und Postkarten aus der Vergangenheit, die wir allzu erinnerungsselig gerne als "die gute alte Zeit" bezeichnen, zu neuem Leben erwacht. Die in Schwarzweiß mit Sepiatönen fotografierten Bilder (beeindruckend gefilmt vom Christian Berger), mit denen Michael Haneke von einem kleinen Dorf in Norddeutschland in den Jahren 1913 und 1914 erzählt, wirken beinahe ebenso idyllisch wie der trügerische Subtitel "Eine deutsche Kindergeschichte". Doch wer Haneke kennt, der weiß, dass Nostalgie und Verklärungen nicht seine Sache sind.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Das weiße Band
Produktionsland:
Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich
Produktionsjahr:
2009
Länge:
145 (Min.)
Verleih:
X-Verleih
ISBN:
5051890013224
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
15.10.2009
CAST & CREW
Regie:
Michael Haneke
Drehbuch:
Michael Haneke
Kamera:
Christian Berger
Schnitt:
Monika Willi
Hauptdarsteller:
Josef Bierbichler, Burghart Klaußner, Susanne Lothar, Ulrich Tukur, Wolfgang Böck
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 5 von insgesamt 16)
Von: Manstruator am: 08.03.10
Der Film wirkt außerordentlich subtil aufs Gemüt. Eine ausweglose Landszenerie wird gezeigt. Aus diesem sozialen Kontext kann hier Niemand entrinnen. Alltags-Szenen zeigen zum Teil berührend abstoßenden Zwang im Einzelfall, der Zuschauer wird so mit eigenem Erleben konfrontiert. Und wenn er solche Szenen als opfer oder Täter nicht kennt, dann zeigen ihm diese Momente, was wirklich geschieht, wenn er im wahren Leben sonst wegschaut.
Das Dorfdrama ist eine Mahnung, den Mitmenschen Respekt zu zollen. Durch den Missbrauch von Macht werden Biografien unglücklich beeinflusst oder zerstört, Unterwürfigkeit oder Sadismus der Boden bereitet.
Schläge, Körperverletzung, Zucht und Ordnung wie gezeigt, wecken Gedanken an gewisse Klosterschulen, Verhörmethoden bei der GESTAPO oder Farbige, die sich dank Waffengewalt nackt dem polizeilichen Sadismus in sachsen-anhaltinischen Zellen unterwerfen dürfen.
Mir fallen da auch dem Volke verordnete Nacktscanner in den Sinn. Bisher durften Sicherheitsbeamte von Hand zufassen, wie es ihnen beliebte, nun soll eine Peepshow veranstaltet werden. Nur eben nicht für Pater. Gleichheitsgrundsatz? Achtung vor der Menschenwürde?
Ich denke weiterhin an die Prügelstrafe im Kaiserreich, im dritten Reich und auch an Schulen nach dieser Zeit, an waterboarding, an gewisse Gefängnisse im IRAK, an misshandelte Frauen, die türkische Gefängnisse trotzdem überlebt haben, an Gefangene, die in deutschen Polizeirevieren im 21. Jahrhundert aus Versehen verbrennen. Achtung vor der Menschenwürde?
So bin ich froh, dass zu "diffiziler Gewalt", also einer eher unangenehmen Sache, die es schon immer gab, in Deutschland überhaupt eine Diskussion geführt wird.
Neuerdings bemerken wir sexuell belästigte Jugendliche in Klöstern und führen eine Diskussion zu Gewalt in dieser Gesellschaft.
Die Presse heizt das Thema so an, als ob Voyeurismus oder die Betatscherei von Frischfleisch an Heimen, Internaten, Zeltlagern, Gefängnissen usw.
nicht zum Leben dazugehört, sondern gerade erst erfunden worden wäre, so gewissermaßen als Nachtrag zur Hexenverbrennung.
Und außerdem - um Mißbrauch in dem landläufigen Sinne - wie bei Vergewaltigungen - geht es hier nicht einmal.
Aber die Diskussion bezieht neuerdings auch die lang anhaltenden Schäden an der Psyche mit ein, wenn wie in solchen oder vergleichbaren Fällen der Wille gebrochen wird. Niemand weiß genau, wieviele gebrochene Menschen wegen solcher früh im Leben stattfindender Ereignisse oder Zwänge unter uns weilen. Sprechen wir darüber.
Von: hb am: 07.03.10
beklemmender film, bedr... Mehr anzeigenückend und einem die luft abschnürend. eine starre welt, starre menschen, starre kleidung - gefangen in lieblosigkeit, einer berührungsfeindlichen verschlossenheit, einer ausweglosen wirtschaftlichen existenz. weit und breit keine offenheit mehr, kein raum, kein platz für individuelles, kein lachen, keine farben, kein freiraum in egal welcher richtung. und ganz gemäß dem gesetz von ursache und wirkung entwickelt sich allmählich ein unterschwelliger alptraum, der nicht gesehen werden will, aber ohne jede vordergründige deutungsabsicht um so deutlicher macht, auf welchem boden eine halbe generation gewachsen ist, wie groß die sehnsucht nach alternativen zwangsläufig gewesen sein muss. definitiv kein gemütlicher kinoabend, sondern bilder, blicke, die sich in ihrer verzweifelten ausweglosigkeit einbrennen und einen vermutlich lange nicht mehr loslassen werden.
Von: Astrid am: 11.01.10
Zu dem Satz "Der Film wird als deutscher Beitrag ins Rennen gehen" ist interessant, dass Haneke ja ein österreichischer Regisseur und Drehbuchautor ist (vollständig dort aufgewachsen und studiert hat), der Film aber von einer Berliner Firma produziert wurde. Die Oscar-Regelungen sind sehr weit definiert, so kann ein Film durchaus nicht nur für ein Land ins Rennen gehen. In Österreich war man jedenfalls trotz Freude über Hanekes Erfolg enttäuscht, dass "Das weiße Band" als deutscher Film eingereicht wurde. Ich finde, Hanekes Werk ist in erster Linie ein künstlerisches und kein Unterhaltungsprogramm - was sich wohl die Leute erwartet hatten, die im Nachhinein dann von einem langweiligen/-atmigen Film u.Ä. sprechen. Hanekes Werk ist bestimmt nicht angenehm oder schön anzusehen - doch das muss, und will es ja auch nicht! Haneke ist ein Mensch, der der Welt wirklich etwas zu sagen hat - und das kann durchaus auch abgrundtiefe und schreckliche Gefühle hervorrufen. Wenn man bereit und stabil genug ist, einem zuzuhören, der etwas Unschönes und Unverschöntes zu erzählen hat, wird man einen bedeutenden Film erleben.
Von: Peter G. am: 05.01.10
Ein faszinierender Film, das Erlebnis war so beindruckend, weil er so authentisch in Szene gesetzt wurde; da stimmte wirklich jedwedes auch noch so kleine Detail. Das ist sicher einer der bedeutendsten Filme, der in den letzten jahren in deutschen Landen hervor gebracht wurde, bravo!
Von: Yvonne K. am: 16.12.09
ich habe selten einen so langweiligen film gesehen! viel zu langatmig und irgendwie bleibt vieles im unklaren. besonders das ende hat mich enttäuscht. daraus hätte man eine 30-minütige doku machen können. das hätte vollkommen ausgereicht. die 2 1/2 std. kamen mir doppelt so lang vor. ich war sehr erleichtert als der film endlich vorbei war.
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