• Home
  • Filme
  • The Choice - Bis zum letzten Tag
Zurück zur Übersicht

The Choice - Bis zum letzten Tag

Meinungen
0

4 Sterne aus 3 Bewertungen

Originaltitel: The Choice
Kinostart: 10.03.2016
FSK: 6
Genre: Drama, Romanze
Tags: Ehe, Unfall, Nachbarin, Nicholas Sparks, Verliebtheit

Schöne Landschaft, peinliche Menschen

Der Schriftsteller Nicholas Sparks fungiert bei der Verfilmung seiner Romane gerne als Produzent und sorgt so dafür, dass sie die heile Welt seiner Bücher adäquat wiedergeben. Die Reinheit der Herzen, die ewige Treue, nach der dem zentralen Liebespaar zumute ist, der Glaube an den Himmel, an konservative Werte gehören dazu und auch ein muskulöser, geradliniger männlicher Hauptcharakter.

Im Grunde sind diese ultraromantischen Liebesgeschichten ja gerade deswegen so ergreifend, weil sie einfach und altmodisch gestrickt sind und ihre männlichen Helden irgendwie auch von Bruce Springsteen erfunden sein könnten: "... if you're looking for love, Honey I'm tougher than the rest". Die Liebe wird schwer geprüft, meistens durch Schicksalsschläge – aber auf die schwelgerischen, im Abendlicht aufgenommenen Bilder in schöner Landschaft ist stets Verlass. Kennt man einen dieser Filme, kennt man sie alle – beinahe. Denn inhaltliche Modulationen und das Geschick des Regisseurs lassen die einzelnen Werke unterschiedlich reizvoll geraten. In The Best of me – Mein Weg zu Dir zum Beispiel gab das prekäre Milieu, aus dem sich der männliche Protagonist zu befreien versuchte, der Geschichte eine besondere Spannung. Auch The Choice – Bis zum letzten Tag weicht ein wenig von der Grundlinie ab, indem sein Held Travis (Benjamin Walker) nicht einsilbig, sondern witzig und schlagfertig ist, und das Leben von der schönen Seite nimmt. Dennoch ist der von Regisseur Ross Katz inszenierte Film leider langweilig und blutleer.

Travis arbeitet im Südosten der USA als Tierarzt in der Praxis seines Vaters (Tom Wilkinson) und bewohnt ein idyllisch an der Küste gelegenes Haus mit Garten. Seine Nachbarin, die Medizinstudentin Gabby (Teresa Palmer), ist mit dem Krankenhaus-Arzt Ryan (Tom Welling) befreundet. Von Anfang an führen Travis und Gabby disharmonische Gespräche – zum Beispiel über die Frage, ob Travis' Hund Gabbys Vierbeiner geschwängert hat –, aber natürlich funkt es zwischen beiden gewaltig. Ryan und Gabbys Rivalin, die mehr eine Gespielin war, sind rasch aus dem Feld geschlagen; es wird geheiratet, Kinder kommen, dann folgt der schwere Unfall. Kann die Liebe die Regeln der Natur zu ihren Gunsten abändern? Schon früh gibt eine unscheinbare Schlüsselszene die Richtung vor, an der sich die Geister des Publikums vermutlich scheiden. Travis mag noch so cool sein, in der Praxis hat er die Ethik seines Vaters zu befolgen: Um die Gefühle eines kleinen Mädchens zu schonen, ersetzt der Senior dessen tote Eidechse heimlich durch ein anderes Exemplar und schickt Travis vor, um die Heilung zu verkünden. Der menschliche Faktor, Fürsorge und Liebe müssen sich eben in die Bresche werfen, wenn die Lage aussichtslos erscheint. Das gilt auch später, als Travis vor der Entscheidung steht, ob er seine Gabby vom Beatmungsgerät nehmen lassen soll.

Nicht nur die simplen Gewissheiten lassen die Geschichte eindimensional wirken, sondern auch die platte Figurenzeichnung. Der stattliche Benjamin Walker, der schon in Ron Howards Im Herzen der See einen Schnösel spielte, macht sich gut als flapsiger Sonnyboy, aber leider verlangt ihm die Inszenierung dann ziemlich abrupt auch tiefe Ernsthaftigkeit ab. Will er Gabby die Dringlichkeit eines Anliegens vermitteln, nimmt er ihr Gesicht also gerne theatralisch in die Hände. Teresa Palmers Aufgabe beschränkt sich weitgehend darauf, sich mit großen Augen entzücken zu lassen.

Travis und Gabby sitzen schon in jungen Jahren Abend für Abend vor dem Haus im Garten und schauen auf das Wasser. Sie altern augenscheinlich nicht, obwohl im Film Jahre vergehen. In ihrem Leben würde ohne den Unfall immerwährendes Wohlgefühl herrschen. Die visuelle Gestaltung schöpft in diesem entspannten Ambiente aus dem Vollen und veredelt es zur perfekten Romantikkulisse. Aber schöne Menschen in schöner Landschaft können auf Dauer ziemlich peinlich wirken.

(Bianka Piringer)

Daten & Fakten

Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2016
Länge: 111 (Min.)
Verleih: Wild Bunch
Kinostart: 10.03.2016

Cast & Crew

Regie: Ross Katz
Drehbuch: Bryan Sipe
Kamera: Alar Kivilo
Schnitt: Joe Klotz, Lucy Donaldson
Musik: Marcelo Zarvos
Hauptdarsteller: Teresa Palmer, Maggie Grace, Alexandra Daddario, Benjamin Walker, Tom Welling

MEINUNGEN

Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)

Partner

  • Deutsche Film- und Medienbewertung
  • Arthaus Filme
  • Filmförderung Baden-Württemberg
  • Filmfest München