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Quelle: AG Kino
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Die dunkel-lustige Seite Berlins
Schrill, rotzig und anders, so präsentiert sich Oliver Rihs' Anarcho-Komödienklamauk Schwarze Schafe, der auf einigen Festivals wie Edinburgh, Solothurn und Hof bereits für einigen Wirbel gesorgt hatte. In sechs Episoden geht es unter anderem um den smarten, aber finanziell klammen Boris (Marc Hosemann), der gerade eben seiner Traumfrau begegnet ist, um Ali, Birol und Halil (Eralp Üzun, Oktay Özdemir, Richard Hanschmann), die um jeden Preis Sex haben wollen, am besten sofort, um die Fremdenführerin Charlotte (Julia Böwe) und ihren dauerbetrunkenen Künstlerfreund Peter (Milan Peschel), um Fred (Kirk Kirchberger) und Arnold (Daniel Zillmann), die sich nach Kräften bemühen, richtig fiese Satanisten zu werden und um die beiden Pseudo-Revolutionäre Brselin (Robert Stadlober) und Julian (Tom Schilling).
Eine Komödie über Drogen, Sex und Arbeitslosigkeit – das klingt zunächst ziemlich viel versprechend. "Das Las Vergas der Subkulturen", so nennt Oliver Rihs Berlin, wo der Schweizer Regisseur seit 1999 lebt und arbeitet. Fasziniert von der Vielfalt der deutschen Hauptstadt hat Rihs über Jahre hinweg Geschichten aus den Zeitungen gesammelt, die seiner Meinung nach typisch für Berlin sind: "Ich verliebte mich in ihre Schmuddeligkeit, ihre Faulheit, ihre Rotzigkeit, ihre Hässlichkeit ... in all das, was halt eine harmonische Liebesbeziehung letztendlich ausmacht", so bekennt der Filmemacher in einem Interview im Presseheft zu seinem anarchischen Stadtporträt, und genau das sieht man seinem Film auch an, ebenso wie die finanziellen Einschränkungen, denen Schwarze Schafe unterworfen war. Um sich nicht einschränken zu lassen, verzichteten Rihs und sein Kameramann und Produzent Olivier Kolb von vornherein darauf, Fördergelder zu beantragen, die eine Menge Kompromisse bedeutet hätten und setzten stattdessen auf anarchistischen Geist, den der Film dann – je nach Sichtweise- auch im Übermaß besitzt.
Der Film ist trashig, derb und voll absurdem Humor der drastischen Sorte, der auch mal auf Bereiche unterhalb der Gürtellinie abzielt – Provokation als Programm eben. Bei den Solothurner Filmtagen war das Publikum begeistert und tobte ob der dargestellten Absurditäten, und man weiß nicht so recht, ob das nun ein Lob für die Filmemacher oder ein Armutszeugnis für das Publikum ist. Ohne Zweifel gibt es einige gelungene Szenen, doch die Dauerprovokation mit jeder Menge Fäkalien und anderen Körpersekreten sowie weiteren gewollten und gesuchten Tabubrüchen wirkt dann etwas ermüdend und manchmal so spaßig wie misslungene Abiturientenstreiche. Wer eher feinsinnige und ein wenig durchdachte Filme bevorzugt, dem sei von diesem Werk jedenfalls dringend abgeraten.
(Joachim Kurz)
Eine Komödie über Drogen, Sex und Arbeitslosigkeit – das klingt zunächst ziemlich viel versprechend. "Das Las Vergas der Subkulturen", so nennt Oliver Rihs Berlin, wo der Schweizer Regisseur seit 1999 lebt und arbeitet. Fasziniert von der Vielfalt der deutschen Hauptstadt hat Rihs über Jahre hinweg Geschichten aus den Zeitungen gesammelt, die seiner Meinung nach typisch für Berlin sind: "Ich verliebte mich in ihre Schmuddeligkeit, ihre Faulheit, ihre Rotzigkeit, ihre Hässlichkeit ... in all das, was halt eine harmonische Liebesbeziehung letztendlich ausmacht", so bekennt der Filmemacher in einem Interview im Presseheft zu seinem anarchischen Stadtporträt, und genau das sieht man seinem Film auch an, ebenso wie die finanziellen Einschränkungen, denen Schwarze Schafe unterworfen war. Um sich nicht einschränken zu lassen, verzichteten Rihs und sein Kameramann und Produzent Olivier Kolb von vornherein darauf, Fördergelder zu beantragen, die eine Menge Kompromisse bedeutet hätten und setzten stattdessen auf anarchistischen Geist, den der Film dann – je nach Sichtweise- auch im Übermaß besitzt.
Der Film ist trashig, derb und voll absurdem Humor der drastischen Sorte, der auch mal auf Bereiche unterhalb der Gürtellinie abzielt – Provokation als Programm eben. Bei den Solothurner Filmtagen war das Publikum begeistert und tobte ob der dargestellten Absurditäten, und man weiß nicht so recht, ob das nun ein Lob für die Filmemacher oder ein Armutszeugnis für das Publikum ist. Ohne Zweifel gibt es einige gelungene Szenen, doch die Dauerprovokation mit jeder Menge Fäkalien und anderen Körpersekreten sowie weiteren gewollten und gesuchten Tabubrüchen wirkt dann etwas ermüdend und manchmal so spaßig wie misslungene Abiturientenstreiche. Wer eher feinsinnige und ein wenig durchdachte Filme bevorzugt, dem sei von diesem Werk jedenfalls dringend abgeraten.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Schwarze Schafe
Produktionsland:
Deutschland
Produktionsjahr:
2006
Länge:
94 (Min.)
Verleih:
BBQ Distribution / Filmlichter / Filmwelt Verleihagentur
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
02.08.2007
CAST & CREW
Regie:
Oliver Rihs
Hauptdarsteller:
Robert Stadlober, Tom Schilling, Jule Böwe, Oktay Ötzdemir, Milan Peschl
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 5 von insgesamt 19)
Von: Gernot am: 27.10.09
Der schlimmste deutsche Film des Jahrzehnts. So was wie der geistig behinderte pubertierende Bruder von "Nachtgestalten".
Diese Rezeptionshaltung hat auch gar nichts mit Spießigkeit, selbsternanntem Intellektuellentum oder mangelndem Humor zu tun.
Es ist einfach: hier wurde auf Teufel komm raus ein Trash-Movie geschaffen. Und jeder platte Witz nochmal vom nächstschlechteren unterboten. Reicht das für einen Filmgenuss? Wenn die Charaktere ausschließlich aus platten Klischees zusammengesetzt sind und die Stories in jeder Drehbuchschule vom Dozenten abgewatscht werden würden (Lottogewinn! Gehts noch??)
Dieser Film gibt mir als Berliner Lust, nach Stuttgart zu ziehen und meine Herkunft beschämt zu verschweigen.
Von: Tanja am: 23.01.08
Der lustigste Film den ich je gesehen habe!!! Allerdings nichts für Spießer...
Von: claudianna70@gmx.de am: 09.12.07
ich bekam schwarze schafe von einer berliner freundin empfohlen, habe ihn bisher leider noch nicht gesehen.
läuft er denn demnächst noch einmal in der harmonie??
Von: am: 03.12.07
Absoluter Schwachsinn, Geld lieber für was anderes ausgeben...
Von: mucki am: 09.09.07
hallo hd, was meinst du denn mit "vorsicht! extremstes spiesserpotenzial"? is dat eine warnung an den zuschauer vor dem filmteam? man muss doch zugeben, dieser film hat wirklich extremstes spiesserpotenzial, es ist so wie immer: ältere jungs aus der provinz wollen in der hauptstadt die kamera mal wieder irgendwo draufhalten.....hahahahaha
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