Zurück zur Übersicht

Schneeland

Meinungen
4

32 Bewertungen

Kinostart: 20.01.2005

Jenseits der Lindenstraße

Nach dem tragischen Unfalltod ihres Mannes (Martin Feifel) bleibt die Schriftstellerin Elisabeth (Maria Schrader) allein mit drei Kindern zurück. Sie beschließt, ihm in den Tod zu folgen und kehrt zum Sterben in das Schneeland, die unendlichen weißen Weiten Lapplands zurück, wo sie einst ihren Mann kennen lernte. In dieser unendlichen Landschaft stößt sie in der Nähe eines Einsiedlerhofes auf den eingefrorenen Leichnam einer alten Frau im Schnee. In deren verlassenem Haus entdeckt Elisabeth zahlreiche Spuren und Indizien einer großen Liebe, die sich an diesem Ort in den dreißiger Jahren abgespielt hat. Fasziniert folgt sie den Spuren, lauscht dem stillen Murmeln der Geschichte und lässt sich vom magischen Sog dieser großen Liebe hinwegtragen. Eine Geschichte, die sie schließlich dazu bringen wird, um zu ihren Kindern zurückzukehren und von ihren ursprünglichen Plänen abzulassen.

Jahrzehnte vorher durchstreift ein geheimnisvoller Fremder namens Aron (Thomas Kretschmann) mit seinem Hund die Schneelandschaft Lapplands auf der Suche nach einer Unterkunft. Die Bauersleute Helga (Ina Weisse) und Salomon (Oliver Stokowski) nehmen ihn in ihre Familie auf – ohne Fragen zu stellen. Bald schon ahnen sie, dass Aron ein Mann mit geheimnisvoller Vergangenheit ist. Eine schwere Last scheint ihn zu bedrücken. Aron bleibt bei den Bauern und darf im Sommer die Pferde auf die Weide nahe des Einsiedlerhofs Nattmyrberg hüten. Dort begegnet er Ina (Julia Jentsch), die von ihrem despotischen Vater (Ulrich Mühe) tyrannisiert und nach dem Tod der Mutter missbraucht wird. Die beiden Außenseiter verlieben sich ineinander, doch als der gewalttätige Vater Inas von der Verbindung erfährt, kommt es zum Ausbruch lange unterdrückter Emotionen. Und Ina greift schließlich zum letzten Mittel, um sich aus der Umklammerung zu reißen.

Für seinen ersten Kinofilm seit zehn Jahren hat sich der \"Vater der Lindenstraße\" Hans W. Geißendörfer einen schweren Stoff ausgesucht, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Elisabeth Rynell; ein düsteres Drama, dessen Eiseskälte in jedem Moment spürbar ist und dass es dennoch versteht, zu berühren und den Zuschauer zu bewegen. Was vor allem an den Schauspielern liegt: Vor allem Ulrich Mühe als tyrannischer Vater ist absolut sehenswert. Denn der ansonsten eher aus ruhigen Rollen bekannte und überaus kultivierte Mime bekommt scheinbar mühelos das Kunststück zustande, ein aggressives Ekelpaket mit beängstigender Präsenz und Bedrohlichkeit zu geben. Trotz aller Drastik der Geschichte bleibt Geißendörfer aber stets behutsam und vorsichtig, entgegen den zunehmend verrohten Sehkonventionen wird vieles nicht gezeigt oder allenfalls angedeutet. Mitunter geht im Rausch der Geschichte die Rahmenhandlung ein wenig unter, so dass Elisabeths Motive und ihre Faszination nicht immer nachvollziehbar sind. Trotzdem: Wenn sie am Ende von Schneeland zu ihren Kindern zurückkehrt, dann spürt man deutlich, dass Inas und Arons Geschichte am Ende doch einen guten Schluss hatte – auch wenn den Liebenden im wahren Leben kein Glück beschieden war.

Daten & Fakten

Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2004
Länge: 145 (Min.)
Verleih: Kinowelt
Kinostart: 20.01.2005

Cast & Crew

Regie: Hans W. Geißendörfer
Hauptdarsteller: Julia Jentsch, Thomas Kretschmann, Maria Schrader, Oliver Stokowski, Ulrich Mühe

MEINUNGEN

Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)

Bisherige Meinungen

(Anzeige: 4 von insgesamt 4)
Von: Gregor am: 07.06.06
Warum nur muß sich Julia Jentsch ausziehen? Warum schreibt sie deutsch? Weils ein deutscher Film ist oder weil sie einfach kein (äh,wo spielt der Film eigentlich?) ausländisch kann. Was für ein Auto fahren die Leute, in dem die umkommen? Ist bestimmt ein VOLVO. nicht? Ein MERCEDES kanns nicht sein. Ansonsten sehr ambitioniertes Kino mit einer wie immer hervorragenden Jentsch.
Von: Gast am: 19.08.05
laaaaaaaaaaaaaaang- aaaaaaaatmig
Von: am: 10.05.05
bewegend, spannend, aber frei ab 12 J.???
Von: am: 19.02.05
hervorragende Schauspieler - sehr eindringlich und intensiv - tolle Bilder !die Handlung: naja, Kino halt!

Partner

  • Deutsche Film- und Medienbewertung
  • Arthaus Filme
  • Filmförderung Baden-Württemberg
  • Cineplex Kinos