Zurück zur Übersicht

Osman Pazarlama

Meinungen
0

Noch nicht genügend Bewertungen

Kinostart: 18.02.2016
FSK: 6
Genre: Komödie
Tags: Liebe, Komiker, Türkei, Geschäftsmann

Dauerwitz mit abnehmender Wirkung

Eine Komödie mag zwar eine belustigende Grundstimmung haben und auf einem aufheiternden Handlungsablauf beruhen – nichtsdestotrotz: Charaktere ohne sinnvolle oder nachvollziehbare Aktionen wirken für gewöhnlich nicht komisch, sondern töricht.

Regisseur Togan Gökbakar drehte in Zusammenarbeit mit seinem Bruder und Komiker Şahan Gökbakar, der jeweils die Hauptrolle übernahm, bereits mehrere Komödien. Seine Filme Recep Ivedik Teil 1 bis 4 oder Celal ile Ceren drehen sich um das Leben, ferner die Ziele und Wünsche der Hauptfigur. Dabei veranlasst ein spezifisches Ereignis diese meist, sich auf eine Reise mit allen möglichen Hindernissen zu begeben. Dabei verbinden Charaktereigenschaften wie unter anderem Sturheit, Trostlosigkeit, Depressivität, Einsamkeit oder Verständnislosigkeit die Hauptfiguren aller Filme miteinander. Außerdem rufen die Handlung der Geschichten sowie die Verhaltensweisen von Recep in Recep Ivedik oder Celal in Celal ile Ceren gemeinhin absurde, aber komische Momente hervor. Nun bringen die Gökbakar-Brüder mit Osman Pazarlama (Osman Vermarktung) erneut eine Komödie in die Kinos.

Der Film dreht sich um das Leben des Osman Şaşmaz (Şahan Gökbakar), der als Kleinunternehmer bei seinen Eltern in Istanbul lebt. In seinem Beruf, welcher hauptsächlich daraus besteht, importierte oder selbst hergestellte Ware zu verkaufen, erlebt Osman ein Tief nach dem anderen. Veranlasst durch Mängel an der Ware, die teilweise vorhersehbare Unfälle verursachen, oder das Desinteresse der Kunden gerät der Kleinhändler immer wieder in eine miserable Lage. Trotz allem lässt sich Osman Şaşmaz – nomen est omen: der Nachnahme kann mit "unfehlbar" oder "unbestritten" übersetzt werden – nicht von dem Traum eines Daseins als erfolgreicher Geschäftsmann abbringen. Mit allen Mitteln kämpft er um einen beruflichen Triumph und arbeitet in seinem Büro in einer riesigen und heruntergekommenen Lagerhalle daran, kreative Produkte zu entwerfen und auf den Markt zu bringen. Doch nicht nur im Beruf erträumt er sich sein Glück. Zudem möchte er Serap (Esra Balıkçı) heiraten, die er jedoch ohne finanzielle Sicherheit nicht bekommt. Ihr Vater möchte nämlich sichergehen, dass seine einzige Tochter gut versorgt ist. Daher ist es ihm wichtig, dass der Mann, der um die Hand seiner Tochter anhält, seinen Lebensunterhalt verdient. Da dies bei Osman nicht zutrifft, wird ihm der Wunsch verweigert. Blind vor Sturheit und dem Bemühen, den Vater seiner Geliebten von sich zu überzeugen, sieht Osman nicht, dass sein wahres Glück ihm tatsächlich sehr nahe ist.

Osman Pazarlama wirkt anlässlich der wiederholten Erscheinungsweise des Charakters vorwiegend monoton und entkräftet; in der Handlung und dem Verhalten der Figur fallen sinnlose Entscheidungen auf, die dem Gesamtbild Verständnislosigkeit anfügen. Die Produkte von Osman erscheinen größtenteils albern, absurd und unnütz, sie werden zudem ungeschickt präsentiert. Die konzentrierte Hervorhebung von Komik solcher Ereignisse bewirkt Vorhersehbarkeit und dadurch eine gegenteilige Reaktion.

Der Film erweckt das Gefühl, ein Sequel zu sein oder sich lediglich auf den Erfolg der vorherigen Filme des Regisseurs zu stützen oder zu beziehen. Denn bis auf Ort, Zeit und eine neue, jedoch weitgehend einfallslose Handlung ist keine Veränderung zu erkennen.

(Jale Cengil)

Daten & Fakten

Produktionsland: Türkei
Produktionsjahr: 2016
Länge: 114 (Min.)
Verleih: Kinostar Filmverleih
Kinostart: 18.02.2016

Cast & Crew

Regie: Togan Gökbakar
Drehbuch: Sahan Gökbakar, Togan Gökbakar
Kamera: Gérard Simon
Schnitt: Erkan Ozekan
Musik: Ömer Özgür
Hauptdarsteller: Sahan Gökbakar, Demet Akalin, Mehmet Selim Akgül, Liberat Niyoyandika, Feristah Senem Yildrim

MEINUNGEN

Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)

Partner

  • Deutsche Film- und Medienbewertung
  • Arthaus Filme
  • Filmförderung Baden-Württemberg
  • Filmfest München