Mittwoch, 18. Juni 2008, ARTE, 22:55 Uhr
Öde Jobs, Suff, Pferdewetten in miesen Schuppen, ab und zu mal ein Techtelmechtel mit einer Frau, das ist das Leben von Henry "Hank" Chinaski, dem literarischen Alter Ego des Schriftstellers Charles Bukowski. In seinem zweiten erschienenen gleichnamigen Roman schilderte der unvergleichliche Poet des Sex und des Suffs sein alltägliches Leben zwischen kleinen Aushilfsjobs, kurzen Beziehungen mit Frauen, dem allmorgendlichen Gang zur Toilette und der Hoffnung, endlich einmal den großen literarischen Wurf zu landen.
Jede Woche aufs Neue versucht Henry Chinaski (Matt Dillon) seine Kurzgeschichten bei der Zeitschrift "Black Sparrow Press" unterzubringen, doch er hat wenig Hoffnung, dass es tatsächlich eines Tages dazu kommen wird. Doch weil Henry von etwas leben muss, verdingt er sich immer wieder als Hilfsarbeiter. Mal ist er als Eislieferant unterwegs, mal schuftet er am Fließband einer Gurkenfabrik, dann wieder in einem Lager für Bremsklötze. Alle Jobs haben allerdings eines gemeinsam – sie sind nie von langer Dauer. Denn im Zweifelsfall haben die schmuddeligen Bars der Stadt bedeutend mehr Anziehungskraft als die Gewissheit eines gleichwohl bescheidenen Lebensunterhalts. Bei einer dieser Sauftouren lernt Henry Jan (Lily Taylor) kennen, eine Frau, die ebenso wie er Sex und Alkohol liebt. Er zieht in ihre Wohnung, doch das traute Glück der beiden ist nicht von langer Dauer. So geht es weiter, von Frau zu Frau, von Job zu Job, von Drink zu Drink, ein Kreislauf, aus dem es anscheinend keinen Ausweg gibt. Oder Henry will es gar nicht anders, weil genau dieses Auf und Ab es ist, was ihn antreibt...
Der norwegische Regisseur Bent Hamer, deutschen Arthouse-Enthusiasten spätestens durch seinen wundervoll lakonisch-schweigsamen Film Kitchen Stories ein Begriff, hat sich des Romans von Charles Bukowski angenommen und eine Adaption des Stoffs auf die Leinwand gezaubert, die sich sehen lassen kann. Ganz im Gegensatz zu Barbet Schroeders Barfly mit Mickey Rourke setzt Hamer mit seinem sehr skandinavisch anmutenden Regiestil, der mehr als einmal die Erinnerung an die Filme von Aki Kaurismäki hervorruft, auf die Schilderung des alltäglichen Lebens und die Hoffnungen und Ängste des Protagonisten. Dazu passend präsentiert sich die Geschichte als ruhig und mit sicherer Hand und genauem Blick für atmosphärische Details inszeniert, und Matt Dillon meistert die Rolle des abgewrackten Genies mit großer Überzeugungskraft. Eine ebenso melancholische wie kongeniale Ballade auf einen der großen Trinker der Weltliteratur.
(Joachim Kurz)
Jede Woche aufs Neue versucht Henry Chinaski (Matt Dillon) seine Kurzgeschichten bei der Zeitschrift "Black Sparrow Press" unterzubringen, doch er hat wenig Hoffnung, dass es tatsächlich eines Tages dazu kommen wird. Doch weil Henry von etwas leben muss, verdingt er sich immer wieder als Hilfsarbeiter. Mal ist er als Eislieferant unterwegs, mal schuftet er am Fließband einer Gurkenfabrik, dann wieder in einem Lager für Bremsklötze. Alle Jobs haben allerdings eines gemeinsam – sie sind nie von langer Dauer. Denn im Zweifelsfall haben die schmuddeligen Bars der Stadt bedeutend mehr Anziehungskraft als die Gewissheit eines gleichwohl bescheidenen Lebensunterhalts. Bei einer dieser Sauftouren lernt Henry Jan (Lily Taylor) kennen, eine Frau, die ebenso wie er Sex und Alkohol liebt. Er zieht in ihre Wohnung, doch das traute Glück der beiden ist nicht von langer Dauer. So geht es weiter, von Frau zu Frau, von Job zu Job, von Drink zu Drink, ein Kreislauf, aus dem es anscheinend keinen Ausweg gibt. Oder Henry will es gar nicht anders, weil genau dieses Auf und Ab es ist, was ihn antreibt...
Der norwegische Regisseur Bent Hamer, deutschen Arthouse-Enthusiasten spätestens durch seinen wundervoll lakonisch-schweigsamen Film Kitchen Stories ein Begriff, hat sich des Romans von Charles Bukowski angenommen und eine Adaption des Stoffs auf die Leinwand gezaubert, die sich sehen lassen kann. Ganz im Gegensatz zu Barbet Schroeders Barfly mit Mickey Rourke setzt Hamer mit seinem sehr skandinavisch anmutenden Regiestil, der mehr als einmal die Erinnerung an die Filme von Aki Kaurismäki hervorruft, auf die Schilderung des alltäglichen Lebens und die Hoffnungen und Ängste des Protagonisten. Dazu passend präsentiert sich die Geschichte als ruhig und mit sicherer Hand und genauem Blick für atmosphärische Details inszeniert, und Matt Dillon meistert die Rolle des abgewrackten Genies mit großer Überzeugungskraft. Eine ebenso melancholische wie kongeniale Ballade auf einen der großen Trinker der Weltliteratur.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Factotum – TV-Tipp der Woche
Produktionsland:
Deutschland, USA, Norwegen
Produktionsjahr:
2005
Länge:
93 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
CAST & CREW
Regie:
Bent Hamer
Hauptdarsteller:
Matt Dillon, Marisa Tomei, Lili Taylor, Fisher Stevens, Adriene Shelly
FILMBEWERTUNG
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