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Mit Die fetten Jahre sind vorbei ist Nachwuchsregisseur Hans Weingartner (Das weisse Rauschen) einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre gelungen, der völlig zu Recht im Hauptwettbewerb beim Festival von Cannes lief. Bei kleinem Budget gedreht und mit viel Raum für die Improvisationstalente der Darsteller bestückt glänzen ganz besonders die herausragenden Dialoge, die auch ein Stück persönliche Geschichte von Weingartner bedeuten. Denn er hatte im wirklichen Leben jahrelang selbst (erfolglos) versucht, Teil einer politischen Bewegung zu werden, die Sinn für ihn machte.
Es sind die sich gegenüberstehenden Welten und Anschauungen, die in diesem nachdenklich machenden Film faszinieren, weil sie beide gleichermaßen von Wahrheit und Notwendigkeiten berichten. Zwei Seiten, deren Vorzüge und Nachteile man als Zuschauer Stück für Stück kennerlernt und irgendwann feststellt, wie sich beide gegenseitig bedingen. Der gesetzte, etablierte, reiche Alt-68er versus eine desillusioniere kämpferische, aber idealistische Jugend, die nicht mehr weiß, wofür sie kämpfen soll: ein spannende intellektuelle Auseinandersetzung entsteht, die zum Glück nicht in Schwafeleien und Klischees abgleitet. Dass eine Annäherung beider Seiten durch die Entführung bei einhergehender Entfernung vom Alltag schließlich doch eine Illusion bleiben muss, erscheint logisch und glaubwürdig: in unausgesprochener Übereinkunft wissen alle Parteien, dass sich die Welt nicht lange ändern lässt und kurzfristige Revolutionen nicht möglich sind - auch wenn die besten Ideen überleben sollten.
Die fetten Jahre sind vorbei
| Kinostart: | 25.11.2004 |
|---|---|
Die Revolution kommt
Jan (Daniel Brühl), sein Freund Peter (Stipe Erceg) und dessen Freundin Jule (Julia Jentsch) sind drei junge, idealistische Rebellen, die sich dazu entschlossen haben, aktiv gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt vorzugehen und dabei ganz eigene Erziehungsmethoden anzuwenden: Sie brechen in Villen von Reichen ein, verrücken dort Möbel und erinnern durch diesen Affront daran, dass sich Vermögende ihrer Sache – der Anhäufung von Luxusgütern auf Kosten anderer Menschen – zukünftig nicht mehr sicher sein können. Mit gewaltfreier, aber wirkungsvoller Erzeugung von Angst inklusive der Botschaft vom „Ende der fetten Jahre\" sollen gesellschaftliche Prozesse in Gang gesetzt werden, die nicht mehr zu stoppen sind. Als die Freunde aber bei einem der Einbrüche von einem Millionär (Burghart Klaußner) ertappt werden, eskaliert die Situation: es kommt zu einer unfreiwilligen Entführung – doch was soll nun mit dem Bonzen geschehen?Mit Die fetten Jahre sind vorbei ist Nachwuchsregisseur Hans Weingartner (Das weisse Rauschen) einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre gelungen, der völlig zu Recht im Hauptwettbewerb beim Festival von Cannes lief. Bei kleinem Budget gedreht und mit viel Raum für die Improvisationstalente der Darsteller bestückt glänzen ganz besonders die herausragenden Dialoge, die auch ein Stück persönliche Geschichte von Weingartner bedeuten. Denn er hatte im wirklichen Leben jahrelang selbst (erfolglos) versucht, Teil einer politischen Bewegung zu werden, die Sinn für ihn machte.
Es sind die sich gegenüberstehenden Welten und Anschauungen, die in diesem nachdenklich machenden Film faszinieren, weil sie beide gleichermaßen von Wahrheit und Notwendigkeiten berichten. Zwei Seiten, deren Vorzüge und Nachteile man als Zuschauer Stück für Stück kennerlernt und irgendwann feststellt, wie sich beide gegenseitig bedingen. Der gesetzte, etablierte, reiche Alt-68er versus eine desillusioniere kämpferische, aber idealistische Jugend, die nicht mehr weiß, wofür sie kämpfen soll: ein spannende intellektuelle Auseinandersetzung entsteht, die zum Glück nicht in Schwafeleien und Klischees abgleitet. Dass eine Annäherung beider Seiten durch die Entführung bei einhergehender Entfernung vom Alltag schließlich doch eine Illusion bleiben muss, erscheint logisch und glaubwürdig: in unausgesprochener Übereinkunft wissen alle Parteien, dass sich die Welt nicht lange ändern lässt und kurzfristige Revolutionen nicht möglich sind - auch wenn die besten Ideen überleben sollten.
Daten & Fakten
| Produktionsland: | Deutschland |
|---|---|
| Produktionsjahr: | 2003 |
| Länge: | 127 (Min.) |
| Verleih: | Delphi |
| Kinostart: | 25.11.2004 |
Cast & Crew
| Regie: | Hans Weingartner |
|---|---|
| Hauptdarsteller: | Daniel Brühl, Stipe Erceg, Julia Jentsch, Burghart Klaußner |
MEINUNGEN
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Bisherige Meinungen
(Anzeige: 5 von insgesamt 5)- Von: am: 14.01.06
- Nette Unterhaltung. Das war's dann aber auch. Sehenswert immerhin die darstellerische Leistung von Julia Jentsch und Daniel Brühl.
- Von: Brehm am: 25.12.05
- Ziemlich alberne Weltverbesserungs schnulze mit Tiefsinnsgelabere. Rudi Dutschke lässt grüßen.
- Von: Filmfan am: 15.02.05
- Wirklich ein überragender Film. Nicht nur im Film geht es um den Gegensatz zwischen den 68er und der heutigen Generation. Der Film ist auch die Ablösung der 68er und frühen 70er à la Schlöndorff & Co hin zu einem neuen deutschen Film - intelligent und trotzdem publikumsorientiert.
- Von: am: 14.02.05
- absolut sehenswert und eine wunderbare Julia Jentsch
- Von: EDUKATOR am: 12.02.05
- Endlich mal ein Film, der nicht im privaten kleinbürgerlichen Kuschelleben bleibt, sondern den Finger auf deutschen Wunden legt. Ein Schuss vor den Bug von Josef Ackermann und anderen Selbstbdienern und Abzockern. Geil!
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