〈 Zurück zur Übersicht
Mit ihrem Film Das Kind / L'enfant stellen die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne erneut ihre Genialität zur Schau. Der Film, überwiegend mit kleinen Handkameras gedreht, überzeugt durch Authentizität und dokumentarischen Charakter. Die junge Familie ist mit ihrem Leben überfordert, gleichzeitig lebendig und so schwingt die Liebe latent mit. Der Film wirkt echt und wendet sich ab von der farbenfrohen und oberflächlichen Zeichnung der Charaktere in vielen zeitgenössischen Streifen. In Das Kind / L'enfant zeigen die Schauspieler, was sie denken. In langen Einstellungen sieht man die Gehirnzellen arbeiten und nimmt teil an der Verzweiflung, die von ganz unten ins Bewusstsein kriecht. Die Regisseure scheuen nicht davor zurück, die Charaktere an das Publikum auszuliefern.
Das Kind / L’enfant ist ein wirklichkeitsnahes und packendes Drama, das Menschen am Rande der Gesellschaft zeigt, ohne sie zu verurteilen. Im Mai gewann der Film die Goldene Palme von Cannes. Ein für viele Beobachter überraschender, aber keinesfalls unverdienter Gewinn, denn der Film geht unter die Haut und lässt kaum einen Zuschauer kalt.
(Gesine Grassel)
Das Kind
| Originaltitel: | L'enfant |
|---|---|
| Kinostart: | 17.11.2005 |
Unter die Haut
Eine namenlose Stadt irgendwo in Frankreich, ein mittelloses Paar. Der 20-jährige Bruno (Jérémie Renier) hält sich mit kleinen Gaunereien mehr schlecht als recht über Wasser. Er arbeitet professionell mit einer Kinderbande und pendelt regelmäßig zwischen arm und reich. Für ihn ist Arbeiten etwas für Verlierer. Bruno, immer auf der Suche nach dem nächsten, geldbringendem Geschäft, hat keine Perspektive und keinen Sinn für Verantwortung. Umso mehr wird er gefordert, als eines Tages seine Freundin Sonia (Déborah François) vor der Tür steht und mit ihm ein neues Leben beginnen möchte. Sie ist frisch aus der Haft entlassen und konfrontiert Bruno mit Jimmy, dem neugeborenen Sohn der beiden. Bruno fühlt sich nicht reif genug um Vater zu sein. Er versucht sein Bestes und kurze Zeit geht alles gut, doch dann holt das alte Leben das junge Paar wieder ein. Bruno hat Schulden und braucht dringend Geld. Kurzentschlossen verkauft er Jimmy und kassiert 5000 Euro von einer Drückerbande. Als Sonia von dem Geschäft erfährt, bricht sie zusammen. Erst jetzt wird Bruno bewusst, was er getan und mit seiner Entscheidung ausgelöst hat. Er macht sich auf den Weg um Jimmy zurückzuholen. Dieser Entschluss bleibt nicht ohne Folgen.Mit ihrem Film Das Kind / L'enfant stellen die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne erneut ihre Genialität zur Schau. Der Film, überwiegend mit kleinen Handkameras gedreht, überzeugt durch Authentizität und dokumentarischen Charakter. Die junge Familie ist mit ihrem Leben überfordert, gleichzeitig lebendig und so schwingt die Liebe latent mit. Der Film wirkt echt und wendet sich ab von der farbenfrohen und oberflächlichen Zeichnung der Charaktere in vielen zeitgenössischen Streifen. In Das Kind / L'enfant zeigen die Schauspieler, was sie denken. In langen Einstellungen sieht man die Gehirnzellen arbeiten und nimmt teil an der Verzweiflung, die von ganz unten ins Bewusstsein kriecht. Die Regisseure scheuen nicht davor zurück, die Charaktere an das Publikum auszuliefern.
Das Kind / L’enfant ist ein wirklichkeitsnahes und packendes Drama, das Menschen am Rande der Gesellschaft zeigt, ohne sie zu verurteilen. Im Mai gewann der Film die Goldene Palme von Cannes. Ein für viele Beobachter überraschender, aber keinesfalls unverdienter Gewinn, denn der Film geht unter die Haut und lässt kaum einen Zuschauer kalt.
(Gesine Grassel)
Daten & Fakten
| Produktionsland: | Frankreich |
|---|---|
| Produktionsjahr: | 2005 |
| Länge: | 95 (Min.) |
| Verleih: | Kinowelt |
| Kinostart: | 17.11.2005 |
Cast & Crew
| Regie: | Luc Dardenne |
|---|---|
| Hauptdarsteller: | Jérémie Renier, Déborah François, Jérémie Segard, Fabrizio Rongione, Olivier Gourmet |
MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Film (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)
Bisherige Meinungen
(Anzeige: 5 von insgesamt 6)- Von: Susanne E. am: 06.01.06
- der beste film, den ich seit langer zeit gesehen habe: sehr realistisch, formal absolut auf den punkt gebracht, ganz nah am leben, an den menschen, ein film voller starker gefühle.
- Von: zwiespältig am: 03.12.05
- fand den film etwas enttäuschend. Der Filmheld blieb mir bis zum Ende unsympathisch, obwohl er einen Wandel durchmachte zu seinen Fehlern gestanden hat. Kein Film, der mir sehr lange im Gedächtnis haften wird, aber dennoch sehenswert.
- Von: am: 24.11.05
- Ein großartiger Film, absolut sehenswert
- Von: Egidius Henkes am: 23.11.05
- Authentischer, warmer Film, kein aufgemotztes Pathos, der Mensch ganz nah. Schön, dass sich heute Filme wie "Das Kind" immer noch durchsetzen können.
- Von: nächster Gast am: 18.11.05
- kann dem ersten Gast nur zustimmen: grandios und so nah dran!
Artikel zum Thema
2013
16/05
Kinostarts
- Der grosse Gatsby Baz Luhrmann
- Love Alien Wolfram Huke
- MansFeld Mario Schneider
- Paradies: Hoffnung Ulrich Seidl
- Woodstock in Timbuktu – Die Kunst des Widerstands Desiree von Trotha
- Das Mädchen und der Tod Jos Stelling






Meinungen
6