Alle Anderen
Kinostart:
18.06.2009
FSK:
12
Leserbewertung:
Liebesk(r)ampf
Eigentlich beginnt ja alles recht idyllisch und mit subversivem Witz: Ein junges Paar aus Deutschland, der Architekt Chris (Lars Eidinger) und die PR-Managerin Gitti (Brigitte Minichmayr) verbringen eine unbeschwerte Zeit im Ferienhaus von Chris’ Eltern auf Sardinien. Schnell wird deutlich, wie in dieser Beziehung die Rollen verteilt sind: Chris ist eher der introvertierte, grüblerische und unsichere Typ, der alles hinterfragt und der sich nie festlegen will, während Gitti laut, frech und fordernd ist. Klar, dass in dieser Beziehung die Konflikte vorprogrammiert sind und sich im Laufe eines Urlaubs immer mehr steigern werden. Und die sich unmerklich und immer schneller drehende Spirale des Auseinanderlebens und Nichtverstehens verstärkt sich noch weiter, als Chris und Gitti auf Hans (Hans Jochen Wagner) und dessen Frau Sana (Nicole Marischka) treffen, die all das sind, was Chris und Gitti nicht sein wollen – selbstgewiss und gönnerhaft gegenüber allen Anderen im Falle von Hans und fröhlich-unterwürfig wie Sana. Auch wenn sie die beiden Bekannten von Grund auf verabscheuen, werden Hans und Sana doch zu so etwas wie Vorbildern, denn offensichtlich scheint ja deren Beziehung bestens zu funktionieren. Doch was für die Einen gut ist, muss bei den Anderen noch lange nicht klappen; schnell kommen die beiden Urlauber an die Grenzen ihrer Beziehung. Und wirklich jedes Wort, jeder Blick, jede Geste wird von nun an auf die Goldwaage gelegt, gemessen und bewertet…
Wie schon in Der Wald vor lauter Bäumen, so zeigt sich Maren Ade auch in ihrem neuen Film Alle Anderen als genaue Beobachterin zwischenmenschlicher Beziehungen und schaut vor allem auf die Wunden und Verletzungen, die Missverständnisse und Ausbrüche, die sich Menschen zufügen. Das ist einerseits zwar in manchen Situationen unglaublich komisch – vor allem, wenn man sich als Zuschauer auf sich selbst zurückgeworfen fühlt –, andererseits aber auch an einigen Stellen unglaublich quälend. Trotz großartiger Szenen fehlt dem Film insgesamt der Drive und die soghafte Wirkung von Maren Ades Erstling, zu vieles bleibt reine Zustandsbeschreibung und dreht sich ebenso im Kreis wie die Beziehung zwischen Chris und Gitti. Aber vielleicht ist es ja genau so, das ganz normale (Liebes)Leben…
Alle Anderen schwankt unentschlossen zwischen Hysterie, Langeweile und der Erkenntnis, dass man sich eigentlich nichts zu sagen hat und wirkt über weite Strecken wie eine Schauspielimprovisation, die irgendwann einmal ihr Ziel ein wenig aus den Augen verloren hat. Und das ist gerade wegen der erschreckend authentischen Schauspieler und Maren Ades großartigem Debüt dann doch eine echte Enttäuschung.
(Joachim Kurz)
Wie schon in Der Wald vor lauter Bäumen, so zeigt sich Maren Ade auch in ihrem neuen Film Alle Anderen als genaue Beobachterin zwischenmenschlicher Beziehungen und schaut vor allem auf die Wunden und Verletzungen, die Missverständnisse und Ausbrüche, die sich Menschen zufügen. Das ist einerseits zwar in manchen Situationen unglaublich komisch – vor allem, wenn man sich als Zuschauer auf sich selbst zurückgeworfen fühlt –, andererseits aber auch an einigen Stellen unglaublich quälend. Trotz großartiger Szenen fehlt dem Film insgesamt der Drive und die soghafte Wirkung von Maren Ades Erstling, zu vieles bleibt reine Zustandsbeschreibung und dreht sich ebenso im Kreis wie die Beziehung zwischen Chris und Gitti. Aber vielleicht ist es ja genau so, das ganz normale (Liebes)Leben…
Alle Anderen schwankt unentschlossen zwischen Hysterie, Langeweile und der Erkenntnis, dass man sich eigentlich nichts zu sagen hat und wirkt über weite Strecken wie eine Schauspielimprovisation, die irgendwann einmal ihr Ziel ein wenig aus den Augen verloren hat. Und das ist gerade wegen der erschreckend authentischen Schauspieler und Maren Ades großartigem Debüt dann doch eine echte Enttäuschung.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Alle Anderen
Produktionsland:
Deutschland
Produktionsjahr:
2009
Länge:
119 (Min.)
Verleih:
Prokino Filmverleih
ISBN:
4260170490209
VERÖFFENTLICHUNGEN
Kinostart:
18.06.2009
CAST & CREW
Regie:
Maren Ade
Drehbuch:
Maren Ade
Kamera:
Bernhard Keller
Schnitt:
Heike Parplies
Hauptdarsteller:
Nicole Marischka, Birgit Minichmayr, Hans Jochen Wagner, Lars Eidinger, Paula Hartmann
FILMBEWERTUNG
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 5 von insgesamt 11)
Von: Bhoys am: 30.07.10
Man bei diesen Film schläft man ja ein echt wenn ich es machen hätte können würde er 0 Punkte bekommen !
Von: Anne am: 29.07.09
Sehr gut gespielt!
Dies ist ein Flim bei dem man lachen kann, betroffen ist, angespannt und vielleicht auch traurig... somit ein facettenreicher Film.
Ein mitreißender Film, der einen die Vielseitigkeit an Gefühlen und Empfindungen sowohl aus der Sicht des Darstellers, als auch aus der des Betrachters mitspühren lässt.
Die Stimmung des Films konnte ich noch bis nach Hause mitnehmen.
Hier geht es nicht nur um Liebesbeziehungen, sondern um Beziehungen und Verständigung miteinander überhaupt.
Von: lolle am: 19.07.09
völlig überschätztes beziehungswirrwarr.
Von: Tobias am: 11.07.09
Öder Beziehungskistenkram. Was für Bauchpinsler.
Von: Maggi am: 28.06.09
Große Längen, bin eigentlich enttäuscht, hatte wohl eine zu hohe Erwartung. Muß man nicht gesehen haben. Etwas für schlichte Gemüter, die gerne hinein interpretieren und nicht mal mekren, dass ²das Bild in der Ausstellung verkehrt herum hängt"
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