Filme

The Farewell Party

Der Anfang ist gut: Ein Anruf vom lieben Gott. Zelda, eine alte Dame, solle doch bitte noch ein bisschen auf Erden weilen, im Himmel ist gerade nichts frei… Den lieben Gott spielt Ezekiel, ein Tüftler in seinen 70ern, der in einem Heim für assistiertes Wohnen einer der Mietnachbarn Mut zuspricht, mit einem seiner Maschinchen, die seiner Stimme übers Telefon einen vollen, reichen Raumklang gibt…

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Amok

In langen, ungeschnittenen Sequenzen schleicht die Kamera Lorenz Fuchs hinterher, der allein in der Wohnung seiner Mutter lebt, wo die Umzugskartons sich stapeln, unwohnlich, aber genügend für den einsamen und offenbar übellaunigen Mann. Einer, der den Alltag resigniert annimmt, wie er kommt, der die Menschen meidet, der nur noch existiert, aber nicht wirklich lebt.

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National Gallery

Es beginnt beinahe wie eine Diaschau: Wir sehen Bilder, Bildausschnitte, leere Museumsräume und -fluchten. Fast scheint die National Gallery in London in diesen ersten Momenten so etwas wie eine schlafende Schönheit zu sehen, ein Gebilde, in dem die Bildern und Kunstwerke ganz für sich sind und über Nacht, so könnte man imaginieren, ein geheimnisvolles Eigenleben führen.

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BrückenJahre

Ein sorbisches Sprichwort lautet: "Gott hat die Lausitz geschaffen, aber der Teufel die Kohle darunter." Seit vielen Jahrzehnten befindet sich am östlichsten Teil der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen das Lausitzer Braunkohlerevier. Dort spielt auch die ein bereits lange schwelendes Politikum aufgreifende Dokumentation "BrückenJahre" von Peter Benedix.

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True Love Ways

Die Darsteller in diesem Film sind nicht überragend; die Ausstattung sichtlich vom kleinen Budget bestimmt; manche Ideen sind überambitioniert, manche Effekte sogar lächerlich, und die Handlung ist bestimmt von den Klischees des Horror-Backwoods-Slasher-Films. Das macht aber eigentlich nicht viel aus: denn der ganze Film hat einen eigenen Pulp-Charme, und das latent bis akut Trashige erscheint fast als bewusstes Stilmittel.

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Den Himmel gibt's echt

Ein Junge liegt im Krankenhaus, die Mutter ist krank vor Sorge. Sie ruft eine Freundin an und bittet sie, möglichst viele andere zu bitten, für den Jungen zu betten. Man sieht Feuerwehrmänner, die für den Jungen beten. Piano-Musik untermalt das Ganze. Traurig klingt das, bedeutungsschwanger, aber es endet ja gut. Der Junge überlebt. Halleluja.

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Bestefreunde

Die Thirtysomethings sind die neuen Twentysomethings. Oder aber, vielleicht: Waren vor zehn Jahren die Mittzwanziger im Film die Suchenden, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben, so muss man jetzt konstatieren: Auch die Mittdreißiger sind noch verloren in ihrem Leben.

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Birdman oder (die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)

Übers Theater und die Abgründe der darin auftretenden Mimen gibt es immer wieder großartige Filme. Aber Bühne mit Superheldenkino zu kreuzen, dass dialogische Funken sprühen und die Fetzen fliegen, hat vor dem preisgekrönten mexikanischen Regisseur Alejandro González Iñárritu wohl noch keiner gewagt.

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Im Labyrinth des Schweigens

Es gab eine Zeit, da wusste in Deutschland kaum jemand etwas mit dem Begriff "Auschwitz" anzufangen. Bis in die frühen 60er Jahre hinein wollte die junge Bundesrepublik die Sünden der Vergangenheit am liebsten vergessen, aber mit dem so genannten "Auschwitz-Prozess", der Ende 1963 begann, konnte das System des Schweigens nicht mehr aufrechterhalten werden.

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Die Lügen der Sieger

Woodward und Bernstein waren, zumal in ihrer Redford/Hoffman-Verkörperung, gestern. Heute ist Fabian Groys. Der ist Journalist im Hauptstadtbüro des Hamburger Nachrichtenmagazins "Die Woche", lebt in einem unordentlichen Apartment, ist Diabetiker, guckt abends Wrestling. Er recherchiert in Sachen Bundeswehr-Beschaffungswesen, langweilige Pressekonferenz, der Chef ist mäßig begeistert von der eventuellen Story, immerhin hat Groys einen Informanten, der vielleicht Dokumente besorgen kann … aber zu diesem Zeitpunkt wissen wir bereits, dass er beobachtet wird.

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Karneval! Wir sind positiv bekloppt

Wie eine altehrwürdige Tradition eine ganze Stadt alljährlich in den Ausnahmezustand treibt, lässt sich besonders schön am Kölner Karneval studieren. Die "Mischung aus Unverständnis und Neugier", mit der sich der westfälische Filmemacher Claus Wischmann nach eigener Aussage dem Phänomen näherte, kennen auch viele Fernsehzuschauer aus dem Rest des Landes, wenn sie sehen, wie die Rheinländer als Sträfling oder Nonne kostümiert in den Straßen tanzen.

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Zerrumpelt Herz

Eine Geschichte nach dem Buch von Emma Reubke-Schiffmann über ihren Ex–Gatten Otto erzählt dieser Film, so benennt es eine Einblendung zu Beginn, und nach den Tagebüchern von Wilhelm Krück, der, wie wir sehen, leibhaftig dabei war. Eine Ansage, die den Auftakt bildet zu einem der großartigsten Filme, die das deutsche Kino in den letzten Jahren hervorgebracht hat; zumal dies ein Debütfilm ist.

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5 Zimmer Küche Sarg

Als Vampir hat man's nicht leicht. Der Sonne muss man aus dem Weg gehen, Vampirjäger gibt's auch, und dann sind da natürlich auch noch die WG-Genossen, mit denen man auch nicht immer auf einer Wellenlänge funkt. Immerhin gehört man als Vampir ja auch zu den älteren Herrschaften, da können (relative) Jungspunde schon nervig sein. Die Pseudo-Dokumentation "5 Zimmer Küche Sarg" zeigt, wie der Vampir-Alltag aussieht.

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Pride

Mit einer skurrilen aber wahren Geschichte über Solidarität zweier völlig unterschiedlicher Gruppen entführt uns Regisseur Matthew Warchus ins Großbritannien der Thatcher-Ära und ins sozialdemokratische Komödiengenre ganz im Sinne Ken Loachs.

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Familienfieber

Nico Sommer ist ein vergleichsweise junger Regisseur. Daran ist jetzt erst einmal nichts Besonderes, denn davon gibt es ja bekanntlich viele. Besonders ist aber seine Themenwahl oder anders gesagt, die Altersgruppe seiner Protagonisten. Schon "Silvi", der 2013 in den Kinos lief, kreiste um eine fast 50-jährige Titelheldin und mit "Familienfieber" entfernt sich Nico Sommer schon wieder von seiner eigenen Generation.

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The Loft (2014)

Es kommt selten vor, dass ein Regisseur sein eigenes Werk noch einmal inszeniert. Erik Van Looy hat es mit "The Loft" getan, der auf "Loft – Tödliche Affären" basiert und sich im Grunde schon geärgert, dass er das niederländische Remake nicht auch verantwortet hat. Dann wäre er der Rekordhalter gewesen mit einem Film, den er dann dreimal gemacht hätte.

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The Tribe

Wenn man jemanden nicht verstehen kann, dann muss man sich immer die Frage stellen, ob es an der anderen Person liegt oder an einem selbst. Liegt es daran, dass ich nicht bereit bin mich mit der Sprache und Ausdrucksweise auseinanderzusetzen, liegt es an meiner Distanz zur Person oder kann mir diese Person wirklich nicht mitteilen, was sie denkt und fühlt?

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Mr. Turner

Lang lang ist's her, seit Mike Leigh seinen letzten Historienfilm gedreht hat. Um genau zu sein 15 Jahre. Damals, im Jahre 1999, portraitierte er in "Topsy-Turvy" das Operetten-Duo Gilbert und Sullivan, das Ende des 19. Jahrhunderts äußerst erfolgreich war. In "Mr. Turner" widmet sich Leigh abermals einer großen Künstlerpersönlichkeit, dem Schöpfer weltberühmter Landschaftsbilder und Seestücke und dem wohl wichtigsten Vertreter der englischen Romantik Joseph Mallord William Turner, besser bekannt als JMW Turner.

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Zwei Tage, eine Nacht

Die Rahmendaten der Geschichte, die die beiden belgischen Filmemacher Jean-Pierre und Luc Dardenne in ihrem unverwechselbaren, nur scheinbar schmucklosen und reduzierten Stil eines "sozialen Realismus" erzählen, sind schnell wiedergegeben. Da ist Sandra (Marion Cotillard), die an einem Freitag von einem Problem erfährt, das sie binnen kurzer Zeit lösen muss: Da es der Firma, in der sie arbeitet, schlecht geht, steht ihr Rauswurf unmittelbar bevor.

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Das Salz der Erde

Die Menschen seien das Salz der Erde, so lautet ein altes Sprichwort. Angesichts der Schwarzweiß- Aufnahmen aus der brasilianischen Goldmine Serra Pelada, in der hunderte Männer übereinander klettern wie in einem chaotischen Wimmelbild, wird dieser Satz anschaulich. Viel bedeutungsvoller als Salzkörner können sie doch kaum sein, diese winzigen Menschen, die unsere Erde erst zu dem gemacht haben, was sie ist - im Positiven wie im Negativen.

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