Filme

Reuber

Axel Ranisch hat vermutlich ein kindliches Gemüt. Seine ständigen Mitstreiter, die Schauspieler Heiko Pinkowski und Peter Trabner, offenbar auch. In "Reuber" tollen die beiden mit größter Lust durch den Wald und spielen Kinderspiele unter den Augen Ranischs. Der sieht sich bei seinen Filmen nämlich nicht als Regisseur, sondern als Spielleiter - als der, der den Unernst in einigermaßen gerade Bahnen lenkt.

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Der Babadook

Oft sind Kinder in Horrorfilmen ganz besonders garstige Wesen. Der fast siebenjährige Samuel aus Jennifer Kents "The Babadook" scheint hier zunächst keine Ausnahme zu sein: Er rüstet sich mit selbst gebastelten Waffen aus und wirkt reichlich "creepy", wenn er von "dem Monster" erzählt, das es zu töten gilt. Der hyperaktive Junge raubt seiner Mutter Amelia den Schlaf – und allmählich auch den Verstand.

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Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern

Bei diesem Filmtitel horcht man bereits auf. Ein deutschsprachiger Film (aus der Schweiz) mit Sex und Neurosen? Ja wunderbar! Klingt herrlich politisch inkorrekt. Klingt nach Spaß, nach Ehrlichkeit, nach Ausbruch. Und Lebensfreude. Und wer ist Dora? Tja, das weiß Dora (Victoria Schulze) selber nicht. Denn das geistig behinderte Mädchen ist zwar schon 18 Jahre alt, wurde aber bisher immer schön mit Medikamenten ruhig gestellt

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The Forecaster

Uns bleiben noch einige wenige Monate, um das Leben ins Saus und Braus zu genießen. Danach, am 1. Oktober 2015, wird sich die europäische Schuldenkrise, unter der der Kontinent schon seit einiger Zeit leidet, derart zuspitzen, dass sich der Euro in den freien Fall begibt.

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Fassbinder

"Seine Filme befreien den Kopf!" Was Rainer Werner Fassbinder einst über Douglas Sirks fein konstruierten Melodrama-Begriff notierte, kehrt zugleich das Selbstverständnis des extrem subjektiven Filmemachers RWF hervor und dürfte die Dokumentarfilmerin Annekatrin Hendel von Beginn an für ihre Portraitstudie, schlicht "Fassbinder" genannt, interessiert haben.

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Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest

Dies ist bereits der sechste Film mit der Fee Tinkerbell. Wohl auch bei Disney hätte man nicht unbedingt erwartet, dass aus der kleinen Freundin von Peter Pan ein solches Franchise wird. In schöner Regelmäßigkeit präsentiert man nun neue Abenteuer mit den Feen. Die etwas kurz geratenen Filme - auch dieser läuft nur knapp über 70 Minuten - sind natürlich nicht ganz mit den riesigen Kinoproduktionen zu vergleichen.

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Büchner.Lenz.Leben

Am Anfang des Films "Büchner.Lenz.Leben" ist die Leinwand grau. Aus dem Off erklingen erst gesprochene Worte aus Jakob Michael Reinhold Lenz‘ Essay über "Götz von Berlichingen", dann wechselt der Text zum Anfang von Georg Büchners "Lenz".

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Eden - Lost in Music

In ihrem vierten Spielfilm beschäftigt sich Mia Hansen-Løve über einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten mit der Chronik der Pariser Club- und Technoszene, gesehen durch die Augen des aufstrebenden DJs Paul (Félix de Givry). Wie bei ihren früheren Filmen handelt es sich bei "Eden" um eine sehr persönliche Arbeit. Wo sich die Ex-Aktrice etwa bei "Der Vater meiner Kinder" vom Selbstmord ihres Förderers Humbert Balsan inspirieren ließ, kam sie mit der House-Szenerie durch ihren Bruder Sven, ein Ex-DJ, in Kontakt, der bei "Eden" als Co-Autor beteiligt war.

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An den Ufern der heiligen Flüsse

Eigentlich will der Filmemacher Pan Nalin seinem Vater nur eine Flasche heiliges Wasser vom größten hinduistischen Fest der Welt mitbringen. Als er nach Hause zurückkehrt, hat er jede Menge Geschichten und Material für einen Dokumentarfilm im Gepäck.

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Die letzten Glühwürmchen – TV-Tipp der Woche

Bereits der Beginn dieses legendären japanischen Antikriegsfilms im Zeichentrickformat nimmt mit unsagbarer Tristesse das tragische Ende der Geschichte nach der teilweise autobiographischen Novelle "Das Grab der Leuchtkäfer" von Akiyuki Nosaka vorweg: Der 14-jährige Seita, der in "Die letzten Glühwürmchen" als Erzähler sozusagen posthum sein schreckliches Schicksal seziert, verendet einsam und erbärmlich auf dem Boden einer Bahnhofshalle.

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Hot Tub Time Machine 2

2010 war "Hot Tub" so etwas wie ein kleiner Überraschungserfolg. Eine total verrückte Komödie, die ein wildes Sci-Fi-Konzept nahm und zurück in die 1980er Jahre führte, mit all dem, was das Jahrzehnt so toll, aber auch so schrecklich machte. Fünf Jahre später kommt das Sequel, auf das kein Mensch gewartet hat, das dafür aber noch schriller und unausgeglichener ist – und mächtig Spaß macht.

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Die Gärtnerin von Versailles

"Einem Mann, egal, wie edel er auch sein mag, muss man zeigen, was er mögen wird", erklärt der Gartenbauer André Le Notre (Matthias Schoenaerts), der den wenig beneidenswerten Auftrag hat, in Versailles einen großen Garten für den König und sein Gefolge anzulegen. Die Gefahr ist jedoch, dass man einer Fehleinschätzung unterliegen kann, wenn man erahnen muss, was jemandem gefallen kann – und im Frankreich des 17. Jahrhunderts könnte dies direkt ins Gefängnis führen.

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The Voices

Kann Ryan Reynolds mehr als nur gut aussehen? Er kann! Nachdem der Kanadier sein schauspielerisches Talent bereits 2010 in "Buried – Lebend begraben" unter Beweis gestellt hat, begibt er sich in Marjane Satrapis "The Voices" erneut in die Abgründe der menschlichen Seele.

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La buena vida - Das gute Leben

Die letzten deutschen Steinkohlebergwerke sollen 2018 schließen, aber auch 2015 gehen wie schon im Vorjahr wieder neue Kohlekraftwerke in Betrieb. Deutschlands wichtigster Steinkohlelieferant ist Kolumbien, in dessen Norden sich der größte Kohletagebau Lateinamerikas, die Mine El Cerrejón, befindet. Sie wird für drei ausländische Unternehmen vom gleichnamigen Bergbaukonzern betrieben, der bereits mehrere Dörfer der indigenen Bevölkerung umgesiedelt hat. Das ging nicht immer ohne Gewalt ab.

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What the Fuck heißt REDIRECTED?

Nicht zum ersten Mal spielt der 2010 ausgebrochene isländische Vulkan Eyjafjallajökull in einem Spielfilm Schicksal. Das Chaos mit den ausgefallenen und umgeleiteten Flügen, das er verursachte, drängt sich förmlich als Ausgangspunkt für Komödien auf, in denen es um erzwungene Umwege und absurde Verwicklungen geht. Viel härter noch als das Paar in der französischen Komödie "Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm" von 2014, erwischt es in der litauisch-britischen Produktion "What the Fuck heißt REDIRECTED?" vier Freunde aus London, die nach einem Raubüberfall statt an einem Strand in Malaysia in der osteuropäischen Stadt Vilnius landen.

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The Gunman

Wenn in einem Presseheft der Name des Drehbuchautors fehlt, ist das kein gutes Zeichen. Und tatsächlich bestätigt sich bei Pierre Morels Actionfilm "The Gunman" diese Beobachtung wieder einmal. Der Film beginnt mit nachrichtenartigen Bildern aus dem Kongo, zu denen die Stimme von Nachrichtensprechern zu hören ist, die die Situation in diesem Land im Jahr 2006 erläutern sollen.

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Die Liebe seines Lebens

Eric Lomax (Colin Firth) ist ein Eisenbahn-Enthusiast, er kennt Linienpläne und Fahrzeiten, findet bei Verspätungen eigene Alternativen und ist ständig mit seinem Fahrplan beschäftigt. Er ist "The Railway Man" wie der Originaltitel von Jonathan Teplitzkys Film "Die Liebe seines Lebens“ lautet. Von seinen alten Kameraden wird Eric deshalb manchmal belächelt, aber sie wissen auch um seine traumatische Vergangenheit im Zweiten Weltkrieg.

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Der Letzte der Ungerechten

Eines ist klar: die Aufarbeitung des Holocausts ist noch lange nicht beendet und es besteht noch immer Bedarf daran Film als Medium der Vermittlung desselbigen zu benutzen. Einer der unermüdlichen Filmemacher, die ihr Leben dieser einen Sache gewidmet haben, ist Claude Lanzmann.

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Hedi Schneider steckt fest

Der Aufzug bleibt stecken. Hedi Schneider drückt den Notrufknopf. Und gerät nicht in Panik, sondern fängt ein Gespräch mit dem Servicetechniker an: Familie, Frau, Kinder? Alles okay zuhause? Und, ach ja: Einen Burger mit Pommes und Cola bitte.

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Appropriate Behavior

Man könnte "Appropriate Behavior" von Writer-Director Desiree Akhavan als filmische Variante der postfeministischen HBO-Serie "Girls" bezeichnen – womit man bei einigen Cinephilen vermutlich Neugier, bei anderen eher Abwehr erregen dürfte. Nicht jedem gefällt der Einfluss der betont neurotischen "Girls"-Macherin und -Hauptakteurin Lena Dunham auf das gegenwärtige US-Indiekino.

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