Filme

Wolfskinder

"Wach auf. Mutti ist tot." Hans öffnet die Augen. Der Körper neben ihm ist kalt, steif und schmutzig. Gestern Nacht war er noch warm. Gestern Nacht hatte die Mutter gesagt, Hans und Fritz sollen gemeinsam nach Litauen gehen. Dort gäbe es eine Familie, die für die beiden Brüder sorgen würde. Die Mutter war krank und wollte nachkommen, sobald es ihr besser ginge. Dann sind sie aneinandergeschmiegt eingeschlafen. Jetzt ist die Mutter tot.

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Die langen hellen Tage

Unmittelbar nach dem Zusammenbruch des Ostblocks erschien es zumindest im Westen so, als müssten die Menschen jenseits des einstigen Eisernen Vorhangs jetzt einfach nur noch glücklich sein, da sie endlich in Freiheit leben durften. Aber wie aktuell die Ukraine-Krise zeigt, hat sich der Frieden noch lange nicht überall wirklich etabliert. Woanders mag der Krieg zwar vorbei sein, aber zugleich haben jahrelange Kämpfe ein gesellschaftliches Trümmerfeld hinterlassen, dessen unheilvolle Früchte zum Teil erst in der nächsten Generation sichtbar werden.

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Gemma Bovery

Es macht nichts, wenn man Flaubert nicht gelesen hat. Man muss seine "Madame Bovary" nicht kennen, bevor man Bekanntschaft mit "Gemma Bovery" macht. Klar, man hat ein Stück Weltliteratur verpasst, aber Berührungsängste mit diesem Film muss man deswegen nicht haben. Zumal der Film auch gar keine Literatur-, sondern eine Comicverfilmung ist.

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Dracula 3D

Bei Dario Argento fragt man sich ja immer insgeheim, ob er es einfach nicht besser kann oder ob er einfach nicht will. Wie auch immer, sein neuestes Werk "Dracula 3D" liefert eigentlich genau das was man erwartet: feinstes italienisches Trashkino. Neu ist eigentlich nur, dass es Trash jetzt auch in stereoskopischem 3D gibt.

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Ein Sommer in der Provence

Es beginnt, wie so oft, mit einer Zugfahrt. Die Reise einer Familie. Nur dass die Eltern hier eine Nebenrolle spielen. Denn die drei Enkel Léa, Adrien und der kleine Théo sind mit der Großmama Irène (Anna Galiena) unterwegs – auf dem Weg zu Großvater Paul (Jean Reno) in die idyllische Provence. Der ahnt noch nichts von seinem Glück. Paul ist nämlich alles andere als erfreut, eher erbost, als seine Herzensdame mit den drei Kinderlein vor ihm steht.

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Stage Fright

Horror-Musicals gibt es nicht viele. Hauptsächlich wohl, weil man glauben könnte, dass die Schnittmenge zwischen beiden Fangruppen relativ gering ist. Das mag vielleicht sogar so sein, aber als überdrehte Komödie, die nicht nur zahlreiche Horrorfilme zitiert, sondern auch den Musical-Betrieb auf die Schippe nimmt, funktioniert "Stage Fright" ziemlich gut.

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War of the Worlds: Goliath

H.G. Wells' "Der Krieg der Welten" wurde schon häufig verfilmt, sowohl klein- als auch großbudgetiert, fürs Kino oder fürs Fernsehen, gut oder schlecht. Nun kommt mit "War of the Worlds: Goliath" eine neue Version ins Kino.

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Mit ganzer Kraft

Nils Taverniers "Mit ganzer Kraft" handelt von der Willensstärke eines vermeintlich Schwachen – vom Überwinden des angeblich Unüberwindbaren. Das Werk kann daher als "message movie" bezeichnet werden: als Film, der sein Publikum unterhalten möchte, dabei aber zugleich eine wichtige Botschaft transportieren will.

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White Bird in a Blizzard

Der Filmemacher Gregg Araki ist ohne Zweifel das, was man einen "Auteur" nennt: All seine Werke sprechen eine spezifische Bildsprache und kreisen um zwei große Themen: die Konfusionen der Jugend und die Auswüchse des amerikanischen Albtraums.

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Hercules 3D

Die Menschlichkeit des griechischen Überhelden sollte im Zentrum stehen. Seine Verletzlichkeit und seine Zweifel. Nicht weniger nahmen sich die Macher des wuchtigen Monumentalstreifens "Hercules" vor, der auf einer Graphic Novel von Steve Moore basiert.

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Jamie Marks Is Dead

"Jamie Marks Is Dead" ist eine Adaption des Christopher-Barzak-Romans "One for Sorrow" (2007); für Drehbuch und Regie zeichnet der als Modefotograf bekannte Carter Smith verantwortlich. Dessen Langfilmdebüt "Ruinen" aus dem Jahre 2008 war ein solides Horrorwerk – der Nachfolger ist nun weitaus mehr als das: eine subtile Melange aus Teenagerdrama und Fantasy, in welcher es Smith gelingt, eine Geschichte über das Übersinnliche absolut stimmig in einer monoton-realistischen Szenerie zu verorten.

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Hin und Weg

Ein solider Genremix aus Road Movie und Tragikomödie bietet Christian Züberts "Hin und Weg". Roadmovie im klassischen Sinne, denn die Freunde rund um Hannes (David Florian Fitz) und seine Frau Kiki (Julia Koschitz) machen mit ihnen wie jedes Jahr eine Fahrradtour. Dass sich Hannes dieses Mal ausgerechnet einen Trip nach Belgien ausgesucht hat, sorgt für Verwunderung und Gelächter.

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Guardians of the Galaxy

Dass laute und bunte Blockbuster nicht immer hohl und abgestumpft sein müssen, lässt sich in diesem Sommer an der Comic-Verfilmung "Guardians of the Galaxy" beobachten. Ein abgedrehtes, aber ebenso charmantes Großprojekt, dessen sagenhafte Einspielergebnisse keineswegs vorhersehbar waren, nahmen sich die Marvel Studios in diesem Fall doch einer eher unbekannten Vorlage an.

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Madame Mallory und der Duft von Curry

Formelhaftigkeit ist eine der Konstanten des Kinos. Was funktioniert, wird weiterhin durchexerziert. Im Fall von "Madame Mallory und der Duft von Curry" sind die Ingredienzien: Lasse Hallström, der weiß, wie man Essen formschön filmt und ein Meister idyllischer Landschaftsbilder ist, eine sommerlich-sympathische, aber seichte Geschichte mit gleich doppelt eingebauter Romanze, ein klein bisschen Botschaft, gerne auch mit dem Holzhammer eingebläut.

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The Expendables 3

Männer, die nicht viele Worte machen, sondern Fäuste oder Feuerwaffen sprechen lassen. Die schon allerhand gefährliche Abenteuer überstanden haben. Und stets die Drecksarbeit verrichten müssen. Sie sind die Helden der recht erfolgreichen "Expendables"-Filme, mit denen Actionikone Sylvester Stallone bereits zwei Mal den Anachronismus auf der Leinwand lustvoll zelebrierte. Und das reaktionäre Testosteronkino der 1980er Jahre im Handumdrehen auferstehen ließ.

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I Origins - Im Auge des Ursprungs

Schon mit "Another Earth" hat Regisseur Mike Cahill ein einfühlsames Drama mit Science-Fiction-Elementen abgeliefert. Mehr noch als dort begibt sich Cahill in "I Origins" nun aber auf ein Terrain, das mit einem faszinierenden Gedankenkonstrukt den perfekten Stoff für angeregte Diskussionen bietet: über den ewig währenden Konflikt von Wissenschaft gegen Spiritualität.

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Berlin Telegram

Es gibt Filme, die mit viel Getöse das ganz große Desaster – die Apokalypse – zeigen. Und es gibt Werke wie "Berlin Telegram", die sich dem individuellen Inferno der Gefühle widmen: dem Untergang einer persönlichen Welt. Während die allumfassende Katastrophe auf der Kinoleinwand beim Publikum meist so etwas wie "wohliges Grausen" auslöst, kann das filmische Einzelschicksal entweder Gleichgültigkeit erzeugen (falls der Zuschauer keine Verbindung zur leidenden Figur bzw. deren Seelenqual herstellen kann/will) – oder es kann zum emotionalen Mitvollzug animieren.

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Besser als nix

Hach ja, die Pubertät mit ihren schwierigen Verhaltensmustern. Ihren Eltern gegenüber werden die Teenies grantiger und die berufliche Zukunft ist vielen ein Dorn im Auge. Solche Sachverhalte sind perfekt für Familien- und Coming-of-Age-Dramen, wie im letzten Jahr der großartige "Das Leben ist nichts für Feiglinge" gezeigt hat.

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Who Cares? Du machst den Unterschied

"Who cares?" / "Wen interessiert’s?" - dieser Ausdruck ist im Alltag wohl eher eine Antwort als eine Frage. Eine Antwort, die Diskurs und Austausch unterbricht oder diese gar beendet. Die Formulierung drückt Indifferenz und Gleichgültigkeit aus, wird Fragestellungen entgegengeschleudert, die außerhalb des Verantwortungsgefühls der jeweiligen Person liegen.

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Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste

Für die junge deutsche Regisseurin Isabell Šuba erfüllte sich im Jahr 2012 ein Traum, von dem man wohl vermuten muss, dass ihn fast jeder Filmstudent weltweit träumt: Ihr Kurzfilm "Chica XX Mujer" wurde in jenem Jahr als Teilnehmer des Filmfestivals von Cannes in die Kurzfilmreihe "Next Generation" eingeladen. Klar, dass es sich die Regisseurin nicht nehmen ließ, bei der Premiere des Films selbst an der Croisette anwesend zu sein.

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