Filme

Mojin - The Lost Legend

Die Leinwand lichtet sich kaum merklich zur ersten Einstellung von "Mojin - The Lost Legend". Wir stecken in einem düsteren Loch, das sich nach Jahrhunderten erstmals wieder erhellt, als sich wenig später eine gleißende Spalte zur Oberfläche hin öffnet, die Felsen bröckeln und dann drei Grabforscher uns geschmeidig an Seilen entgegen gleiten. Einer davon eine Frau: die so schlagfertige wie treffsichere Shirley, gespielt von Shu Qi.

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Die Stadt als Beute

Berlin boomt nicht erst seit gestern. Dennoch war das Leben dort lange billig. Seit einigen Jahren gehen aber auch in der deutschen Kapitale die Mieten durch die Decke. Andreas Wilckes Dokumentarfilm Die Stadt als Beute, nicht zu verwechseln mit dem Episodenfilm Stadt als Beute, führt exemplarisch eine Entwicklung vor Augen, die längst viele Regionen (weltweit) betrifft.

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We are the Flesh

Wie kein anderes Genre bedient der Horrorfilm die Lust des Publikums am Verdrängten. Regisseur und Drehbuchautor Emiliano Rocha Minter befriedigt diese in seinem beeindruckenden Debüt We Are the Flesh mit einer fiebrigen Mischung aus Postapokalypse, Tabubruch und Mindfuck.

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Hieronymus Bosch - Schöpfer der Teufel

Die absonderlichsten Kreaturen bevölkern die Gemälde von Hieronymus Bosch: bizarre, in ihrer wohl überlegten Zusammensetzung doch seltsam funktionale Wesen. Mit stelzenartigen Beinen und Schnäbeln, einem Trichter oder Kessel auf den Kopf gestülpt. Flügel brechen aus ihren Rümpfen hervor, die wiederum in grotesk gekrümmten Krötenbeinen enden. Aber es sind die Eulen, die den Forschern Rätsel aufgeben.

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Von Trauben und Menschen

Gaillac ist eine der kleineren Weinregionen Frankreichs, östlich von Toulouse gelegen. Der September ist da: Die Weinlese steht an. Der französische Filmemacher Paul Lacoste hat sich für seinen neuen Dokumentarfilm ein eher ungewöhnliches Sujet gewählt: Gut zwanzig Männer und Frauen verschiedenen Alters, die als so genannte Saisonkräfte, also als Erntehelfer, in der Spätsommerhitze schuften. Quasi in der edlen d’Artagnan-Methode: Einer für alle, alle für einen.

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Das Versprechen (2016)

Die "Süddeutsche Zeitung" ist freiheitlich geprägt. Deshalb nimmt sie immer wieder Justizskandale ins Visier. Und aus diesen Skandalen erwachsen ganz gerne Dokumentarfilme wie etwa im letzten Jahr "Mollath - Und plötzlich bist du verrückt", der freilich die journalistische Berichterstattung eher bebilderte als vertiefte. Anders "Das Versprechen", in dem SZ-Journalistin Karin Steinberger zusammen mit Marcus Vetter Regie führt: Ein Film über Jens Söring, der 1990 in den USA wegen Doppelmordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Und der, höchstwahrscheinlich, unschuldig ist.

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A Good American

Es gibt Dokumentarfilme, die sind geradezu prädestiniert, noch einmal als Spielfilm zu reüssieren. Man denke beispielsweise an "Man on Wire" von James Marsh aus dem Jahre 2008, der es als Spielfilm im letzten Jahr noch einmal unter dem Titel "The Walk" (Regie: Robert Zemeckis) in die Kinos schaffte.

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Mahana - Eine Maori-Saga

Es ist das Leid des Klügeren, das Simeon (Akuhata Keefe) fast täglich in seiner Familie erfährt. Der Teenager ist der Bücherwurm der maorischen Großfamilie Mahana, die vom Patriarchen, seinem Großvater (Temuera Morrison), mit eiserner Hand geführt wird. Es gilt die alte Maori-Tradition, dass die Ältesten zu respektieren sind und diese für alle anderen die Entscheidungen treffen. Oder wie Simeons Lehrer George Bernard Shaw zitiert: "Familie ist eine Tyrannei, geführt von ihrem schwächsten Mitglied."

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Auf Augenhöhe

Der zehnjährige Michi (Luis Vorbach) träumt den Traum vieler Heimkinder: Er wird seinen Vater kennenlernen und zu ihm ziehen. Eines Tages macht er sich auch tatsächlich auf, einen gewissen Tom Lambrecht (Jordan Prentice) zu besuchen, den er aufgrund eines Briefs seiner verstorbenen Mutter für seinen Erzeuger hält. Seinen vor Neid erblassten Zimmergenossen tröstet Michi mit den Worten, er komme ja nochmal zurück - um seine Sachen zu holen.

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Heaven Will Wait

Von jungen Männern, die sich vom IS in Europa anwerben lassen, hört man immer wieder. Die Rekrutierung beschränkt sich aber nicht nur auf Männer, sondern auch junge Frauen werden angeworben. Marie-Castille Mention-Schaar ("Die Schüler der Madame Anne") erzählt in ihrem Film "Heaven Will Wait" von dem Hergang und den Folgen dieser Rekrutierung aus verschiedenen Perspektiven.

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Mister Universo

Es dauert zwar immer ein bisschen, bis ein neuer Film kommt, doch da wartet man gern. Denn die Werke von Tizza Covi und Rainer Frimmel waren bisher immer ein großes, humanistisches Kinovergnügen irgendwo im Grenzland zwischen Dokumentation und Fiktion. "Mister Universo" macht da keine Ausnahme. Im Gegenteil, hier wird nahtlos an den wunderbaren "Der Glanz des Tages" aus 2012 angeschlossen.

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Meine Zeit mit Cézanne

Kann man eine Freundschaft aus Kindertagen bis ins Erwachsenenalter aufrechterhalten? Mit dieser Fragestellung inszeniert Danièle Thompson ihr Biopic "Meine Zeit mit Cézanne" über die Freundschaft zwischen dem Maler Paul Cézanne (Guillaume Gallienne) und dem Schriftsteller Émile Zola (Guillaume Canet).

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Café Society

Mit Woody Allen, so scheint es beim Filmfestival von Cannes einhellige Meinung zu sein, kann man eigentlich kaum etwas falsch machen: Bereits zum dritten Mal eröffnet ein Film des New Yorker Altmeisters (Verzeihung, aber gerade in diesem Fall bietet sich dieser Terminus einfach an) das Festival an der Croisette. Im Jahr 2002 markierte "Hollywood Ending" den Auftakt, dann 2011 "Midnight in Paris" – und nun "Café Society".

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Mother's Day - Liebe ist kein Kinderspiel

Wenn ein betagter Hollywoodregisseur einen neuen Film dreht, kann er manchmal an den eigenen Schauspielern erkennen, wie die Zeit vergeht. Julia Roberts war 22 Jahre alt, als sie Garry Marshalls "Pretty Woman" zum Star machte, jetzt spielt sie in seinem Episodenfilm "Mother's Day" eine Großmutter. Es ist Marshalls letzter Film geworden, denn der Regisseur starb im Juli 2016 im Alter von 81 Jahren.

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Familie haben

Jonas Rothlaender hat einen Dokumentarfilm über seine Familie gedreht, genauer, über drei Generationen von zerstrittenen oder belasteten Menschen. Ganze 130 Minuten dauert dieser erste, an der Berliner Filmhochschule DFFB entstandene Langfilm des Autors.

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Die Tragödie der Belladonna

Alles beginnt mit einem einfachen schwarzen Strich auf weißem Grund. Als die Kamera sich in Bewegung setzt, bewegt er sich immer fort nach links, schlägt Wellen, beschreibt Bögen und reißt nicht ab. Lässt so Grashalme entstehen, Blumen und Gesichter. Ein erster Tupfer pastellenen Blaus färbt eine Blüte ein und allmählich gesellen sich weitere Farben hinzu, bis vor unseren Augen ein ganzes Bouquet erblüht.

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Mein ziemlich kleiner Freund

Es ist eine Zufallsbekanntschaft. Alexandre (Jean Dujardin) hat Dianes (Virginie Efiras) Handy gefunden. Ein Übergabeort wird ausgemacht. Sie ist auf fast alles gefasst, nur nicht, dass er lediglich 1,36 Meter groß ist. Dabei hat der kleine Mann enorm viel Charme und Ausstrahlung. Er lädt die Anwältin auf ein kleines Abenteuer ein. Wenig später ruft sie ihn zurück. Eine zarte Beziehung beginnt, aber Diane hat ein Problem mit Alexandres Größe. Oder besser: Damit, dass sie von allen Leuten angestarrt werden.

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Cahier Africain

Ein Schulheft – das titelgebende "Cahier Africain" – stand am Anfang von Heidi Specognas Film. In diesem Heft haben 300 Frauen, Mädchen und Männer aus Zentralafrika festgehalten, was Rebellen aus dem Kongo zwischen Oktober 2002 und März 2003 ihnen im Zuge des bewaffneten Konflikts angetan haben. Es sind Zeugenaussagen von Vergewaltigungen und anderen Gewalterfahrungen, die die Betroffenen auf eigene Initiative festgehalten haben.

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The Shallows - Gefahr aus der Tiefe

Mehr als vierzig Jahre nach seinem Erscheinen ist Steven Spielbergs "Der weiße Hai" im Subgenre des Tierhorrorfilms noch immer unerreicht. Ändern wird daran auch "The Shallows – Gefahr aus der Tiefe" nichts, in dem der Spanier Jaume Collet-Serra ("Run All Night", "Non-Stop") eine junge Frau um ihr Überleben kämpfen lässt.

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Fado

Wenn Golo Euler in die Ferne schaut ... Wenn Luise Heyer ihre Oberlippe leicht bewegt ... Wenn die Kinostadt Lissabon ihren magisch-realistischen Nachtzauber entfaltet ... Dann wird Jonas Rothlaenders erster abendfüllender Spielfilm "Fado" zum visuellen Ereignis. Wundersam dichte wie harmonisch durchkomponierte, lange nicht gesehene Einstellungen (Bildgestaltung: Alexander Haßkerl) sind hier in einem gelb-braun schimmernden Kinojuwel zu entdecken, nein: körperlich zu erfühlen.

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