Filme

Seefeuer

Lampedusa, die größte der zwischen Tunesien und Italien gelegenen Pelagischen Inseln, ist eigentlich ein kleiner und recht unbedeutender Steinhaufen im Mittelmeer – und doch hat es das gerade mal 20 Quadratkilometer große Eiland zu einer großen und zumeist recht traurigen Berühmtheit gebracht: Seitdem die Flüchtlingszahlen aus Afrika und Kriegsgebieten wie Syrien massiv angestiegen sind, gilt Lampedusa als eine Art Vorposten Europas und zugleich aufgrund seiner Nähe zum afrikanischen Kontinent als jener Ort, den die Schlepper mit ihren Booten immer wieder ansteuern.

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High-Rise

Seit der globalen Banken- und Finanzkrise sucht das Kino nach Bildern, um dem Wahnsinn des modernen Kapitalismus gerecht zu werden. Der Ansatz des britischen Regisseurs Ben Wheatley, bisher vor allem bekannt für kleine, schmutzige Genrefilme wie "Sightseers" oder den Fiebertraum "A Field in England", ist ein anderer: Er will ungerecht sein.

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Everybody Wants Some!!

Nach seinem Publikums- und Kritikerliebling Boyhood legt Regisseur Richard Linklater eine Komödie nach, die zwar genau da anknüpft, wo Boyhood aufhörte – mit dem ersten Tag am College –, inhaltlich jedoch eher an eine Neuauflage von Confusion – Sommer der Ausgeflippten (1993) erinnert. Der Titel nach einem Van-Halen-Song ist auf jeden Fall Programm: Everybody Wants Some!!

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Warcraft: The Beginning

Es ist ein schlechtes Jahr für die Fantasy. Aus Hollywood kamen mit "Gods of Egypt" und "The Huntsmam & the Ice Queen" zwei enttäuschende Filme, nun folgt "Warcraft", die mehr oder minder heiß erwartete Verfilmung des weltweit erfolgreichen Spiels. Aber wie so oft, wenn Hollywood sich daran versucht, den Erfolg eines interaktiven Mediums zu übertragen, scheitert es auf ganzer Linie.

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Outside the Box

Okay, Frederik Schopner (Volker Bruch) ist nur nominell ein High Potential. Eigentlich ist er eine Pfeife. Dennoch darf er mitfahren zum Assessment Center fürs ach so wichtige Team Bonding. Seine Kollegen: Michel (Stefan Konarske), das Alphatier mit der steilen Karriere, Yvonne (Vicky Krieps) mit ihrem Faible fürs social enterprising ("Wenns nicht menschelt, werden die Leute nie zu Resultern") und Sascha (Marco Kretsch), erfahren, individuell und eiskalt.

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A Good American

Es gibt Dokumentarfilme, die sind geradezu prädestiniert, noch einmal als Spielfilm zu reüssieren. Man denke beispielsweise an "Man on Wire" von James Marsh aus dem Jahre 2008, der es als Spielfilm im letzten Jahr noch einmal unter dem Titel "The Walk" (Regie: Robert Zemeckis) in die Kinos schaffte.

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Sonita

Eine junge Afghanin, die im Iran lebt, träumt von einer Karriere als Rapperin. Das offizielle Gesangsverbot für Solistinnen stört sie wenig. Als ihr jedoch eine Zwangsehe in ihrem Heimatland droht, gerät mit der Protagonistin auch das Filmteam in ein Dilemma. Regisseurin Rokhsareh Ghaem Maghami hat die Probleme vor und hinter der Kamera in ihrem bewegenden Dokumentarfilm "Sonita" thematisiert.

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The Event

Einmal gibt es in "The Event" einen Schwenk im Regen von Leningrad. Er bewegt sich über das Meer der Gesichter, die Sergei Loznitsa wie bereits in seinem Film "Maidan" als Masse interessieren, vielleicht sogar als Nation. Der Schwenk endet in einem großartigen Bild. Am rechten Bildrand steht ein einsamer Mann mit Regenschirm.

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Sing Street

Liebe und Musik – diesen beiden Themen widmete sich der irische Indie-Filmemacher John Carney bereits in seinen Werken "Once" (2007) und "Can a Song Save Your Life?" (2013). Auch in seiner neusten Arbeit "Sing Street" dreht sich alles um Klang und Gefühl, diesmal jedoch in einer vergangenen Zeit und mit juvenilen Hauptfiguren. Vor dem Hintergrund einer rückläufigen Konjunktur im Jahre 1985 in Dublin erzählt Carney von Identitätssuche und -findung.

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Urmila - für die Freiheit

Urmila Chaudhary ist eine junge nepalesische Aktivistin, die für die Befreiung der letzten Sklavenmädchen, der sogenannten Kamalari, in ihrem Land kämpft. Auch sie selbst wurde im Alter von sechs Jahren von den verarmten Eltern verkauft und musste elf Jahre lang im Haushalt einer Familie in der Hauptstadt Kathmandu schuften. Sie durfte weder spielen noch die Schule besuchen, wurde beschimpft und geschlagen.

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Der Nachtmahr

Auf den ersten Blick – und nur auf diesen – mutet "Der Nachtmahr" wie ein seltsamer Filmtitel an. Er gemahnt natürlich an das gleichnamige Gemälde von Johann Heinrich Füssli aus dem Jahre 1790, das im Frankfurter Goethe-Haus zu sehen ist und als vielleicht bildhafteste Illustration des kunst- und literaturhistorischen Terminus "Schwarze Romantik" gilt.

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7 Göttinnen

In einer fulminanten Eröffnungssequenz werden sie vorgestellt, die sieben Frauen, die die Heldinnen von "7 Göttinnen" sind. Schon das ist etwas Besonderes: Dass es weibliche Hauptfiguren gibt – für indische Verhältnisse kommt das einer Revolution gleich. Dies ist ein Film, der offensichtlich aus der Wut über die Unterdrückung der Frauen geboren wurde – und der diese Wut in die Energie eines fröhlichen, traurigen, dramatischen Mädchenabends verwandelt.

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Himmelskind

Zynisch betrachtet, könnte man angesichts einer Geschichte, die davon handelt, dass einem Mädchen mit einer tödlichen Krankheit spontane Heilung widerfährt, die auf göttlichen Beistand zurückzuführen ist, fragen, wieso Gott ein Gebet erhört hat, jedoch alle anderen der Menschen, die nicht weniger leiden, ignoriert. Das Zielpublikum von "Himmelskind" wird diese Frage aber nicht stellen, sondern die wahre Geschichte als Bestätigung des eigenen Glaubens nehmen.

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BFG - Big Friendly Giant

Mit seinem Film "The BFG - Big Friendly Giant" knüpft Steven Spielberg an Filme wie "E.T. - Der Außerirdische" an und bietet nahezu perfekte Familienunterhaltung, bei der eigentlich nur der typische Spielberg-Touch stört.

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Hannas schlafende Hunde

Österreich ist von Nazis durchsetzt. Das dürfte sich inzwischen eigentlich herumgesprochen haben. Wie zum Beweis verfilmt Andreas Gruber den autobiographischen Roman von Elisabeth Escher: In "Hannas schlafende Hunde" gerät die zehnjährige Hanna in Angst- und Identitätskrisen, denn ihre Familie ist jüdisch. Und lebt im Feindesland, damals, im oberösterreichischen Wels des Jahres 1967.

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The Whispering Star

Nach der Fukushima-Katastrophe haben sich im japanischen Kino recht schnell der apokalyptische Katastrophen- und der Endzeitfilm, die seit "Godzilla" eine große Tradition in Japan haben, als dominierende Genres durchgesetzt. Wenn Sion Sono also in einem Jahr fünf (!) Kinofilme und einen Fernsehfilm abliefert, dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass er sich auch in diese Genres verirrt. Zumal sich Sono bereits 2012 mit "The Land of Hope" an Fukushima heranwagte.

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Mein Praktikum in Kanada

Ein junger Haitianer kommt nach Kanada, um dort ein Praktikum bei einem Politiker zu machen. Das klingt zunächst nach einer dieser typischen Komödien, die ihren Witz aus dem Zusammenprall verschieden "entwickelter" Länder und Menschen unterschiedlicher sozioökonomischer Herkunft beziehen. Doch "Mein Praktikum in Kanada" ist cleverer.

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The Nice Guys

Ein Auto stürzt einen Abhang herunter, fährt durch ein Haus und überschlägt sich. Eine junge Frau, Misty Mountain, wird herausgeschleudert. Mit so einer Wucht, dass sie bei der Landung nackt ist. Zur Irritation des Jungen, der sie findet. Denn der kennt diese Brüste, er hat sie sich gerade im Pornoheft seines Vaters angesehen. Misty Mountain ist ein Pornostar. Oder besser gesagt: sie war ein Pornostar.

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Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln

Sechs Jahre nach seinem Kinderbuch-Erfolg "Alice im Wunderland" lässt Lewis Carroll 1871 die zweite Erzählung "Alice hinter den Spiegeln" folgen. Ebenfalls sechs Jahre nach Tim Burtons Verfilmung "Alice im Wunderland" (2010) erscheint nun mit "Hinter den Spiegeln" James Bobins Versuch, die bunte, wahnwitzige Welt des ersten Films erneut zu besuchen. Schafft dieser Film es dabei besser als sein Vorgänger, den einfallsreichen Irrsinn der großen Vorlage umzusetzen?

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Toni Erdmann

Machen wir es kurz: Maren Ades "Toni Erdmann" ist ein Meisterwerk, nicht nur der deutschen, sondern der internationalen Filmkunst. Und das würde man auf den ersten Blick vielleicht nicht vermuten. Aber dieser Film ist so viel mehr als die Summe seiner einzelnen Teile. Ein Trailer, eine Kurzzusammenfassung oder ähnliche schnelle, oberflächliche Blicke können nicht vermitteln, was für ein Diamant dieser Film ist.

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