Filme

Love, Rosie - Für immer vielleicht

Man bekommt ja nicht allzu häufig eine internationale Produktion eines deutschen Studios — in diesem Fall Constantin Film — zu sehen. Umso größer das Interesse (und das leise Argwöhnen), ob man mit dem internationalen Standard mithalten kann. Zum Glück muss man sich bei "Love, Rosie — Für immer vielleicht" darum keine Sorgen machen. Sowohl auf technischer als auch auf ästhetischer Ebene hat der deutsche Regisseur Christian Ditter ("Vorstadtkrokodile", "Wickie auf großer Fahrt") einen Film hingelegt, der nicht von amerikanischen oder britischen Produktionen seines Genres zu unterscheiden ist.

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Wir waren Könige

Was ist das für ein Film, in dem es beim SEK-Einsatz in einer Drogendealer-Wohnung ein paar Verletzte und ein paar Tote gibt? Was ist das für ein Film, in dem diese Elitetruppe der Polizei hier mal ein paar Tausender einsteckt, dort mal ihren Rachegelüsten freien Lauf lässt und abends beim Gelage in der Kneipe Schlägereien provoziert?

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Ich seh, Ich seh

Wie grauenvoll viele Volks- und Kinderlieder sind! Also im wahrsten Sinne des Wortes "voller Grauen". In der Weimarer Republik besang ein bekanntes Stück den Werwolf von Hannover Fritz Haarmann mit folgenden Zeilen: "Warte, warte nur ein Weilchen / bald kommt Haarmann auch zu dir, / mit dem kleinen Hackebeilchen /...".

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Coming In

Wenn die angestaubten Strukturen gängiger Romcoms aufgebrochen werden, dann ist das immer gut. Zu häufig musste man schon den ewig gleichen Film aus deutschen Landen sehen – nur die Gesichter der Schauspieler wechselten. Schade nur, dass "Coming In" auch nicht recht viel mehr bietet, denn abseits des Problems mit der sexuellen Orientierung ist eigentlich alles wie gehabt.

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One on One

Kim Ki-duk ist ein schwieriger Fall. Der 53-jährige Koreaner ist in allen Belangen ein Provokateur, ein Mann, der manchmal ohne das beruhigende Augenzwinkern Dinge von sich gibt und in seinen Filmen zeigt: Gewalt und Sexualität gehen bei ihm meist Hand in Hand. Er umarmt das Amoralische, um etwas über die Menschheit zu erzählen. Dennoch und vielleicht gerade weil sein Werk in seinen vielschichtigen Reflektionen über Terror so schwer zu verdauen ist, genießt Kim ein hohes Ansehen (zumindest außerhalb von Südkorea) auf dem Festivalzirkus.

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Let's Be Cops

Erfolg rechtfertigt alles? In Hollywood auf jeden Fall schon. Dass "Let’s Be Cops" in den USA bislang mehr als 80 Millionen Dollar eingespielt hat – mehr als das Vierfache seines Budgets! – ist alles, was zählt. Dass der Film hundsmiserabel ist, ist dabei allenfalls als Betriebsunfall zu rechnen, aber nicht weiter problematisch. Das Publikum konnte schließlich ins Kino gelockt werden.

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Mr. Turner

Lang lang ist's her, seit Mike Leigh seinen letzten Historienfilm gedreht hat. Um genau zu sein 15 Jahre. Damals, im Jahre 1999, portraitierte er in "Topsy-Turvy" das Operetten-Duo Gilbert und Sullivan, das Ende des 19. Jahrhunderts äußerst erfolgreich war. In "Mr. Turner" widmet sich Leigh abermals einer großen Künstlerpersönlichkeit, dem Schöpfer weltberühmter Landschaftsbilder und Seestücke und dem wohl wichtigsten Vertreter der englischen Romantik Joseph Mallord William Turner, besser bekannt als JMW Turner.

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Zwei Tage, eine Nacht

Die Rahmendaten der Geschichte, die die beiden belgischen Filmemacher in ihrem unverwechselbaren, nur scheinbar schmucklosen und reduzierten Stil eines "sozialen Realismus" erzählen, sind schnell wiedergegeben. Da ist Sandra (Marion Cotillard), die an einem Freitag von einem Problem erfährt, das sie binnen kurzer Zeit lösen muss: Da es der Firma, in der sie arbeitet, schlecht geht, steht ihr Rauswurf unmittelbar bevor.

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G.B.F.

Das Kastenwesen an US-amerikanischen High Schools bietet schon seit mehreren Dekaden Stoff für Coming-of-Age-Komödien und -Dramen sowie Horrorfilme und Genre-Mixturen aller Art. Stets haben vermeintliche Freaks und Geeks unter bulligen Athleten und hübschen "mean girls" zu leiden; das "Anderssein" wird in den Fluren der High School zum Verhängnis, führt zu Mobbing und Ausgrenzung. Wenn sich die adoleszenten Outsider schließlich zur Wehr setzen, kann dies wiederum komische, aber auch tragische oder grausige Konsequenzen haben.

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Der Kreis (2014)

In den 1950er Jahren veranstaltete die Züricher Schwulenszene legendäre Maskenbälle, die auch zahlreiche Besucher aus dem benachbarten Ausland anzogen. Denn anders als etwa in Deutschland, wo der Paragraph 175 männliche Homosexualität noch unter Strafe stellte, konnte in der liberalen Schweizer Großstadt eine Selbsthilfeorganisation mit dem Namen "Der Kreis" weitgehend unbehelligt wirken. Sie gab eine gleichnamige, dreisprachige Zeitschrift heraus, die auch im Ausland Hunderte von Abonnenten hatte. Daneben bot sie schwulen Männern, die ihre sozial geächtete Neigung in der Regel sorgsam geheim hielten, die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten zu treffen.

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Hin und weg

Es muss wohl eine besondere Beziehung zwischen den Deutschen und dem Meer bestehen. In "Knocking on Heaven's Door" zog es einen todkranken Til Schweiger an die Nordseeküste und nun macht sich in Christian Züberts "Hin und weg" Florian David Fitz auf einen ähnlichen Weg.

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Northmen: A Viking Saga

"Wikinger haben eine große Fanbase", so Produzent Ralph S. Dietrich. "Als dann auch noch das Nachrichtenmagazin Spiegel einen Wikinger auf dem Titelbild zeigte, war mir klar, dass die Zeit reif ist, unseren Film zu drehen." Ein kurioser Auslöser, das muss man schon sagen und sich im Umkehrschluss fragen, ob ein Ägypter auf dem Cover dann wohl die Produktion eines Ägypten-Films gezeitigt hätte. Aber man soll ja nicht gehässig sein, "Northmen – A Viking Saga" ist immerhin gute, wenn auch simple Action-Kost.

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Das Salz der Erde

Die Menschen seien das Salz der Erde, so lautet ein altes Sprichwort. Angesichts der Schwarzweiß- Aufnahmen aus der brasilianischen Goldmine Serra Pelada, in der hunderte Männer übereinander klettern wie in einem chaotischen Wimmelbild, wird dieser Satz anschaulich. Viel bedeutungsvoller als Salzkörner können sie doch kaum sein, diese winzigen Menschen, die unsere Erde erst zu dem gemacht haben, was sie ist - im Positiven wie im Negativen.

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Am Sonntag bist du tot

Die katholische Kirche hat ein Image-Problem und das nicht erst seit sich mehr und mehr Missbrauchsopfer zu Wort melden, deren Kindheit durch pädophile Vertreter der Institution auf furchtbarste Weise geprägt wurde. In der heutigen Zeit ist es daher ziemlich einfach, mit der Kirche und ihrer Religion hart ins Gericht zu gehen, sie zu verurteilen und als scheinheilig zu entlarven.

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Xenia

Wenn ein Film, der eine vergleichsweise überschaubare Geschichte entfaltet, 128 Minuten dauert, liegt es wohl nahe, diesem Werk Überlänge vorzuwerfen. Sind einem die zentralen Figuren allerdings so schnell ans Herz gewachsen, wie dies in Panos H. Koutras' "Xenia" der Fall ist, kommt einem ein solcher Vorwurf zu keiner Zeit in den Sinn.

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Citizenfour

"In diesem besonderen Fall" wurde bei der Einladung zur Pressevorführung darum gebeten, doch bitte das Kommen anzumelden, "da wir auch mit Interesse aus Nicht-Film-Ressorts rechnen". Dieser besondere Fall heißt "Citizenfour" und ist ein Dokumentarfilm über Edward Snowden.

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Der Samurai

Ein Wolf treibt in einem kleinen Dorf an der deutsch-polnischen Grenze sein Unwesen. Der junge Polizist Jakob (Michel Diercks) versucht das Tier zu zähmen, zumindest bis ihn eine andere Aufgabe voll und ganz einnimmt. Wobei der Abend ganz harmlos mit einem Paket anfängt, das bei der Polizei abgegeben wird und das Jakob dem richtigen Empfänger zustellen will.

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Winterschlaf

Nuri Bilge Ceylan wagt viele neue Schritte in seinem neuen Werk "Winterschlaf", das dieses Jahr in Cannes die Goldene Palme gewann. So lässt sich der normalerweise geduldige Student schweigender Gesichter nun auf lange und den Plot dominierende Dialoge ein. Außerdem finden die Geschehnisse zu großen Teilen in Innenräumen statt, was für den türkischen Regisseur ein absolutes Novum darstellt.

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5 Zimmer Küche Sarg

Als Vampir hat man's nicht leicht. Der Sonne muss man aus dem Weg gehen, Vampirjäger gibt's auch, und dann sind da natürlich auch noch die WG-Genossen, mit denen man auch nicht immer auf einer Wellenlänge funkt. Immerhin gehört man als Vampir ja auch zu den älteren Herrschaften, da können (relative) Jungspunde schon nervig sein. Die Pseudo-Dokumentation "5 Zimmer Küche Sarg" zeigt, wie der Vampir-Alltag aussieht.

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Das Verschwinden der Eleanor Rigby

Ein Paar sitzt zusammen in einem schönen kleinen Restaurant. Er gesteht, dass er die Rechnung nicht bezahlen kann, sie schlägt daraufhin vor, einfach abzuhauen – nacheinander, damit es nicht auffällt. Sie geht zuerst, er will ihr folgen, aber der Kellner bemerkt, was sie vorhaben. Also laufen sie lachend davon und landen in einem Park. Sie knutschen und auf einmal steigen Glühwürmchen in ihrer Nähe auf. Es sind diese Bilder der unbeschwerten Liebe von Eleanor (Jessica Chastain) und Connor (James McAvoy), mit denen "Das Verschwinden der Eleanor Rigby" von Ned Benson beginnt.

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