Filme

Into the Forest

Im Film passiert die apokalyptische Katastrophe, die die Welt verändert, fast immer mit einem lauten Knall: Sie legt rauchend und explosiv alles in Schutt und Asche. Nicht jedoch in "Into the Forest". Schon die ersten Bilder von Patricia Rozemas erstaunlicher Adaption von Jean Heglands Roman sind sanft und einfühlsam. Sie zeigen nebelverhangene bewaldete Hügel, von denen sich langsam eine tanzende Frau abhebt. Aus dem Off erklingt dazu Cat Powers eindringliche Version von "Wild is the Wind".

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Captain Fantastic

Ben Cash (Viggo Mortensen) zieht in einem Waldstück irgendwo in der Wildnis bei Washington seine sechs Kinder groß. Die Großfamilie hat es sich gut eingerichtet. Zusammen erlegen sie Wild, pflegen ihren Pflanzengarten und sammeln Wasser. So natürlich wie möglich soll das Leben sein. Aber nicht ohne Regeln und Prinzipien.

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El Olivo - Der Olivenbaum

Wenn am 27. Juli das diesjährige Fünf Seen Filmfestival in der Schlossberghalle Starnberg festlich seine Pforten eröffnet, wird via Liveschaltung auch die spanische Filmemacherin Icíar Bollaín diesem Events beiwohnen und die illustren Gäste dieser Veranstaltung willkommen heißen. Denn es ist ihr neuster Film "El Olivo – Der Olivenbaum", den Matthias Helwig als Leiter für die Eröffnung des Filmfestivals ausgewählt hat.

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1001 Nacht - Teil 1: Der Ruhelose

Diesen Sommer kommt die 1001-Nacht-Trilogie von Miguel Gomes mit erheblicher Verspätung in die Kinos. Das mag etwas merkwürdig klingen, denn ein Film kann nie zu spät kommen, aber in diesem besonderen Fall schmerzt die Zeit, die seit der Uraufführung im vergangenen Jahr in Cannes verging, doch sehr. Der Film ist nämlich eine Reaktion des Kinos und der Fiktion auf die Aktualität und die Politik.

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Train to Busan

Mit seinem ersten Live-Action-Film "Train to Busan" liefert Yeon Sang-ho ("King of Pigs") einen Genrefilm ab, der auf den ersten Blick nur ein weiterer Zombiefilm zu sein scheint. Und da dieses Genre seit Jahren bis auf Mark und Bein ausgelutscht wurde, erscheint diese Entscheidung überaus redundant. Doch man sollte Yeon Sang-ho nicht unterschätzen.

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Ghostbusters (2016)

Popkultur ist, wie jede Form von kultureller Produktion, nichts ohne ihren Kontext; nur dass bei ihr womöglich die Bezüge unmittelbarer, auch kurzfristiger sein mögen, stärker auf die Gegenwart bezogen oder wenigstens auf die Themen einer Generation, einer Lebenszeit. Sie ist prägend, auch stilbildend, und Revivals, die Nostalgie zurück in die 80er, 90er und die besten Hits aller Zeiten haben viel mit persönlicher Erinnerung zu tun, mit Kindheits- und Jugenderfahrungen.

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Alles was kommt

Und plötzlich, mitten im Leben, ist alles anders: Eben noch schien für die Philosophielehrerin Nathalie (Isabelle Huppert) alles in bester, bürgerlicher Ordnung zu sein: Seit 25 Jahren mit ihrem Mann (André Marcon) verheiratet, die Kinder mittlerweile erwachsen und aus dem Haus, das Lehrbuch über Philosophie in einem kleinen Verlag sorgt für Streicheleinheiten fürs Ego.

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Willkommen im Hotel Mama

Erwachsene Kinder, die bei den Eltern wohnen müssen, können einem leidtun. Entweder sind sie unselbstständig geblieben und klammern auch noch bei scharfem Gegenwind, wie in der köstlichen französischen Komödie "Tanguy - Der Nesthocker" aus dem Jahr 2001, am Zuhause ihrer Kindheit. Oder sie kehren aus einem eigenen Haushalt, den sie sich nicht mehr leisten können, notgedrungen zurück in den elterlichen.

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La isla mínima - Mörderland

Der Vergleich mit der ersten Staffel "True Detective" liegt nahe und wurde bereits oft gezogen. Und zugegeben: Was die Geschichte und die Charaktere betrifft, ähnelt "La isla mínima" der US-amerikanischen Serie. Doch hier enden die Vergleiche bereits. Denn der Thriller, der im Februar 2015 beim spanischen Filmpreis Goya mit zehn Trophäen nach Hause ging, ist ein eigenes kleines Meisterwerk. Und hat "True Detective" besonders die politische Komponente voraus.

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Maggies Plan

Maggie (Greta Gerwig) hat einen Plan. Es ist ein Lebensplan, der ganz genau bestimmen soll, wie ihr Leben so verläuft. Das ist gut für Maggie, denn sie braucht Ordnung in ihrem Leben. Und laut diesem Plan will sie jetzt Kinder. Leider hat das mit dem dazugehörigen Freund/Ehemann nicht geklappt. Alle ihre Beziehungen waren eher kurzer Natur. Doch die Uhr tickt, der Plan drückt und so will sich Maggie kurzum einen Spermaspender suchen.

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Life Is A Moment

Der aparte junge Pakistani Aryan (Kapil Sharma) steht kurz vor seiner Verlobung mit der hübschen, gesellschaftlich wunderbar passenden und wohlhabenden Aisha (Sadia Khan), die bereits den ausführlichen Shopping-Rausch anvisiert. Nun wird die geplante große Feier der bevorstehenden Verbindung der beiden aus geschäftlichen Gründen der Familie nach Norwegen verlegt, und Aryan nutzt die Gelegenheit, sich erst einmal ganz allein in Ruhe ein paar Tage vorher in Oslo einzufinden.

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Pets

Wer nicht ahnte, dass New York die Stadt der Haustiere ist, wird spätestens am Schluss des Animationsfilms "Pets" mächtig staunen: Da blickt die Kamera in die abendlich erleuchteten Fenster der Wolkenkratzer, wo gerade überall Hund, Katze und Wellensittich ihre heimgekehrten Frauchen und Herrchen freudig liebkosen. Könnten die Tiere erzählen, wie aufregend ihr Tag gewesen ist, die Menschen würden ihren Ohren nicht trauen.

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Heimatland

Das Ende beginnt ganz harmlos. Irgendwo in den schroffen Gebirgslandschaften der Zentralschweiz steigen zarte Dampfschwaden aus den Bergbächlein und Seen empor, zuerst nur ganz zögerlich, dann werden sie immer mehr, finden sich zusammen zu größeren Schwaden, bilden einen leichten Nebel und verwandeln das stille Gewässer eines kleinen Sees in eine Kreisbewegung, die sich zu einem Strudel auswächst.

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Mein ziemlich kleiner Freund

Es ist eine Zufallsbekanntschaft. Alexandre (Jean Dujardin) hat Dianes (Virginie Efiras) Handy gefunden. Ein Übergabeort wird ausgemacht. Sie ist auf fast alles gefasst, nur nicht, dass er lediglich 1,36 Meter groß ist. Dabei hat der kleine Mann enorm viel Charme und Ausstrahlung. Er lädt die Anwältin auf ein kleines Abenteuer ein. Wenig später ruft sie ihn zurück. Eine zarte Beziehung beginnt, aber Diane hat ein Problem mit Alexandres Größe. Oder besser: Damit, dass sie von allen Leuten angestarrt werden.

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The Legend of Tarzan (2016)

Sieht man den Trailer zum neuen Tarzan-Film, drängt sich einem die Frage auf, ob man heute einen Film über Tarzan machen kann, ohne sich direkt auf das Terrain von paternalistischen Darstellungsstrukturen und "White Primacy" zu begeben. Und als logische Konsequenz entstehen daraus die Zweifel, ob man dann überhaupt einen Film über Tarzan heute noch machen sollte.

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Julieta

Man kann es Stil nennen, Handschrift oder auch Mangel an Flexibilität. Doch welchen Namen man dem Ganzen auch gibt, das Phänomen bleibt doch stets das gleiche: Es gibt Filmemacher, die erkennt man sofort in den ersten Szenen, an ihrer Art der Bildfindung und Inszenierung, an der Ausstattung, dem Kostümbild, den Charakteren, an der Musik und nicht zuletzt an den Geschichten, die sie erzählen. Pedro Almodóvar gehört ganz sicher zu dieser Spezies.

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Wiener Dog

Spätestens als die Mumblecore-Queen Greta Gerwig im Jahre 2010 in Noah Baumbachs "Greenberg" eine tragikomische Bravour-Performance in Sachen Selbstzerstörung und Desorientierung lieferte, ahnte man, dass es irgendwann zu einer Zusammenarbeit mit dem Independent-Filmemacher Todd Solondz kommen würde. Und nun ist es passiert. Gleichwohl stellt sich zunächst Irritation ein: Gerwig spielt Dawn Wiener?! Die Dawn Wiener aus Solondz' Coming-of-Age-Meisterstück "Willkommen im Tollhaus" (1995)? Oh ja, das tut sie.

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Dibbuk - Eine Hochzeit in Polen

Das eigentlich Unheimliche kommt ja nicht nur aus dem Unerwarteten, Fremden, das sich auf einmal im eigenen Leben breitmacht. Es kommt aus dem plötzlichen Bruch mit dem Vertrauten, aus Verschiebungen, die sich nicht erklären, Bewegungen, die sich nicht ändern lassen. Und natürlich bricht es am leichtesten ein, wenn Neues nur scheinbar vertraut ist, wenn unter der Oberfläche etwas lauert, das nicht greifbar und womöglich bösen Willens ist.

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Seefeuer

Lampedusa, die größte der zwischen Tunesien und Italien gelegenen Pelagischen Inseln, ist eigentlich ein kleiner und recht unbedeutender Steinhaufen im Mittelmeer – und doch hat es das gerade mal 20 Quadratkilometer große Eiland zu einer großen und zumeist recht traurigen Berühmtheit gebracht: Seitdem die Flüchtlingszahlen aus Afrika und Kriegsgebieten wie Syrien massiv angestiegen sind, gilt Lampedusa als eine Art Vorposten Europas und zugleich aufgrund seiner Nähe zum afrikanischen Kontinent als jener Ort, den die Schlepper mit ihren Booten immer wieder ansteuern.

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Hedi

Der junge Tunesier Hedi kann einem schon leidtun. Zumindest ein ganz klein wenig. 25 Jahre ist er alt und doch steht er immer noch unter der Fuchtel seiner Mutter, die für den Autoverkäufer dessen Leben regelt. Und so lässt er sich weiterhin herumschubsen, bevormunden, lässt sich zu einer arrangierten Hochzeit drängen, bei der die Mutter fest die Zügel in der Hand hält und alles so arrangiert, wie sie es gerne hätte. Und das natürlich stets unter dem Deckmantel, dass sie es ja stets nur gut mit ihrem Nesthäkchen meint.

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