Filme

Big Eyes

Es sind die großen, traurigen Augen, die die Gemälde von Margaret Keane so beeindruckend machen. In ihnen spiegelt sich eine Emotionalität, die nicht kalt lässt – auch Tim Burton konnte sich dem nicht entziehen. Betrachtet man Tim Burtons Filme, vor allem aber auch seine Zeichnungen, und denkt an Keanes verlorene Kinder, dann überrascht es nicht, dass der Regisseur genau diese Geschichte erzählen wollte.

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Fußball - Großes Spiel mit kleinen Helden

Die Faszination für das runde Leder vermag das Kino nur selten in eine sinnvolle Geschichte umzuwandeln. Deshalb stellen Fußballfilme, abgesehen von historischen Exkursen wie "Das Wunder von Bern" oder "Das große Spiel", eher eine Ausnahme dar, zumal sich ihr Kassenerfolg häufig in bescheidenem Rahmen hält.

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Hubert von Goisern - Brenna tuat's schon lang

Hubert von Goisern erklomm 2011 zum ersten Mal die Spitze der österreichischen Charts, mit dem Lied "Brenna tuat's guat". Da war der Erfinder des Alpenrock schon ein Vierteljahrhundert im Geschäft. Überhaupt folgt der Mann, der als Hubert Achleitner in Bad Goisern im Salzkammergut aufwuchs, lieber mäandernden Pfaden, als schnurgeraden Wegen.

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Stopping - Wie man die Welt anhält

Die Sehnsucht nach innerer Ruhe und Ausgeglichenheit ist geradezu symptomatisch geworden für unsere Zeit, in der alles immer schneller, effizienter, optimierter von der Hand gehen muss. Das alltägliche Hamsterrad der Doppelt- und Dreifachbelastung, der ständigen Erreich- und Verfügbarkeit, die permanente Reiz- und Informationsüberflutung, all das betrifft keineswegs nur "High Performer", wie mancher fälschlicherweise glauben mag, sondern nahezu jeden von uns.

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Als wir träumten

Als wir träumten, wussten wir gar nicht, dass wir eines Tages erwachen. Und dass sich die Bilder und Stimmungen von damals und heute erschreckend gleichen würden. Bilder wie die aus Leipzig im Jahre 2015. Menschen auf den Straßen mit Wut und Angst im Gepäck. Und dann natürlich die Erinnerungen an Leipzig 1989. Wieder diese Massen. Auch da die Wut und eine stille Angst, dass "Wir sind das Volk"-Rufe vielleicht auch nach hinten losgehen könnten. Es erscheint gar nicht zu kurz gegriffen, wenn man die friedlichen Demonstrationen der Wendezeit mit den heutigen Legida-Demonstrationen vergleicht.

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Sprache: Sex

Let’s talk about sex, baby – nein: ein verspieltes Herumeiern, eine verquaste Kulturanalyse bietet der essayistische Interviewfilm von Saskia Walker und Ralf Hechelmann nicht. 16 Personen werden interviewt über ihre ganz persönlichen Ansichten über Sexualität, damit auch über Liebe, Scham, Körper und Konventionen. 16 Personen und 16 Meinungen, die die Regisseure dem Zuschauer vorsetzen, zur eigenen weiteren Auseinandersetzung.

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Domino Effekt

Ein kleines Land ringt um Anerkennung, ein Liebespaar ringt um seine Beziehung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger zeigen Elwira Niewiera und Piotr Rosołowksi in ihrem Dokumentarfilm "Domino Effekt".

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American Sniper

Die ersten Bilder zeigen ein vom Krieg zerstörtes Stadtgebiet, ein Panzer rollt durch die staubigen Straßen, die Kamera hat eine leichte Unterperspektive, zu hören ist der Ruf von einer Moschee. Dann schwenkt die Kamera über den Panzer hinweg auf ein erhöhtes Gebäude, auf dem Chris Kyle (Bradley Cooper) liegt. Er ist ein Scharfschütze, ein "Sniper", und seine Aufgabe ist es, die unten patrouillierenden amerikanischen Soldaten zu schützen.

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Elixir

Die Surrealisten – unter anderem – im heutigen Berlin: Regisseur Brody Higgs, der aus Australien stammt, in Polen wohnt und in Berlin arbeitet, versucht mit "Elixir" einen unbedingten Bohème-Film zu drehen, avantgardistisch und seiner Zeit voraus, zugleich in Reminiszenz an die surrealistische Bewegung vor fast 100 Jahren, gesprenkelt mit weiteren radikalen Kunstfiguren der letzten Jahrzehnte wie Malcolm McLaren, dem Punk-Macher, oder auf dem Soundtrack unter anderem Patti Smith, The Johnsons oder PJ Harvey.

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bestefreunde

Die Thirtysomethings sind die neuen Twentysomethings. Oder aber, vielleicht: Waren vor zehn Jahren die Mittzwanziger im Film die Suchenden, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben, so muss man jetzt konstatieren: Auch die Mittdreißiger sind noch verloren in ihrem Leben.

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Heute bin ich Samba

Eine Partyszene wie in "La grande bellezza" oder "Der große Gatsby" steht am Anfang des französischen Films "Heute bin ich Samba" von Olivier Nakache und Eric Toledano. Die Kamera führt jedoch schnell hinter die Kulissen dieser rauschenden Hochzeitsfeier. Dort steht Samba (Omar Sy) an der Geschirrspülmaschine und kümmert sich um die dreckigen Teller. Seit zehn Jahren lebt der Senegalese in Frankreich – illegal.

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What the Fuck heißt REDIRECTED?

Nicht zum ersten Mal spielt der 2010 ausgebrochene isländische Vulkan Eyjafjallajökull in einem Spielfilm Schicksal. Das Chaos mit den ausgefallenen und umgeleiteten Flügen, das er verursachte, drängt sich förmlich als Ausgangspunkt für Komödien auf, in denen es um erzwungene Umwege und absurde Verwicklungen geht. Viel härter noch als das Paar in der französischen Komödie "Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkanfilm" von 2014, erwischt es in der litauisch-britischen Produktion "What the Fuck heißt REDIRECTED?" vier Freunde aus London, die nach einem Raubüberfall statt an einem Strand in Malaysia in der osteuropäischen Stadt Vilnius landen.

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Pepe Mujica - Der Präsident

Es kommt nicht alle Tage vor, dass Regisseure von den zukünftigen Protagonisten ihres Films aufgefordert werden, doch bei ihnen vorbeizukommen, um dann dort zu drehen. Und es kommt wohl noch seltener vor, dass dieses Angebot dann auch noch wirklich von Regisseursseite wahrgenommen wird. So geschehen jedoch bei Heidi Specogna und ihrem Dokumentarfilm "Pepe Mujica – Der Präsident".

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Cinderella

Ein weiterer "Cinderella"-Film: Dinge, die die Welt nicht braucht, möchte man meinen. Aber dem ist so nicht. Dieser Film war lange überfällig. Das wusste bisher nur keiner. Regisseur Kenneth Branagh, eigentlich bekannt für seine Shakespeare-Verfilmungen, nimmt sich des Klassikers mit viel Liebe an und schmiedet aus ihm eine intelligente und modernisierte Version, die der alten Geschichte um Cinderella (Aschenbrödel) neues Leben einhaucht und sie ihrem eigentlichen Sinn wieder näher bringt.

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Verstehen Sie die Béliers?

Die Erneuerungskräfte des französischen Films versetzen immer wieder in Erstaunen. Munter werden die Unterhaltungsformeln der 1950er und 1970er Jahre mit der Inklusionsthematik der Gegenwart kombiniert. Im Mittelpunkt steht dann zwar eine sehr junge Blondine mit sinnlichem Mund und hübschem Gesicht, aber eben auch eher kräftigem als kurvenreichem Körper. Sie trägt die rührende, politisch korrekt verkitschte Komödie wie "Verstehen Sie die Béliers?", die in Frankreich schon mehr als fünf Millionen Menschen sehen wollten.

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Bande de filles

Wer von Xavier Dolan spricht, sollte auch unbedingt von Céline Sciamma reden. Die ist zwar nicht ganz so jung wie das kanadische Wunderkind und hat im zarten Alter von 33 Jahren auch "erst" drei statt fünf Filme gedreht, doch die haben es genauso in sich wie die ihres männlichen Pendants.

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Zu Ende ist alles erst am Schluss

In einer Familie mit drei Generationen gibt es immer wieder Phasen, in denen man die Vergänglichkeit des Lebens ungebeten vorgeführt bekommt. Menschen werden alt, denken über Trennung nach, ziehen von Zuhause aus. Solche Veränderungen erschüttern die unbewusste Erwartung, alles möge so bleiben, wie es sich einmal bewährt hat. Auf Ordnung aber legt der Postbeamte Michel (Michel Blanc), der gerade in Rente geht, besonderen Wert.

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Das andere Rom

Die "Autostrada del Grande Raccordo Anulare" ist die Ringautobahn, die die italienische Hauptstadt umkreist und von den Einwohnern nur als "GRA" bezeichnet wird. Der offizielle Name A90 hat sich niemals durchgesetzt. Dieser Umstand deutet schon daraufhin, dass die GRA mehr ist als nur eine Autobahn. Sie scheint neben ihrer praktischen noch eine andere Bedeutung zu haben. Vielleicht eine symbolische?!

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3 Herzen

Was wäre wenn. Was wäre heute, wenn gestern etwas anders gelaufen wäre? Wo wäre ich heute, wenn ich gestern nicht an diesem oder jenem Ort gewesen wäre? Welcher Mensch wäre ich vielleicht heute, wenn dieses eine besondere Rendezvous damals geklappt hätte? Wenn ich das Klingeln des Telefons damals doch nur gehört hätte? Dass das Drama im Leben wie im Film immer seinen Lauf nimmt, ob nun auf diese oder jene besondere Weise, kann niemand verändern.

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Heute gehe ich allein nach Hause

Für die erste große Liebe, die zögerlich, aufgeregt und unsicher zugleich, sowohl die größte Qual als auch die größte Freude darstellt, ist der Blick entscheidend. Scheu beobachten wir heimlich das Objekt unserer Begierde: Schaut es zurück? Mit wem redet es? Wirft es vielleicht jemand anderem eben jene Blicke zu, die wir aussenden?

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