Filme

Fucking Different XXY

"I am what I am. I'm my own special creation", sang Gloria Gaynor 1983. Dass das Spezielle, das Abweichen der von der Masse geschaffenen Norm, gerade bei der natürlichsten Sache der Welt, auch drei Jahrzehnte danach vielen immer noch schwerfällt, unterstreicht die Notwendigkeit der Kompilationsfilmreihe "Fucking Different". Die sechste Ausgabe "Fucking Diffrent XXY" geht neue Wege, widmet sich dem Thema Transgender - frei nach dem Motto: Brecht Stereotype, stiftet Verwirrung, feiert Vielfalt!

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Von Menschen und Pferden

Island ist stolz auf seine Ponys. Nicht nur weil sie die Herzen von fleißigen Wendy-Leserinnen höher schlagen lassen, sondern auch weil diese Pferderasse trotz ihrer geringen Größe über außerordentliche Kräfte verfügt und problemlos erwachsene Reiter tragen kann. Und so ist "Von Menschen und Pferden" in gewisser Weise eine Hommage an diese Tiere.

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7 Tage im September

Man hat bei "7 Tage im September" von Karsten Scheuren manchmal fast das Gefühl, zwei verschiedene Filme zu sehen. Der Film beginnt als Bericht einer gefährlichen Reise in den Himalaya und geht dann in einen Katastrophenfilm über, bevor er zum Schluss wieder zur Bergsteigerexpedition zurückkehrt. Wenn man so will, eine Berg-und Talfahrt der Emotionen des Zuschauers, die der Verschiedenartigkeit des Sujets durchaus angemessen ist.

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Ghadi

In gewisser Weise ist die libanesische Komödie "Ghadi" fast ein Beitrag zur Völkerverständigung: Der Film beweist, dass das harmlos-beliebige Arthouse-Kino, über das Senioren in Matinee-Vorstellungen höflich kichern, durchaus einen internationalen, wenn nicht universellen Charakter besitzt.

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Doktor Proktors Pupspulver

Meine Güte, was habe ich gehofft, dass dieser Film gelingen würde! Mit welcher Begeisterung haben sich die Kinder das Buch vorlesen lassen, in dem Jo Nesbø - welch genialer Schachzug! - seinen Titelhelden ein Pupspulver erfinden lässt, das nicht nur laute, aber perfekt geruchlose Fürze erzeugt, sondern in seiner Abwandlung als Pupsonautenpulver auch das (nicht ganz ungefährliche!) Herumfliegen per Darmwindkraft ermöglicht.

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Dessau Dancers

Alle Charaktere seien frei erfunden, stellt der Vorspann fest. Dafür gab es tatsächlich den Film Beat Street, der 1985 in der DDR zugelassen wurde. Und der nicht nur in Dessau zu einer Breakdance-Bewegung führte, die der Film auch tatsächlich sehr schön ins Bild setzt: Wie die jungen Leute im Kino von den Bewegungen der Leinwand erfasst werden, wie sich der Beat überträgt in Zuckungen, in Wellen, in Verdrehungen der Körper in den Kinosesseln.

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Serena

Noch vor "Silver Linings Playbook" und "American Hustle" hat Susanne Bier die Hauptrolle ihres Films "Serena" mit Jennifer Lawrence besetzt. In verschiedenen Interviews erzählte die dänische Regisseurin seither, dass sie anfangs sogar noch für Jennifer Lawrence in der Hauptrolle kämpfen musste. Doch dann wurden Jennifer Lawrence und Bradley Cooper zu Stars, die Post-Produktion dauerte 18 Monate und hinzu kamen Terminschwierigkeiten aller Beteiligten. Deshalb kommt "Serena" erst jetzt ins Kino, wird als dritte Zusammenarbeit von Jennifer Lawrence und Bradley Cooper gesehen – und ist ein erstaunlich konventioneller Film geworden.

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(K)ein besonderes Bedürfnis

Alle Menschen sind verschieden. Wer jedoch zu sehr von der breiten Mehrheit abweicht, wird schnell stigmatisiert. Heute sind es oft die Ärzte, welche als Götter in Weiß die Rolle der Bewahrer des herrschenden Staus Quo übernehmen. Die ständig anwachsende Liste von Befindlichkeitsstörungen, die als krankhaft gebrandmarkt werden, sind hierbei nur die Spitze des Eisbergs. Auch bei allen realen Abweichungen vom Normalzustand besteht die Tendenz diese sofort als krankhaft zu verurteilen.

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Particle Fever - Die Jagd nach dem Higgs

Ein historischer Augenblick und einer der wichtigsten wissenschaftlichen Durchbrüche, dessen Ergebnis die Sicht auf die Welt komplett verändern soll – so beschreiben die Beteiligten die Bedeutung des teuersten und größten Experiments aller Zeiten. "Particle Fever - Die Jagd nach dem Higgs" dokumentiert dieses Langzeitprojekt mit seinen Höhen und Tiefen und begleitet mehrere Wissenschaftler, die bei dem Experiment in führender Position dabei waren.

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St. Vincent

Es gibt die Art Kino, die sich zwar behaupteter (und mit Inbrunst vorgetragener) Probleme annimmt, die aber eigentlich nie einen Zweifel daran lässt, dass am Ende alles gut wird. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende, wie man schon im "Best Exotic Marigold Hotel" wusste. Bei "St. Vincent" endet man auch erst, wenn alles gut ist.

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Im Keller

Mit der Kamera kann man Liebe machen. Aber man muss nicht. Ulrich Seidl weiß das. Seine Kamera arbeitet wie ein distanziertes Röntgengerät, um kalkuliert in die Abgründe des Daseins zu blicken, zynisch und bitterböse. Seidl ist ein Grenzgänger zwischen Voyeurismus und Desinteresse, Misogynie und Schüchternheit, Emotionalität und Kühle.

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Winterschlaf

Nuri Bilge Ceylan wagt viele neue Schritte in seinem neuen Werk "Winterschlaf", das dieses Jahr in Cannes die Goldene Palme gewann. So lässt sich der normalerweise geduldige Student schweigender Gesichter nun auf lange und den Plot dominierende Dialoge ein. Außerdem finden die Geschehnisse zu großen Teilen in Innenräumen statt, was für den türkischen Regisseur ein absolutes Novum darstellt.

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Die Pinguine aus Madagascar

Neben Prequels und Sequels – Fortsetzungsfilmen, die vor oder nach der Handlung einer früheren (meist erfolgreichen) Produktion angesiedelt sind – bedient sich die Hollywood-Industrie zur Steigerung ihrer Gewinne auch dem Werkzeug des Spin-offs. Bringt also Projekte auf den Weg, die aus anderen, einträglichen Filmen hervorgehen und Randfiguren zu Trägern einer eigenen Geschichte befördern.

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Die süße Gier - Il Capitale Umano

Was ist ein Menschenleben wert? Die Versicherungswirtschaft weiß auf diese schwierige Frage eine einfache Antwort. Sie hat eine Formel dafür entwickelt, um im Schadens- sprich: Todesfall auf Heller und Pfennig zu berechnen, wie viel finanzielle Substitution denn nun gezahlt werden muss. Den auf diese Weise ermittelten Wert bezeichnet man als "Humankapital".

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Der Koch

Vielleicht liegt der Grundfehler dieses Films in der Synchronisation. Dass fremdsprachige Filme hierzulande eingedeutscht werden, hat ja Tradition; und tatsächlich ist die Kunst der Synchronaufnahme mitunter gar nicht so schlecht, wie sie von Hardcore-Cineasten manchmal gemacht wird.

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Kill the Boss 2

Die Umbenennung englischsprachiger Filme ist wahrlich ein Thema für sich. Immer wieder bemühen deutsche Verleiher vermeintlich lustige Wortspiele, um dem hiesigen Publikum ein Werk aus Übersee schmackhaft zu machen. Eine skurrile Spielart dieser Praxis konnte man 2011 bei der Erfolgskomödie "Horrible Bosses" bestaunen, deren Originaltitel für den deutschsprachigen Markt kurzerhand durch die konkretere, englische (!) Wendung "Kill the Boss" ersetzt wurde.

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Exhibition

Mut zur Ruhe, Vertrauen in lange, unbewegliche Einstellungen ohne die Untermalung von Musik – das findet man heute in der Zeit der hektischen Montagegeschwindigkeit selten. "Exhibition" ist einer der Filme, der sich noch zu dieser Ruhe traut. Er begleitet seine Protagonisten ruhig, dabei kühl und distanziert bei einem entscheidenden Schritt in ihrem Leben. Im Vordergrund steht hier nicht die Handlung, sondern der Ort des Geschehens.

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Das Verschwinden der Eleanor Rigby

Ein Paar sitzt zusammen in einem schönen kleinen Restaurant. Er gesteht, dass er die Rechnung nicht bezahlen kann, sie schlägt daraufhin vor, einfach abzuhauen – nacheinander, damit es nicht auffällt. Sie geht zuerst, er will ihr folgen, aber der Kellner bemerkt, was sie vorhaben. Also laufen sie lachend davon und landen in einem Park. Sie knutschen und auf einmal steigen Glühwürmchen in ihrer Nähe auf. Es sind diese Bilder der unbeschwerten Liebe von Eleanor (Jessica Chastain) und Connor (James McAvoy), mit denen "Das Verschwinden der Eleanor Rigby" von Ned Benson beginnt.

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Guten Tag, Ramón

Die deutsch-mexikanische Ko-Produktion "Guten Tag, Ramón" war einer der ganz großen Publikumserfolge in Mexiko, dürfte aber auch hierzulande sein Publikum finden. Immerhin wird hier ein universeller Film geboten, der ein wichtiges Thema aufgreift und dies mit einer immensen Menschlichkeit erzählt.

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Baymax - Riesiges Robowabohu

Ein Marvel-Film ist "Baymax – Riesiges Robowabohu" nicht. Aber er basiert auf einer Vorlage von Marvel. Die wurde jedoch entkernt, so dass Disney sein eigenes Süppchen kochen konnte. Abgesehen von dem Namen (und das auch nur im Original) und ein paar Eckpunkten haben Comic und Film kaum etwas miteinander gemein. Aber in einer Hinsicht verbeugt man sich dann doch vor Marvel. Wie es sich für Superhelden-Geschichten gehört, gibt es nach dem Nachspann noch eine Szene, und darin ein Cameo, das "marveliger" nicht sein könnte.

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