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Männer & Frauen – Eine Gebrauchsanleitung

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DVD-Start: 05.12.2008
FSK: 6

Eine heitere Variation auf das ewige Thema

Ein französischer Film zum Geschlechter-Komplex von Claude Lelouch, der auch noch als Gebrauchsanweisung ausgewiesen ist, verspricht dem Anschein nach einige amüsante wie schräge Turbulenzen, und diese Vermutung trifft auch zu. Denn Männer & Frauen – Eine Gebrauchsanleitung / Hommes, femmes, mode d’emploi, der 1996 bei den Filmfestspielen von Venedig für den Goldenen Löwen nominiert und letztlich mit der kleinen Variante ausgezeichnet wurde, stellt eine feine, leise und leicht abgefahrene Komödie über die Verhältnisse von Männern und Frauen der etwas anderen Art dar.

Die Handlung entspinnt sich um den in die Jahre gekommenen, wohlhabenden und exzentrischen Anwalt Benoît Blanc (Bernard Tapie), der die Verbindung zu seiner Ehefrau (Caroline Cellier) ebenso schätzt wie wechselnde Affären mit sehr unterschiedlichen Schönheiten. Eines Tages führen ihn häufiger auftretende Magenbeschwerden in die Praxis eines namhaften Spezialisten, wo er der Ärztin Bernadette (Alessandra Martines) wiederbegegnet, einer ehemaligen Geliebten, die er einst wenig rücksichtsvoll verließ. Nun wittert die enttäuschte Frau eine Gelegenheit zur Rache und vertauscht ungerührt die ungefährliche Diagnose des Anwalts mit der lebensbedrohlichen des schauspielernden Polizisten Fabio Lini (Fabrice Luchino), der nun Entwarnung enthält, während Benoît um sein baldiges Ableben fürchtet. Diese von der Ärztin in Komplizenschaft mit ihrem Chef und aktuellen Liebhaber geschaffenen Realitäten entwickeln rasch ihre eigene Dynamik, so dass Benoît zusehends schwächer wird, während sich der tatsächlich kranke Fabio bestens erholt.

Doch auch die Nebenschauplätze wimmeln von Vibrationen zwischen den Geschlechtern: Benoîts betagte Mutter Clara (Gisèle Casadesus) heiratet erneut, zwei junge Leute begegnen sich auf einer Zugfahrt, entflammen füreinander und suchen von nun an beinahe ohne Anhaltspunkte nach dem jeweils Anderen, und ein obdachloser Sänger gerät in eine zaghafte Verbindung zu einem hübschen Mädchen. Nach anfänglicher Resignation findet auch der Anwalt mit der Devise „Das Gebet ist das größte Medikament“ seine Kraft zurück, verbündet sich mit dem genesenen Polizisten Fabio und entzieht sich am Ende auf geschickte Weise dem sich entwirrenden und auflösenden Szenario, dem ausreichend Material bleibt, um sein Leben mit Fabio in der Hauptrolle zu verfilmen.

Männer & Frauen – Eine Gebrauchsanleitung ist ein heiter-melancholisches Schelmenstück, das von der starken, einflussreichen Präsenz des charismatischen Anwalts geprägt wird, der ganz hervorragend von dem skandalträchtigen französischen Geschäftsmann und Politiker Bernard Tapie verkörpert wird, der damit sein Schauspieldebüt gab, das sich absolut sehen lassen kann. Auch wenn die Handlung mitunter ein wenig chaotisch gerät, zeigt dies durchaus Charme, und wenn man sich einmal auf die fantasievollen Wendungen eingelassen hat, kann man sich ebenso gut locker unterhalten lassen wie auch den angedeuteten philosophischen ernsthaften Nuancen der immer gleichen Geschlechterfrage nachspüren, die ebenfalls filigran installiert sind – noch immer längst keine funktionierende Gebrauchsanweisung zum ewigen Thema, aber ein frischer, leichter Stoff zum Schmunzeln darüber.

(Marie Anderson)

Daten & Fakten

Produktionsland: Frankreich
Produktionsjahr: 1996
Länge: 118 (Min.)
Erschienen bei:
Bildformat: 16:9
Ton/Sprache: Dolby Digital 2.0, Deutsch, Französisch
DVD-Start: 05.12.2008
Extras: Making Of, Fotogalerie, Trailer, Presseheft, Werberatschlag

Cast & Crew

Regie: Claude Lelouch
Hauptdarsteller: Fabrice Luchini, Bernard Tapie, Alessandra Martines, Pierre Arditi, Ticky Holgado

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