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Inglorious Bastards - Das Original

Meinungen
3

4 Sterne aus 12 Bewertungen

Originaltitel: Quel maledetto treno blindato
DVD-Start: 21.08.2009
FSK: 18
Genre: Action, Kriegsfilm
Tags: Partisanen, Zweiter Weltkrieg, Spezialeinheit, Deserteur

Burgen und Raketen

Da kündigt das ewige Regiewunderkind Quentin Tarantino seit Jahren ein Remake von Enzo G. Castellaris kultigem Kriegsfilm an, und schon wird der alte Wein in – zugegeben edle – neue Schläuche gefüllt. Und Inglorious Bastards ist wirklich eine echte Perle der harten Kriegsaction. Natürlich darf hier keine political correctness erwartet werden. Hier wird erst geschossen und dann gefragt, Vergewaltigung ist cool und die Deutschen sind halt scheiß Nazis und heißen (im Originalton) auch gerne Heidi und Adolf. Großartig.

Auf der Flucht vor ihrer Exekution, schlägt sich eine Gruppe von Deserteuren, Vergewaltigern und Taugenichtsen durch das umkämpfte Frankreich. Unter den fünf Männer befinden sich auch Sergeant Yeager (Bo Svenson, Kill Bill Vol. 2) und Fred (Fred Williamson, der Vietnam Veteran aus From Dusk till Dawn). Da die Jungs innerhalb der Gruppe kaum funktionieren und jeder nur an sich denkt, gibt es natürlich öfters Krach. Vor allem, als man den deutschen Deserteur Armin (Raimund Harmstorf) aufgreift (im Original heißt er Adolf). Nach einem Scharmützel mit einigen nacktbadenden SS-Blondinen, trifft der Trupp auf französischen Partisanen. Diese halten unsere Helden für einen Spezialtrupp der Army, der deutsche V2-Sprengköpfe aus einem Zug klauen soll. Blöd, dass die Spezialisten gerade von den titelgebenden Helden umgelegt wurden. Um ihre Tarnung zu wahren, halten die Inglorious Bastards die Klappe und spielen mit.

Der Vorspann gibt die Richtung vor: Grell wird es. Grell und brutal. Und dazu gibt es herrlich trashige Modellexplosionen, eine Naziburg, die gestürmt wird und einen gewaltigen Zugüberfall. Die sauber inszenierten Actionszenen erinnern nicht nur einmal an die Meilensteine Sam Peckinpahs und die markigen Oneliner suchen noch heute ihresgleichen.

Die DVD von Inglorious Bastards kommt im Gegensatz zur letzten, schickeren Auflage aus dem Hause Koch Media nicht im schönen Schuber und ohne Booklet. Auch wurde dem Fan kein Wendecover spendiert, denn das neue, ans Remake angelehnte Cover, hätte eines verdient - ohne lästiges FSK 18-Zeichen. Die DVD enthält das bekannte interessante 47 Minuten Making of und ein 40 minütiges Interview, das Tarantino mit seinem Helden Castellari führt. In den Film wurden gut 20 Minuten einst herausgeschnittene Szenen, die sich qualitativ nicht vom restaurierten Film unterscheiden, wieder eingefügt. So kommt man nicht nur in den Genuss des italienischen Originaltext (untertitelt) und vermeintlichem "perfekten Deutsch", sondern endlich auch einen gänzlich neuen Handlungsstrang zu sehen (den erwähnten Überfall auf die Naziburg).

(Renatus Töpke)

Daten & Fakten

Produktionsland: Italien
Produktionsjahr: 1977
Länge: 95 (Min.)
Erschienen bei: Koch Media GmbH
Bildformat: 16:9
Ton/Sprache: Dolby Digital 2.0, Deutsch, Italienisch
DVD-Start: 21.08.2009
Extras: Booklet, Making Of, Trailer

Cast & Crew

Regie: Enzo G. Castellari
Drehbuch: Sandro Continenza, Sergio Grieco, Franco Marotta, Romano Migliorini, Laura Toscano
Kamera: Francesco De Masi
Schnitt: Gianfranco Amicucci
Musik: Giovanni Bergamini
Hauptdarsteller: Bo Svenson, Peter Hooten, Fred Williamson, Michael Pergolani, Raimund Harmstorf

MEINUNGEN

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Bisherige Meinungen

(Anzeige: 3 von insgesamt 3)
Von: Kommentar-Kkommentator am: 17.03.10
Inglorious Bastards, nicht Inglourious Basterds! Schön das Ihr beide eine Meinung habt, nur passt die nicht zum Beitrag. Hier geht's um den ital. Originalfilm!
Von: Kia am: 28.02.10
Unterm Strich ein grauenhaftes Machwerk. Tumbe Gewaltorgien, verblödete Dialoge und eine Story getreu nach dem Motto: tust Du mir weh, tue ich Dir auch weh. Amerikanischer geistloser Dünnschiss aus der untersten Schublade. Nicht trashig, wie vielleicht in "From Dusk till dawn" gewollt, sondern nur peinlich. Einziges Highlight, das den Schund aber nicht retten kann, ist ein brillanter Christoph Waltz, welcher den armseligen Brad Pitt und einen überflüssigen Till Schweiger (wie immer total überschätzt) gnadenlos an die Wand spielt. Völlig unverständlich, dass sich solch ein grandioser Schauspieler für so was hergibt. Schade drum. Ein Film für die Tonne.
Von: Vince Vega am: 20.09.09
So einen beschissenen Film hab ich lange nicht mehr gesehn. Tarantino sollte ans aufhören denken. Die Story war einfach langweilig, ein Desaster. Ich bin sehr enttäuscht von dem Regisseur, daß auch er auf das allseits beliebte Mittel Nazi Filme zu drehn wenn ihm nichts mehr einfällt, zurückgreift. Einfachh jämmerlich. Außerdem sind die Amerikaner mal wieder die coolen... Oh je...

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