Die verlorene Ehre der Katharina Blum (DVD)
DVD-Start:
16.10.2009
FSK:
16
Genre:
Drama, Literaturverfilmung
Leserbewertung:
Politisch und intelligent
Kaum ein Film im Deutschland der siebziger Jahre besaß so eine Sprengkraft und bildete so deutlich und direkt die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse ab wie Volker Schlöndorffs und Margarete von Trottas Adaption des Romans von Heinrich Böll. Eine schonungslose Zeitanalyse, die so treffend war, dass der Film ein großer Festivalerfolg wurde und zahlreiche Preise abräumen konnte, so unter anderem den Deutschen Filmpreis 1976. Und zugleich war der Film auch – und das war neu – ein großer Erfolg an den Kinokassen, ein deutliches Zeichen für die tiefe Verunsicherung und das politische Klima der Radikalisierung und er unüberwindbaren Gegensätze, die dieses Jahrzehnt in der Bundesrepublik so prägten.
Die junge Haushälterin Katharina Blum (Angela Winkler) lernt während des Kölner Karnevals ein jungen Mann kennen, in den sie sich verliebt. Ludwig Götten (Jürgen Prochnow) ist ein Bundeswehrdeserteur und wird deshalb von der Polizei beobachtet. Katharina nimmt Götten bei sich auf und besorgt ihm einen Unterschlupf, für sie ein ganz normaler Akt der Liebe, doch die Staatsgewalt sieht das anders. Am nächsten Morgen stürmt ein Überfallkommando unter Leitung von Kommissar Beizmenne (Mario Adorf) ihre Wohnung und nimmt die verblüffte Katharina fest. Bei den darauffolgenden Verhören findet ihre Version der Wahrheit keinen Glauben, und die Presse, allen voran „Die Zeitung“ (unschwer als Bild-Zeitung zu erkennen), beginnen ein gnadenloses Kesseltreiben gegen die junge Frau. Der Reporter Tötges (Dieter Laser) recherchiert nach Material gegen die „linke Hure“ und manipuliert Aussagen von Katharinas Mutter in entwürdigender Form. Mehr und mehr wird Katharina Blum zur Ausgestoßenen und Geächteten, die keinen Rückhalt mehr findet. Als sie sich schließlich in ihrer Verzweiflung an Götten wendet, schlägt die Staatsgewalt erneut zu und verhaftet diesen. Denn auch Katharinas Telefon wird mittlerweile abgehört.
Auf diese Weise in die Enge getrieben, unternimmt die Frau einen letzten verzweifelten Schritt, um die Hexenjagd zu beenden. Sie bestellt Tötges in ihre Wohnung und versucht die Dinge klarzustellen. Doch als dieser beginnt, sie sexuell zu belästigen, erschießt sie ihn.
Trotz aller politischen Brisanz ist Die verlorene Ehre der Katharina Blum nicht nur einen Abrechnung mit dem politischen System und der unheiligen Allianz von Polizei, Justiz und Medien in der "Bleiernen Zeit" der 1970er Jahre, sondern auch die Studie einer Frau, die vollkommen unschuldig in die Mühlen der Terroristenhatz gerät. Ein emotional zutiefst bewegender Film, der zugleich ein kluges politisches Statement ist.
(Joachim Kurz)
Die junge Haushälterin Katharina Blum (Angela Winkler) lernt während des Kölner Karnevals ein jungen Mann kennen, in den sie sich verliebt. Ludwig Götten (Jürgen Prochnow) ist ein Bundeswehrdeserteur und wird deshalb von der Polizei beobachtet. Katharina nimmt Götten bei sich auf und besorgt ihm einen Unterschlupf, für sie ein ganz normaler Akt der Liebe, doch die Staatsgewalt sieht das anders. Am nächsten Morgen stürmt ein Überfallkommando unter Leitung von Kommissar Beizmenne (Mario Adorf) ihre Wohnung und nimmt die verblüffte Katharina fest. Bei den darauffolgenden Verhören findet ihre Version der Wahrheit keinen Glauben, und die Presse, allen voran „Die Zeitung“ (unschwer als Bild-Zeitung zu erkennen), beginnen ein gnadenloses Kesseltreiben gegen die junge Frau. Der Reporter Tötges (Dieter Laser) recherchiert nach Material gegen die „linke Hure“ und manipuliert Aussagen von Katharinas Mutter in entwürdigender Form. Mehr und mehr wird Katharina Blum zur Ausgestoßenen und Geächteten, die keinen Rückhalt mehr findet. Als sie sich schließlich in ihrer Verzweiflung an Götten wendet, schlägt die Staatsgewalt erneut zu und verhaftet diesen. Denn auch Katharinas Telefon wird mittlerweile abgehört.
Auf diese Weise in die Enge getrieben, unternimmt die Frau einen letzten verzweifelten Schritt, um die Hexenjagd zu beenden. Sie bestellt Tötges in ihre Wohnung und versucht die Dinge klarzustellen. Doch als dieser beginnt, sie sexuell zu belästigen, erschießt sie ihn.
Trotz aller politischen Brisanz ist Die verlorene Ehre der Katharina Blum nicht nur einen Abrechnung mit dem politischen System und der unheiligen Allianz von Polizei, Justiz und Medien in der "Bleiernen Zeit" der 1970er Jahre, sondern auch die Studie einer Frau, die vollkommen unschuldig in die Mühlen der Terroristenhatz gerät. Ein emotional zutiefst bewegender Film, der zugleich ein kluges politisches Statement ist.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Die verlorene Ehre der Katharina Blum (DVD)
Produktionsland:
Deutschland
Produktionsjahr:
1975
Länge:
102 (Min.)
Bildformat:
1,66:1 (anamorph)
Ton/Sprache:
Dolby Digital Mono, Deutsch
EAN:
4006680051703
Extras:
Erinnerungen an "Die verlorene Ehre der Katharina Blum"
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
16.10.2009
CAST & CREW
Regie:
Volker Schlöndorff
Kamera:
Jost Vacano
Schnitt:
Peter Przygodda
Musik:
Hans Werner Henze
Hauptdarsteller:
Angela Winkler, Mario Adorf, Dieter Laser, Jürgen Prochnow, Heinz Bennent
MEINUNGEN
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