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PARTNER
Originaltitel:
Dead Ringers
DVD-Start:
03.09.2009
FSK:
18
Leserbewertung:
Tags:
Zwillinge, Gynäkologe
Dass sich die Beziehung zwischen Zwillingen, speziell bei so genannten eineiigen, ganz besonders eng gestaltet, ist ein weithin bekanntes Phänomen und auch in der fiktiven Welt ein beliebtes Motiv für meist komplexe Geschichten mit scheinbarer Protagonistenverdopplung, das nicht selten die Basis für spannende Psychodramen liefert. In Die Unzertrennlichen von David Cronenberg nach dem Roman Twins (Dead Ringers) von Bari Wood und Jack Geasland verkörpert Jeremy Irons in einer Doppelrolle die Zwillingsbrüder Beverly und Elliot Mantle, die in einer augenscheinlich perfekten Symbiose zusammen leben und arbeiten, bis sich eines Tages doch der Wunsch nach einer individuellen Existenz einschleicht.
Schon von Kindheit an interessieren sich die Zwillinge Beverly und Elliot Mantle (Jeremy Irons) sehr intensiv und ernsthaft für das Territorium der Medizin, und nach einem erfolgreichen Studium führen sie später gemeinsam neben einigen Forschungstätigkeiten als Gynäkologen eine florierende Praxis, die sich auf moderne Methoden spezialisiert hat, um Frauen mit vergeblichem Kinderwunsch zu behandeln. Der permanente Rollentausch, beruflich wie privat, ist längst eine geheime Selbstverständlichkeit für die beiden geworden, die sich wie ein Wesen mit zwei körperlichen Ausprägungen empfinden und nicht selten die Gedanken des jeweils Anderen wortlos verstehen. Auch ihre intimen Beziehungen zu Frauen teilen sie schamlos untereinander auf, wobei es in der Regel der offensivere Elliot ist, der die Damen auch für den ein wenig schüchternen Beverly aufreißt, die nicht ahnen, dass sie gleichzeitg mit zwei Liebhabern eine Affäre unterhalten.
Als die Schauspielerin Claire (Geneviève Bujold), deren Geschlechtsapparat sich durch eine seltene anatomische Abweichung auszeichnet, in der Praxis auftaucht, um bei den renommierten Spezialisten eine Möglichkeit zu finden, doch noch schwanger zu werden, ist es auch zunächst Elliot, der sie verführt und anschließend an seinen Bruder weiterreicht. Beverly verliebt sich im Gegensatz zu den üblichen erotischen Eskapaden rasch in die melancholische Frau, und damit beginnt ein schmerzlicher Kampf um eine schleichende Distanz zwischen den Zwillingen, die durch den wachsenden Drogenkonsum Beverlys bald zerstörerische Ausmaße annimmt. Während Elliot darum kämpft, diesen sich entfernenden Teil seines Selbst wieder komplett an sich zu binden, verschlechtert sich der Zustand seines Bruder rapide, so dass schon bald ihre Arbeit und ihr Ansehen darunter zu leiden beginnt. Doch das Grauen von Beverlys zersetzender Krise nimmt zu, als dieser speziell für Claire skurrile medizinische Untersuchungsinstrumente anfertigen lässt, die zu bedrohlichen Symbolen der Vernichtung der brüderlichen Einheit mutieren ...
Die Unzertrennlichen räumte seinerzeit einige Preise ab, vor allem bei den kanadischen Genie Awards, wo der Film insgesamt in elf Kategorien ausgezeichnet wurde. Auch wenn vor allem im blutigen Finale immer wieder horrorhafte Szenarien erscheinen, setzt die teilweise recht unwegsame Dramaturgie vorrangig auf psychologische Unbehaglichkeiten. Die Kindheit der Zwillinge wird ohne Erwähnung der familiären Zusammenhänge nur ganz knapp angeschnitten, ebenso wie die weitere Entwicklung, so dass die erwachsenen Karrieristen recht isoliert im Fokus der Handlung stehen, die sich erst im letzten Viertel wirklich spannend gestaltet, als der verzweifelte Kampf um eine verlorene Einheit im Grunde zu einem Zweipersonenstück gerät. Mitunter bleiben auch hier die Motivationen der Protagonisten vage, so dass Die Unzertrennlichen letztlich insgesamt ein recht lauer Film mit temporär aufregenden Sequenzen bleibt, dessen vereinzelt intensive Aspekte es jedoch nicht vermögen, den Film stimmig zu tragen.
(Marie Anderson)
Schon von Kindheit an interessieren sich die Zwillinge Beverly und Elliot Mantle (Jeremy Irons) sehr intensiv und ernsthaft für das Territorium der Medizin, und nach einem erfolgreichen Studium führen sie später gemeinsam neben einigen Forschungstätigkeiten als Gynäkologen eine florierende Praxis, die sich auf moderne Methoden spezialisiert hat, um Frauen mit vergeblichem Kinderwunsch zu behandeln. Der permanente Rollentausch, beruflich wie privat, ist längst eine geheime Selbstverständlichkeit für die beiden geworden, die sich wie ein Wesen mit zwei körperlichen Ausprägungen empfinden und nicht selten die Gedanken des jeweils Anderen wortlos verstehen. Auch ihre intimen Beziehungen zu Frauen teilen sie schamlos untereinander auf, wobei es in der Regel der offensivere Elliot ist, der die Damen auch für den ein wenig schüchternen Beverly aufreißt, die nicht ahnen, dass sie gleichzeitg mit zwei Liebhabern eine Affäre unterhalten.
Als die Schauspielerin Claire (Geneviève Bujold), deren Geschlechtsapparat sich durch eine seltene anatomische Abweichung auszeichnet, in der Praxis auftaucht, um bei den renommierten Spezialisten eine Möglichkeit zu finden, doch noch schwanger zu werden, ist es auch zunächst Elliot, der sie verführt und anschließend an seinen Bruder weiterreicht. Beverly verliebt sich im Gegensatz zu den üblichen erotischen Eskapaden rasch in die melancholische Frau, und damit beginnt ein schmerzlicher Kampf um eine schleichende Distanz zwischen den Zwillingen, die durch den wachsenden Drogenkonsum Beverlys bald zerstörerische Ausmaße annimmt. Während Elliot darum kämpft, diesen sich entfernenden Teil seines Selbst wieder komplett an sich zu binden, verschlechtert sich der Zustand seines Bruder rapide, so dass schon bald ihre Arbeit und ihr Ansehen darunter zu leiden beginnt. Doch das Grauen von Beverlys zersetzender Krise nimmt zu, als dieser speziell für Claire skurrile medizinische Untersuchungsinstrumente anfertigen lässt, die zu bedrohlichen Symbolen der Vernichtung der brüderlichen Einheit mutieren ...
Die Unzertrennlichen räumte seinerzeit einige Preise ab, vor allem bei den kanadischen Genie Awards, wo der Film insgesamt in elf Kategorien ausgezeichnet wurde. Auch wenn vor allem im blutigen Finale immer wieder horrorhafte Szenarien erscheinen, setzt die teilweise recht unwegsame Dramaturgie vorrangig auf psychologische Unbehaglichkeiten. Die Kindheit der Zwillinge wird ohne Erwähnung der familiären Zusammenhänge nur ganz knapp angeschnitten, ebenso wie die weitere Entwicklung, so dass die erwachsenen Karrieristen recht isoliert im Fokus der Handlung stehen, die sich erst im letzten Viertel wirklich spannend gestaltet, als der verzweifelte Kampf um eine verlorene Einheit im Grunde zu einem Zweipersonenstück gerät. Mitunter bleiben auch hier die Motivationen der Protagonisten vage, so dass Die Unzertrennlichen letztlich insgesamt ein recht lauer Film mit temporär aufregenden Sequenzen bleibt, dessen vereinzelt intensive Aspekte es jedoch nicht vermögen, den Film stimmig zu tragen.
(Marie Anderson)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Die Unzertrennlichen (DVD)
Originaltitel:
Dead Ringers
Produktionsjahr:
1988
Länge:
111 (Min.)
Erschienen bei:
Concorde Home Entertainment
Bildformat:
16:9
Ton/Sprache:
Dolby Digital 2.0, Deutsch, Englisch
EAN:
4010324027276
Extras:
Making Of, Behind the Scenes: Der Zwillingseffekt, Interviews mit David Cronenberg und Jeremy Irons, Trailer
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
03.09.2009
CAST & CREW
Regie:
David Cronenberg
Kamera:
Peter Suschitzky
Schnitt:
Ronald Sanders
Musik:
Howard Shore
Hauptdarsteller:
Jeremy Irons, Geneviève Bujold, Heidi von Palleske, Barbara Gordon, Shirley Douglas
FILMBEWERTUNG
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