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Michelangelo Antonioni - Sämtliche Filme

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Kinostart: 10.02.2005
Leserbewertung:

Ein Einblick in die Meisterklasse des Filmemachens

Es dauerte lange, bis sich die Academy dazu durchringen konnte, einen der größten europäischen Filmemacher zu ehren, denn Michelangelo Antonioni erhielt den Oscar erst 1995. Überreicht wurde der Preis von niemand geringerem als Jack Nicholson, der 1974 in dem Film Professione: Reporter (Beruf: Reporter) einen desillusionierten Fernsehreporter mimte, der die Identität eines Waffenschmugglers annimmt. Nicholson, der so große Stücke auf den Film hielt, dass er die weltweiten Rechte erwarb, erklärte in einer Reminiszenz über die Arbeit Antonionis, dass die Stärke des Regisseurs nicht darin gelegen habe, historische Phänomene auf die Leinwand zu bringen, sondern zu zeigen, wie ein Individuum mit tiefgreifenden existentiellen Problemen zu kämpfen habe. Und so erhielt der in Ferrara geborene Antonioni, der bis auf Blow up (1966) keine wirklich großen kommerziellen Erfolge erzielte, „in Anerkennung seines Ranges als Meister des visuellen Stils auf der Leinwand“, die begehrte Trophäe von der Academy verliehen – den Oscar für sein Lebenswerk. Mit dem Dokumentarfilm Gente del Po (1943 – 1947), einem Film über die verarmten Bewohner des Potals, der bis heute als Vorläufer des Neorealismus gilt, beginnt das umfangreiche Oeuvre und endet mit Il filo pericoloso delle cose (2004). Einem Film der beweist, dass sich Antonioni trotz seiner körperlichen und sprachlichen Einschränkungen nach einem Schlaganfall seine Leidenschaft fürs Filmemachen bewahrt hat und es nach wie vor schafft „seine inneren Bilder nach außen zu projizieren.“

Diesem Altmeister des Films, Michelangelo Antonioni, widmet der Taschen Verlag ein ganzes Buch mit der Überschrift Michelangelo Antonioni – Sämtliche Filme. Auf größten Teils reich illustrierten 192 Seiten finden sich Entstehungsgeschichten und Anekdoten zu seinen Filmen, biographische Hintergründe sowie Kommentare seiner Weggefährten. An die verschiedenen Stationen seines arbeitsreichen Lebens angepasst, wurde das Buch in vier Teile untergliedert: Spuren (1912 – 1958), Codes (1959 – 1965), Reisen (1966 – 1975) und Geheimnisse (1976 – 2004) beschreiben den Werdegang des Italieners. Begonnen in seinem Geburtsort Ferrara, wo er bis zum 27. Geburtstag lebte, über die ersten filmischen Versuche als Dokumentarfilmer, die frühen Spielfilme, seine lose Trilogie bzw. Tetralogie über die Liebe – L’avventura, La notte und L’eclisse sowie Il deserto rosso – bis hin zu den Produktionen jenseits von Italien in England, Frankreich und den USA – wie dem finanziellen Flop Zabriskie Point. Mittlerweile eigentlich gar nicht mehr erwähnenswert, weil bereits als Standard von Taschen Produktionen erwartet, ist das wieder einmal erstklassige Bildmaterial. Die sensationellen Schnappschüssen hinter den Kulissen, die wunderbaren Standaufnahmen und die zahlreichen Zitate vom Altmeister selbst und seinen Weggefährten, machen diese Buch zu einem wahren Schätzchen im Bücherregal eines jeden Cineasten.

DATEN & FAKTEN

ÜBERBLICK

Titel: Michelangelo Antonioni - Sämtliche Filme
Erscheinungsort: Köln
Erscheinungsdatum: 2004
Seiten: 192
Verlag: Taschen Verlag
ISBN: 3-8228-3086-0

Cover

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