Luis Buñuel - Essays, Daten, Dokumente
Kinostart:
11.05.2008
Leserbewertung:
Der Katalog zur Retrospektive bei der Berlinale 2008
Die Retrospektive der diesjährigen Berlinale war Luis Buñuel gewidmet und wie zuvor erscheint der dazugehörige Katalog bei Bertz + Fischer. Die Kaprizierung auf die Autorenschaft sollte da angesichts des Anlasses nicht weiter verwundern und fällt auch nicht wirklich negativ ins Gewicht. Denn immerhin bietet das schön gestaltete, großformatige Buch eine anständige Reaktualisierung eines längst kanonisierten Regisseurs, zu dem seit Jahren, genauer seit der seligen Zeit der Film-Reihe des Hanser Verlags, im deutschsprachigen Raum keine anständige Monographie vorliegt. In diesem Sinne schließt der vorliegende Band zwar keine Lücke, aber er lässt schmerzlich ein Bewusstsein ihrer Existenz entstehen.
Denn neben dem Vorwort und den vier Essays, die sich mit Motiven im Werk Bunuels und dem Skandalfall Virdiana eingehend beschäftigen, bilden den Kern des Buchs – das lässt sich bereits quantitativ an den über 100 Seiten erkennen – die regelrecht ausladend vor Material berstenden Filmo- und Bibliographien. Jeder Film wurde mit mehreren zeitgenössischen Kritiken versehen, die zwar größtenteils gekürzt vorliegen, in ihrer Gesamtheit jedoch sehr aufschlussreich den Diskurs um Buñuel, seine Wandlung vom verfemten zum arrivierten Namen nachzeichnen können und ganz beiläufig auch in den Wandel der ästhetischen Positionen der Filmkritik Einblick gewähren. Die Bibliographie kündet von intensiver Fleißarbeit und erleichtert, nicht zuletzt aufgrund ihrer chronologischen Ausrichtung, zukünftige Recherchen enorm.
Ob die Edition allerdings den Startschuss für zukünftige Auseinandersetzungen mit Buñuels Werk eröffnet, bleibt abzuwarten. Mit Blick auf die Verlagsankündigungen ist vorerst mit keiner größeren Aufarbeitung zu rechnen und 80 Seiten Essaytext, in denen doch vornehmlich bekannte Standards, wenn auch in Gänze lesenswert, neu aufbereitet werden, können dann doch nur als Spur verstanden werden, die den Weg zur Entschlüsselung des Buñuel`schen Oeuvres weist. Wo sich Material finden lässt, ist ja nun bekannt. Ansonsten bietet der Band jedoch für jeden Neuling eine zufrieden stellende Einführung und auch daran hat es bisher schließlich gemangelt.
(Sven Jachmann)
Denn neben dem Vorwort und den vier Essays, die sich mit Motiven im Werk Bunuels und dem Skandalfall Virdiana eingehend beschäftigen, bilden den Kern des Buchs – das lässt sich bereits quantitativ an den über 100 Seiten erkennen – die regelrecht ausladend vor Material berstenden Filmo- und Bibliographien. Jeder Film wurde mit mehreren zeitgenössischen Kritiken versehen, die zwar größtenteils gekürzt vorliegen, in ihrer Gesamtheit jedoch sehr aufschlussreich den Diskurs um Buñuel, seine Wandlung vom verfemten zum arrivierten Namen nachzeichnen können und ganz beiläufig auch in den Wandel der ästhetischen Positionen der Filmkritik Einblick gewähren. Die Bibliographie kündet von intensiver Fleißarbeit und erleichtert, nicht zuletzt aufgrund ihrer chronologischen Ausrichtung, zukünftige Recherchen enorm.
Ob die Edition allerdings den Startschuss für zukünftige Auseinandersetzungen mit Buñuels Werk eröffnet, bleibt abzuwarten. Mit Blick auf die Verlagsankündigungen ist vorerst mit keiner größeren Aufarbeitung zu rechnen und 80 Seiten Essaytext, in denen doch vornehmlich bekannte Standards, wenn auch in Gänze lesenswert, neu aufbereitet werden, können dann doch nur als Spur verstanden werden, die den Weg zur Entschlüsselung des Buñuel`schen Oeuvres weist. Wo sich Material finden lässt, ist ja nun bekannt. Ansonsten bietet der Band jedoch für jeden Neuling eine zufrieden stellende Einführung und auch daran hat es bisher schließlich gemangelt.
(Sven Jachmann)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Luis Buñuel - Essays, Daten, Dokumente
Autor:
Deutsche Kinemathek (Hrsg.)
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsdatum:
2008
Seiten:
184
Verlag:
Bertz + Fischer
ISBN:
978-3-86505-183-7
BEWERTUNG
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