Japanese Cinema
Leserbewertung:
Erkundungen in Fernost
Trotz Anime- und Manga-Boom warten weite Teile des japanischen Filmschaffens immer noch darauf, von Kinofans aus Europa entdeckt zu werden. Das findet auch Stuart Galbraith in der Einleitung zu seinem Buch Japanese Cinema, in der er schreibt: "Über Jahre mussten sich westliche, am japanischen Film interessierte Cineasten mit den gesammelten Werken Akira Kurosawas, einer rudimentären Filmauswahl der Regisseure Kenji Mizoguchi und Yasujiro Ozu sowie Unmengen von anime-Zeichentrickfilmen und schlecht synchronisierten Monsterfilmen begnügen. Viele bedeutende Filmemacher wurden im Westen völlig ignoriert, und ganze Genres blieben unentdeckt."
Zwar haben sich mit den neuen Distributionswegen durch das Internet und dank der Initiative einzelner, hoch spezialisierter Verleiher (wie etwa rapid eye movies aus Köln) die Möglichkeiten für Freunde fernöstlicher Kinokost erheblich verbessert, doch zugleich gilt es, Vieles nachzuholen, was in den letzten Jahren und Jahrzehnten an uns vorbeirauschte.
Japanese Cinema, das vor kurzem im Taschen Verlag erschienen ist, ist zweifelsohne die richtige Einstiegslektüre für eine intensivere Beschäftigung mit Filmen aus dem Land der aufgehenden Sonne. Zumal das – wie stets bei Taschen – prächtig ausgestattete und mit vielen Stills und Postern versehene Buch nicht einfach nur die großen und auch hierzulande bekannten Filmemacher abfeiert, sondern viele vergessene Meister des japanischen Films neu- und wiederentdeckt, unter ihnen beispielsweise Mikio Naruse und Keisuke Kinoshita. Auch im Westen niemals richtig in Erscheinung getretene Genres wie Komödien und Musicals erfahren hier endlich ihre Würdigung.
Bei allem Lob für dieses Buch muss allerdings auch kritisch angemerkt werden, dass Gailbraith das japanische Kino der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg in Windeseile durchstreift und über aktuelle herausragende Talente wie Sion Sono (Love Exposure) verliert der Autor kein einziges Wort, sondern konstatiert kreativen Stillstand in der jungen Filmszene des Landes. Offensichtlich ist das Buch hier nicht mehr auf dem neuesten Stand und kehrt neun Jahre summa summarum unter den Tisch. Hier hätte mehr Sorgfalt und Aktualität den insgesamt guten Eindruck nicht zum Abschluss doch noch getrübt.
Trotz dieser Fehler macht das Buch unzweifelhaft Lust auf japanisches Kino, es deutet an, dass hier eine sehr bunte und kreative Filmnation darauf wartet, in ihrer ganzen Vielfalt entdeckt zu werden. Mit Japanese Cinema ist damit schon mal ein Anfang gemacht. Jetzt besteht die Kunst nur noch darin, die beschriebenen Filme auf Video oder DVD in akzeptabler Qualität aufzutreiben.
(Joachim Kurz)
Zwar haben sich mit den neuen Distributionswegen durch das Internet und dank der Initiative einzelner, hoch spezialisierter Verleiher (wie etwa rapid eye movies aus Köln) die Möglichkeiten für Freunde fernöstlicher Kinokost erheblich verbessert, doch zugleich gilt es, Vieles nachzuholen, was in den letzten Jahren und Jahrzehnten an uns vorbeirauschte.
Japanese Cinema, das vor kurzem im Taschen Verlag erschienen ist, ist zweifelsohne die richtige Einstiegslektüre für eine intensivere Beschäftigung mit Filmen aus dem Land der aufgehenden Sonne. Zumal das – wie stets bei Taschen – prächtig ausgestattete und mit vielen Stills und Postern versehene Buch nicht einfach nur die großen und auch hierzulande bekannten Filmemacher abfeiert, sondern viele vergessene Meister des japanischen Films neu- und wiederentdeckt, unter ihnen beispielsweise Mikio Naruse und Keisuke Kinoshita. Auch im Westen niemals richtig in Erscheinung getretene Genres wie Komödien und Musicals erfahren hier endlich ihre Würdigung.
Bei allem Lob für dieses Buch muss allerdings auch kritisch angemerkt werden, dass Gailbraith das japanische Kino der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg in Windeseile durchstreift und über aktuelle herausragende Talente wie Sion Sono (Love Exposure) verliert der Autor kein einziges Wort, sondern konstatiert kreativen Stillstand in der jungen Filmszene des Landes. Offensichtlich ist das Buch hier nicht mehr auf dem neuesten Stand und kehrt neun Jahre summa summarum unter den Tisch. Hier hätte mehr Sorgfalt und Aktualität den insgesamt guten Eindruck nicht zum Abschluss doch noch getrübt.
Trotz dieser Fehler macht das Buch unzweifelhaft Lust auf japanisches Kino, es deutet an, dass hier eine sehr bunte und kreative Filmnation darauf wartet, in ihrer ganzen Vielfalt entdeckt zu werden. Mit Japanese Cinema ist damit schon mal ein Anfang gemacht. Jetzt besteht die Kunst nur noch darin, die beschriebenen Filme auf Video oder DVD in akzeptabler Qualität aufzutreiben.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Japanese Cinema
Autor:
Stuart Galbraith
Erscheinungsort:
Köln
Erscheinungsdatum:
2009
Seiten:
192
Verlag:
Taschen Verlag
ISBN:
978-3-8228-3157-1
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