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Dass Dinosaurier ohnehin eine Fiktion und kein Faktum sind, zeigt sehr anschaulich Dinosaurier! Die Kulturgeschichte von Alexis Dworsky. "Als lebendes Tier hat ihn niemand je zu Gesicht bekommen; unser gedankliches Bild" des Dinosauriers, schreibt der Autor, Künstler und Kurator, "existiert daher vor allem aufgrund künstlich geschaffener Abbildungen."
So gilt Dworskys Buch nicht dem Urzeittier als solchem, sondern dem Bild, das wir uns von ihm machen. Angesichts eines Hasenbratens fragt er sich: "Wie glaubwürdig ist die Art und Weise, in der die Skelette in den Naturkundemuseen aufgebaut sind? Was bedingt unser Bild des Dinosauriers? Inwiefern hat sich dieses Bild gewandelt und warum hat es das getan?"
Die Dinos oder Saurier nimmt er als Konstrukte der Kultur und der Gesellschaft in den Blick und zeigt sie als Projektionen von Zeitgeist und Gesinnungen. Die verschiedenen idealtypischen Saurier, die er (re)konstruiert, heißen "Rieseneidechse", "Krone der reptilischen Schöpfung", "Rasanter Zweibeiner", "Schwerfälliger Koloss", "Schizosaurus" und "Informationsvögel". Und für alle findet er Bilder und Beispiele.
Wurden Saurier zuvor als Drachen und monströse Bestien gesehen, spiegelten die kolossalen Tiere vor allem in England die Macht des Königreiches wider, bis aus den schweren Schwerfälligen im 20. Jahrhundert tanzende Zweibeiner wie Winsor McCays Gertie the Dinosaur wurden. Während des Kalten Krieges bildeten verschiedene Saurier den Systemkonflikt als friedliche Pflanzenfresser bzw. aggressive Fleischfresser ab, während sie heute bisweilen agilen Geschäftsmännern und -frauen gleichen, die sich durch Geschwindig- und Wendigkeit, Teamwork und globales Agieren auszeichnen.
Mit Dinosaurier! Die Kulturgeschichte legt der Bayer Dworsky ein großes, überzeugendes und ebenso unterhaltendes Buch vor, in dem Kunst, Film, Literatur, Wirtschaft und Politik der Paläontologie begegnen und sich verbinden.
(Stefan Otto)
Dinosaurier! Die Kulturgeschichte
Aus einer Mücke
Die Dinosaurier sind nicht ausgestorben. Vielleicht waren sie das mal, aber dann kamen Steven Spielberg und John Hammond, errichteten den Jurassic Park und riefen sie wieder ins Leben. Aktuell zeigt die Fernsehserie Terra Nova (einer ihrer ausführenden Produzenten ist Spielberg), dass Dinosaurier existieren, wenn auch in einem Paralleluniversum, in einer anderen Zeit.Dass Dinosaurier ohnehin eine Fiktion und kein Faktum sind, zeigt sehr anschaulich Dinosaurier! Die Kulturgeschichte von Alexis Dworsky. "Als lebendes Tier hat ihn niemand je zu Gesicht bekommen; unser gedankliches Bild" des Dinosauriers, schreibt der Autor, Künstler und Kurator, "existiert daher vor allem aufgrund künstlich geschaffener Abbildungen."
So gilt Dworskys Buch nicht dem Urzeittier als solchem, sondern dem Bild, das wir uns von ihm machen. Angesichts eines Hasenbratens fragt er sich: "Wie glaubwürdig ist die Art und Weise, in der die Skelette in den Naturkundemuseen aufgebaut sind? Was bedingt unser Bild des Dinosauriers? Inwiefern hat sich dieses Bild gewandelt und warum hat es das getan?"
Die Dinos oder Saurier nimmt er als Konstrukte der Kultur und der Gesellschaft in den Blick und zeigt sie als Projektionen von Zeitgeist und Gesinnungen. Die verschiedenen idealtypischen Saurier, die er (re)konstruiert, heißen "Rieseneidechse", "Krone der reptilischen Schöpfung", "Rasanter Zweibeiner", "Schwerfälliger Koloss", "Schizosaurus" und "Informationsvögel". Und für alle findet er Bilder und Beispiele.
Wurden Saurier zuvor als Drachen und monströse Bestien gesehen, spiegelten die kolossalen Tiere vor allem in England die Macht des Königreiches wider, bis aus den schweren Schwerfälligen im 20. Jahrhundert tanzende Zweibeiner wie Winsor McCays Gertie the Dinosaur wurden. Während des Kalten Krieges bildeten verschiedene Saurier den Systemkonflikt als friedliche Pflanzenfresser bzw. aggressive Fleischfresser ab, während sie heute bisweilen agilen Geschäftsmännern und -frauen gleichen, die sich durch Geschwindig- und Wendigkeit, Teamwork und globales Agieren auszeichnen.
Mit Dinosaurier! Die Kulturgeschichte legt der Bayer Dworsky ein großes, überzeugendes und ebenso unterhaltendes Buch vor, in dem Kunst, Film, Literatur, Wirtschaft und Politik der Paläontologie begegnen und sich verbinden.
(Stefan Otto)
Daten & Fakten
| Titel: | Dinosaurier! Die Kulturgeschichte |
|---|---|
| Autor: | Alexis Dworsky |
| Erscheinungsort: | München |
| Erscheinungsdatum: | 2011 |
| Seiten: | 237 |
| Verlag: | Wilhelm Fink Verlag |
| ISBN: | 978-3-7705-5222-1 |
2013
13/06
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