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Ansichtssache - Zum aktuellen deutschen Film

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Kennzeichen D

"Der aktuelle deutsche Film ist vielfältig, facetten- und aussichtsreich, nicht nur, was die einzelnen künstlerischen und unterhaltenden Werke selbst anbelangt, sondern auch, was das gesamte filmische System, seine Rahmen, Bedingungen und Wechselverhältnisse betrifft - ökonomisch, technisch, medial, kulturell, sozial. Selten war das Filmwesen statisch, heute freilich leben wir in besonders wechselhafter Zeit - eine, die ein kurzes Innehalten und Nachdenken gebietet", schreiben Harald Mühlbeyer und Bernd Zywietz, die Herausgeber von Ansichtssache - Zum aktuellen deutschen Film, und entbieten in ihrem Buch über 20 Beiträge verschiedener Autoren, die sich mit dem Zustand, den Trends und Diskursen rund um das nationale Kino der letzten vier Jahre befassen und wertvolle Anregungen geben, die die Fruchtbarkeit des Innehaltens und Nachdenkens befördern können.

In ihrer Einleitung führen sie zur Bestimmung des derzeitigen Standorts Top-10-Tabellen der Jahre 2009 bis 2011 an, die ersichtlich werden lassen, dass es vor allem leichte Komödien, Rückgriffe auf etablierte Marken sowie Filme aus dem Kreis um Til Schweiger, Matthias Schweighöfer und der Drehbuchautorin Anika Decker sind, die ganz vorne stehen. "Deutsches Erfolgskino basiert maßgeblich auf Franchise, auf Bekanntem, auf Fortführungen - eine Formel, die es mit dem aktuellen Hollywoodkino gemein hat", folgern sie, um sich anschließend ganz weit gefasst mit all dem zu befassen, was heute den erfolgreichen wie den erfolglosen deutschen Film ausmacht, mit den einschlägigen Festivals im Inland, mit der Digitalisierung in der Branche, mit Streamingwebsites, einzelnen Regisseuren und ausgewählten jüngeren Schauspielern, mit den Tendenzen und Möglichkeiten, die sich gerade abzeichnen.

Der aktuelle deutsche Film, so laute die allgemeine Klage, schreiben sie mit herauszulesendem Vergnügen an eindrücklichen Vergleichen, werde als Kind in eine dysfunktionale Familie hineingeboren. Steife Fördergremien sowie mutlose mitredende und -finanzierende Fernsehredaktionen würden als Rabeneltern benannt, denen eine Schwemme von Filmhochschulabsolventen es recht machen wolle, die daher allzu viele allzu wichtige, thesenhafte, bild- und visionslose Filme ohne Herz, Bauch und Eier drehten, die hernach die Kinos verstopften, ehe sie im vorfomatierenden Öffentlich-Rechtlichen zu nachtschlafender Zeit versendet würden. Darüber hinaus seien wir alle schuld, denn das Kinopublikum, das nicht ins Kino gehe und wenn doch, dann nur in den geistlosen Spuk, sei zu doof, gehöre erzogen, und überhaupt bekomme jede Gesellschaft die Filme, die sie verdiene. Dabei, und ab hier geben die Herausgeber wieder ihre persönliche Meinung kund, liege das Urteil über einen (deutschen) Film, sei er nun Kunst oder ein Absatzprodukt, doch immer im Auge des Betrachters. Und da muss es nicht unbedingt ein schlechtes Jahr für den Film in Deutschland sein, wenn kein neues Werk von Schweiger, Schweighöfer oder Bully Herbig startet.

(Stefan Otto)

Daten & Fakten

Titel: Ansichtssache - Zum aktuellen deutschen Film
Autor: Harald Mühlbeyer, Bernd Zywietz
Erscheinungsort: Marburg
Erscheinungsdatum: 2013
Seiten: 333
Verlag: Schüren Verlag
ISBN: 978-3-89472-821-2

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Bisherige Meinungen

(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: Wim Schlenders am: 10.03.13
Gute Filme schaut man sich zu Hause vor der Heimkino Anlage an. Kinos können das nicht leisten. Wer etwas ländlich wohnt, hat zudem keine andere Möglichkeit. Das Angebot an guten Filmen ( weltweit) ist sehr groß, und die Regale füllen sich mehr und mehr mit DVDs, die ich woanders hätte nie sehen können. Dank Filmportale wie diese, wird man immer wieder auf großartige Filme aufmerksam. Manchmal schafft es vielleicht einer auf Arte.

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