Zurück zur Übersicht

Ang Lee und seine Filme

Meinungen
1

6 Bewertungen

Weitere Inhalte

Liebe und Freiheit

Rechtzeitig zum Kinostart von Taking Woodstock, seiner neuesten Produktion, legen die österreichischen Theater- und Filmwissenschaftler Michael Pekler und Andreas Ungerböck ihr Buch Ang Lee und seine Filme vor.

Ein Dutzend Ang-Lee-Filme gibt es mittlerweile. Ein Dutzend Filme, die auf den ersten wie auf den zweiten Blick sehr unterschiedlich sind. Es sind Eastern und Western, Melodramen und Familienstudien, Action-Filme und Adaptionen aus dem Kanon klassischer Romane. Der Regisseur, der aus Taiwan stammt und in den USA zuhause ist, scheint problemlos zwischen den Genres, den Zeiten und den Kontinenten switchen zu können ohne dabei durcheinander oder sich selbst abhanden zu kommen.

In ihrem Buch suchen Pekler und Ungerböck in all den Variationen den Auteur Ang Lee. Sie nähern sich seinen Filmen von den in ihnen wiederkehrenden Motiven und Themen her an. Entlang der drei Eckpfeiler "Menschen", "Orte" und "Zeiten" beschreiben sie, wie die Figuren in den Filmen nicht ihrem Schicksal, sondern ihrem Umfeld und zuletzt auch sich selbst ausgeliefert sind. Den Autoren zufolge finden diese Konfrontationen und Konflikte in den unterschiedlichsten Formen ihren Ausdruck: im Verhältnis zwischen Individuum und Familie (Das Hochzeitsbankett / The Wedding Banquet), im Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne (Eat Drink Man Woman), im England des frühen 19. Jahrhunderts (Sinn und Sinnlichkeit / Sense and Sensibility), in der Fragilität menschlicher Existenz im Amerika der siebziger Jahre (Der Eissturm / The Ice Storm), in der Frage nach individueller Schuld im Amerikanischen Bürgerkrieg (Ride with the Devil), im strengen Ethos chinesischer Kampfkunst (Tiger & Dragon / Crouching Tiger, Hidden Dragon), im besetzten Shanghai während des 2. Weltkriegs (Gefahr und Begierde / Lust, Caution), in der Faszination für amerikanische Mythen (Hulk) und in der Unmöglichkeit von Flucht (Brokeback Mountain). In all diesen Situationen, an all diesen Schauplätzen und in all diesen Zeiten erkennen sie "Liebe" und "Freiheit" als die wesentlichen Themen von Lees filmischem Universum.

Das Buch enthält außerdem ein Interview mit Ang Lee, das vor allem dessen Anfänge als Drehbuchautor, seine Arbeitsmethoden sowie seinen Umgang mit Schauspielern beleuchtet.

(Stefan Otto)

Daten & Fakten

Titel: Ang Lee und seine Filme
Autor: Andreas Ungerböck (Hg.), Michael Pekler
Erscheinungsdatum: 2009
Seiten: 191
Verlag: Schüren Verlag
ISBN: 978-3-89472-665-2

MEINUNGEN

Ihre Meinung zu diesem Buch (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)

Bisherige Meinungen

(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: Karlo Kater am: 07.10.09
Spitzenbuch!

Partner

  • Deutsche Film- und Medienbewertung
  • Arthaus Filme
  • Filmförderung Baden-Württemberg
  • Cineplex Kinos