B-Roll BLOG

16 24/08

Vom Holocaust erzählen - Die kino-zeit-Kolumne

Homo homini lupus. In meiner vorigen Kolumne hatte ich über Monster im Kinderfilm geschrieben, über die äußerlich leicht als solche zu erkennenden. Selbst das Monsterkino aber – so stellte sich am Ende heraus – muss anerkennen, wer die wahren Monster sind. Um diese, in einer ganz spezifischen historischen Variante, soll es diesmal gehen: Wie kann der Kinderfilm vom Holocaust erzählen?


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16 22/08

Das Box Office als Wahlurne - Gibt Erfolg an der Kinokasse den Fans recht?

Es gibt viele Gründe, einen Film zu lieben. Vielleicht für seine spannende Geschichte oder die originelle, überraschende Machart. Aufgrund der gewitzten Dialoge, atemberaubenden Bilder, einer mutigen Aussage oder des Schimmerns des Mondlichts auf den Gesichtern des Liebespaares beim ersten Kuss in der persönlichen Lieblingsszene. Manche Gründe sind weniger naheliegend, haben sie doch mit dem Film selbst kaum etwas zu tun: In der Ära des modernen Franchise-Kinos beschäftigen sich Fans oft im gleichen Maße mit dem Erfolg eines Blockbusters an den Kinokassen wie mit dem Film selbst.


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16 17/08

Ein Kino ohne Krimi - Die kino-zeit.de-Kolumne

Vorige Woche erst kam eine Pressemitteilung, die den Drehstart für das Krimidrama Der Gutachter verkündete. "Natürlich fürs Fernsehen!", war mein erster Gedanke, als ich sie las. Nun schreit die Geschichte eines forensischen Gutachters, der einen möglicherweise fatalen Fehler begangen hat, nicht unbedingt nach der großen Leinwand. Aber ich wurde doch gerade bei der Retrospektive in Locarno daran erinnert, dass es mal eine Zeit gab, in der Kriminalfilme im Kino stattfanden. Mittlerweile aber hat sich fast die gesamte deutsche Kinofilmproduktion vom Krimi abgewandt. Während jeden Tag im Fernsehen gefühlt mindestens fünf Krimis zu sehen sind, haben sie im Kino Seltenheitswert – Sex & Crime würde mir aus dem vorigen Jahr einfallen, die Literaturverfilmungskoproduktionen Das ewige Leben und Die dunkle Seite des Mondes, vielleicht noch Der Staat gegen Fritz Bauer. Aber darüber hinaus?


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16 15/08

Das Kino und die Zeit, in der wir leben

Filme sind zu langsam. Von frühen Theoretikern auf der ganzen Welt als genuines Medium einer fragmentierten und rauschenden Modernitätserfahrung gefeiert, ist Film mittlerweile längst aus Rhythmus und Tempo der Zeit gefallen. Die visuelle Überfüllung, Überaktualität und Multiperspektivität des täglichen medialen Lebens lässt sich nur schwer in die Bildpolitik von Filmen integrieren. Die Rolle des Mediums unserer Zeit spielt das Kino nicht mehr. Ein Problem? Wohl kaum, denn Filme können genau durch diesen formalen Anachronismus neue und benötigte Perspektiven liefern. Die Krise des Bildes ist daher eigentlich eine Chance für das Kino und seine Besucher. Die Chance, Dinge wirklich zu betrachten.


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16 13/08

Locarno 2016 "Teo-neol (The Tunnel)" von Kim Seong-hun

Man muss hartnäckig bleiben im Leben. So wie Kim Seong-hun. Der koreanische Regisseur hat lang gebraucht, um zu einer festen Größe im koreanischen Genrekino zu werden. Denn sein erster Film How the Lack of Love affects two Men war ein solch massiver Flop, dass es ihn fast ein Jahrzehnt gekostet hat, um in der Branche wieder auf die Beine zu kommen. Aufgeben will auch der Protagonist in Teo-neol (The Tunnel) nicht. Jung-su (Ha Jung-woo), ein Verkäufer bei KIA Motors, ist auf dem Weg zur Geburtstagsparty seiner Tochter. Auf dem Rücksitz steht die große Sahnetorte. Nur noch ein paar Minuten, dann ist er zuhause. Und das dank des neu gebauten Tunnels, der Seoul mit seinem Wohnort in der Vorstadt verbindet. Doch beim Durchfahren des Tunnels beginnt dieser plötzlich zu wackeln und zu bröckeln und schließlich stürzt er komplett ein.

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16 12/08

Expeditionen ins Nachkriegskino (Teil 4) - Die Retrospektive beim Filmfest Locarno

Politische Perspektiven

Mit Inkrafttreten des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 gegründet, ist die Bundesrepublik Deutschland ein junger Staat mit neuer politischer und gesellschaftlicher Struktur. Doch die Vergangenheit war weiterhin präsent, gerade das Kino durchzog personell (vgl. Teil 2) und inszenatorisch (vgl. Teil 3) Kontinuität. Dennoch gab es in den Filmen, die im Kino zu sehen waren, neben Herzschmerz und Heimatidylle bisweilen erstaunliche Bestrebungen zur Aufklärung, Vergangenheitsbewältigung und Gegenwartsauseinandersetzung.


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16 12/08

Locarno 2016 Vlog #7: Where is Rocky II & The Tunnel

Kunststeine in der Wüste und Katastrophen in Korea: Beatrice Behn und Sonja Hartl sprechen über Where is Rocky II? von Pierre Bismuth und The Tunnel von Kim Seong-hun.

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16 11/08

Locarno 2016: "Der traumhafte Weg" von Angela Schanelec

Ganz sich und ihren Prämissen treu bleibt die deutsche Regisseurin Angela Schanelec in ihrem neusten Film Der traumhafte Weg. Diese Prämissen entstammen der "Berliner Schule", wie die Filmkritik die Filmbewegung, die Mitte der 1990er Jahre entstand, getauft hat. Schanelec gehört zur ersten Generation von FilmemacherInnen, die einen ausgeprägten Stil in ihren Filmen vorweisen: Verlangsamung des Gesamttempos, das Zeigen alltäglicher Erfahrungen und Momente, die aber mehr angespielt, als ausformuliert werden, perfekt kadrierte Bilder mit relativ wenigen Schnitten und ProtagonistInnen, die nur wenig Emotionen oder Interaktion mit ihrer Umwelt aufweisen. Kurzum: stilisierter Realismus.


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16 11/08

Expeditionen ins Nachkriegskino (Teil 3) - Die Retrospektive beim Filmfest Locarno

Genre im Nachkriegskino

Spricht man vom Kino in den Nachkriegsjahren, denkt man unweigerlich an den Heimatfilm, das von Kritik und Nachkommenden oft geschmähte, vom zeitgenössischen Publikum aber geliebte Genre. In der Anfangszeit der Bundesrepublik war das Kino ein populäres Medium, es gab keinen Fernseher und die Menschen gingen regelmäßig ins Lichtspielhaus. Zwischen Filmidee und Premiere vergingen nur ein paar Monate, über Projekte entschieden Filmproduzenten, Verleiher und Kinobesitzer. Die Filmproduktion wollte dem Publikum geben, was es wollte, der Markt wurde von Angebot und Nachfrage geprägt. Hier passte sich das Kino einer Zeit an, in der Konrad Adenauer mit dem Slogan "Keine Experimente" in den Wahlkampf 1957 zog. Es herrschte eine Sehnsucht nach Ruhe, nach dem Bekannten, nach Kontinuität vor. Produzenten wie Arthur Brauner agierten unter der Prämisse des Risikoausgleichs und produzierten eine Mischung aus künstlerisch oder thematisch ambitionierten Filmen und sicheren Publikumserfolgen wie Heimatfilmen (vgl. hierzu ausführlicher Claudia Dillmann, Der Pakt mit dem Publikum, in: Geliebt und verdrängt. Hrsg. v. dies. und Olaf Möller 2016).


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16 11/08

"Where is Rocky II?" von Pierre Bismuth

Im Jahr 2004 bekam der Künstler Pierre Bismuth einen Oscar für das Drehbuch zu Vergiß mein Nicht! - Eternal Sunshine of the Spotless Mind, der ihn und Co-Autor sowie Regisseur Michel Gondry in ganz neue Welten katapultierte. Zur gleichen Zeit geschah mit Bismuth aber etwas, dass ihn die nächsten zehn Jahre beschäftigen sollte. Er sah eine BBC-Dokumentation über den Künstler Ed Ruscha, der im Jahr 1979 einen Felsen baute, der absolut echt aussah, und den er in der Mojave Wüste irgendwo zwischen andere Felsen stellte, von denen der unechte Felsen nicht zu unterscheiden war. Dieses Projekt nannte Ruscha Rocky II.


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